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120 Schwimmer wollen ins Freibad

BUTZBACH. Für die Öffnung des Schrenzerbads setzten sich am Samstag auf dem Butzbacher Marktplatz rund 120 Menschen ein, darunter auch Kinder. Bürgermeister Michael Merle erhielt Gelegenheit, die Entscheidung der Politik zu erläutern und diskutierte mit den Teilnehmern.  

Zusammenkunft am Samstag auf dem Butzbacher Marktplatz und Diskussion mit Bürgermeister Merle

BUTZBACH (th/bz). Am Samstag beteiligten sich trotz coronabedingter Auflagen für Versammlungen etwa 120 Menschen von Jung bis Alt, teils mit Schwimmutensilien, bunter Badebekleidung, Aqua-Jogging-Ausrüstung und selbst gemachten Schildern und Bannern auf dem Butzbacher Marktplatz, um ihren Willen, dass Stadt und Bäderbetriebe (BBB) das Butzbacher Freibad öffnen sollen, klar und deutlich zu dokumentieren. Rund 60 Minuten dauerte das „Treffen“ der Schwimmer. Bürgermeister Michael Merle war gekommen.

Was besonders ins Auge fiel, war die Wiedersehensfreude, da sich die Teilnehmer seit Monaten nicht mehr gesehen hatten. Kleine Kinder hielten ihre selbstgemachen Schilder „Wir wollen schwimmen“ in die Menge. Claudia Wagner, eine der inzwischen mehr als 250 Unterstützer des Anliegens zur „coronagerechten“ Öffnung des Freibades appellierte an die Verantwortlichen: „Es gibt Pandemiepläne, die umgesetzt werden können beim reduzierten Badebetrieb.“ Unter großem Beifall und Trillerpfeifen berichtete sie über Fakten und Tatsachen zur Umsetzung. Unter anderem führte sie die niedrige Inzidenz der Corona-Neuinfektionen im Wetterau-kreis (zwischen null und eins in den letzten Tagen), in Butzbach 17 nachgewiesene Fälle, von denen 16 geheilt sind, an. „Und wir lieben unsere Stadt und leben hier gern. Das Freibad hat daran einen großen Anteil für die vielbeschworene ‚soziale Stadt‘, die damit seit Jahren erfolgreich um die Ansiedlung von Familien mit Kindern wirbt.“ 

Das Argument, es nun nicht mehr zu schaffen, das Freibad schnellstens zu öffnen sei mit einer einfachen Berechnung zu widerlegen. Aus dem Kreis der Unterstützer dieses Anliegens wurde Hilfe angeboten und mindestens 20 der auf dem Marktplatz Anwesenden wären sofort bereit gewesen, bei der Vorbereitung und Umsetzung der Öffnung tätig zu werden. Das wäre ein Weg gewesen. „Butzbach hält zusammen“ sei noch immer akut und keine Worthülse. Und: „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.“ Nur sei der Wille bei den Verantwortlichen der BBB nicht da.

Als jüngster Redner meldete sich Sören zu Wort. Er berichtete aus seiner subjektiven Sicht auf die vergangenen Monate und im Hinblick auf die kommenden Wochen ohne Freibad frank und frei von der Leber weg. Sein Kindermund tat als Wahrheit kund: „Das ist doch Scheiße“ unter riesigem Beifall der Anwesenden. 

Bleibt den Butzbachern nun nur die Hoffnung auf die angekündigte Wiedereröffnung des Hallenbades, die für September geplant ist? Am Rande des Geschehens wurde dann wieder Mal aus Goethes Faust zitiert: „Die Botschaft hör ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube.“

Wagner bat Bürgermeister Merle um eine Stellungnahme. Er erläuterte den Beschluss der Gremien, nicht in einen Notbetrieb zu gehen, sondern mit der Sanierung des Schrenzerbads zu beginnen. Er zeigte Verständnis für die Betroffenen, warb aber für den eingeschlagenen Weg. Man gewinne Zeit und könne dann im nächsten Jahr in einem komplett sanierten, renovierten und modernisierten Bad schwimmen. 

Den Initiatoren der Zusammenkunft bot er an, über den Sanierungsfortschritt im Gespräch zu bleiben. Der Zeitplan für die Bauarbeiten bestehe. Aber es könne auch Probleme geben, beispielsweise notwendige Firmen zu bekommen. „Die Messlatte hängt hoch, wir werden alles dafür tun, dass wir im nächsten Jahr das Schrenzerbad öffnen können“, sagte Merle nach der Veranstaltung. Er bedankte sich dafür, dass er zu Wort kam und beschrieb die Diskussion als fair. 

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