13 Wetterauer Kommunen haben Anteil an Weltkulturerbe Limes 

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13 Wetterauer Kommunen haben Anteil an Weltkulturerbe Limes 

BUTZBACH. Der erste Wetterauer Limestag fand in Butzbach statt. Das Foto zeigt (v.l.) Dr. Kai Mückenberger (Limesbeauftragter Hessen/Landesamt für Denkmalpflege), Matthias Walther (Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises), Dr. Jörg Lindenthal (Kreisarchäologe des Wetteraukreises), Professor Dr. C. Sebastian Sommer (Vorsitzender Deutsche Limes Kommission/ Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege). Foto: pdw

Erster „Wetterauer Limestag“ mit Vorträgen von Experten in der Alten Turnhalle in Butzbach.

BUTZBACH (pdw). Der erster Wetterauer Limestag fand jüngst in Butzbach statt. Seit 2005 ist er Teil des Unesco-Welterbes: der Obergermanisch-Raetische Limes. Mit rund 550 Kilometer Länge verläuft er zwischen Rhein und Donau und markiert die nördliche Grenze des Römischen Reichs. Schon vor knapp 2000 Jahren entdeckten die Römer beim Bau dieser Anlage ihre Liebe für die Wetterau. Mit einer nach Norden gerichteten Ausbuchtung dieses Grenzwalls integrierten sie die fruchtbare Wetterau in ihr Reich. 

Die Reste des Limes sind entlang des Taunus im Westen und im Raum Limeshain und Altenstadt im Osten noch heute gut sichtbar. 13 der Wetterauer Kommunen haben einen Anteil an diesem Welterbe, schon seit Jahren ist der Limes daher fester Bestandteil der „Archäologie-Landschaft Wetterau“.

Um die Bedeutung des Unesco-Welterbe-Limes, seinen Erhalt und seine Erforschung, aber auch um die besonderen Entwicklungspotenziale des Wetterau-Limes zu thematisieren, hatte der Wetteraukreis gemeinsam mit der Stadt Butzbach, der Hessen-Archäologie, der Archäologischen Gesellschaft Glauberg und der Tourismus-Region Wetterau zu einem ersten „Wetterauer Limestag“ nach Butzbach eingeladen. Rund 50 Teilnehmer aus den Wetterauer Kommunen, aus Tourismus und geschichtlicher Forschung kamen, um die Vorträge namhafter Experten zu hören und, um anschließend in Workshops ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Netzwerke aufzubauen.

Der Wetteraukreis sei mit besonders langen Abschnitten des Limes gesegnet, betonte Matthias Walther, Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises. Diese Besonderheit gelte es, noch stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und auch touristisch in Wert zu setzen. Mit dem Wetterauer Limestag setze der Landkreis den Auftakt für eine Initiative, die schon zur Landesgartenschau 2027 sichtbare Früchte tragen könne.

Schon früh hat sich die Stadt Butzbach ihrem römischen Erbe gestellt, betonte Bürgermeister Michael Merle: Die Rekonstruktion eines Wachtturms auf dem Schrenzer oder eine entsprechende Abteilung im Museum der Stadt seien besonders sichtbare Zeichen. Aber auch in die Zukunft gerichtet, werde sich Butzbach dem Thema widmen, etwa mit der Realisierung des „Vicus Romanus“-Projekts, einer Art Bürgerpark, der die römische Besiedlung des heutigen Stadtgebiets vor 1800 Jahren inszeniere.Hoch erfreut über die Ausrichtung des Limestages zeigte sich der hessische Landesarchäologe Professor  Dr. Udo Recker vom Landesamt für Denkmalpflege. Damit sei die Chance verbunden, die Bevölkerung noch näher an die Bedeutung der Fundstücke der vielen Grabungen und Forschungen heranzubringen. In den rund 150 Jahren ihrer Besatzungszeit hätten die Römer mit ihren Landgütern, den Kastellen und Wachttürmen sowie dem Limesverlauf bis heute sichtbare Spuren in der Landschaft hinterlassen, die es zu entdecken gelte.

Die Forschung zur Epoche der Römer sei sehr dynamisch. Auch nach Jahrzehnten erlangen die Wissenschaftler immer wieder neue Erkenntnisse, durch die das Bild aus dieser Zeit an Schärfe gewinnt. Das betonten gleich drei Experten. Der bayerische Landesarchäologe, gleichzeitig langjährige Vorsitzender der Deutschen Limes Kommission Professor Dr. C. Sebastian Sommer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege setzte den Wetterau-Limes zunächst in einen großen Rahmen. Auf der Leinwand zeigte er Kartenausschnitte, die ganz Europa, Vorderasien und Nordafrika umfassten. In diesem Maßstab wurden die gigantischen Ausmaße des antiken Bauwerks Limes deutlich sichtbar: Die Linie beginnt im Westen auf der Britischen Insel, springt über den Ärmelkanal und verläuft dann ohne Unterbrechung einmal quer von der Nordsee bis ans Schwarze Meer.

Der Begriff „Limes“ würde heute meist gleichgesetzt mit „Grenze“. Die ursprüngliche Bedeutung „Schneise“ käme aber den Tatsachen näher. Denn in der Tat hätten die Römer in weiten Bereichen erst einmal eine offen einsehbare Schneise in die Landschaft gerissen, die sie besser einsehen und kontrollieren konnten. Dabei sah der Limes aber nicht in allen Abschnitten gleich aus, sondern habe abhängig von der Bauphase und von den geografischen Besonderheiten sehr verschieden ausgesehen. Im Gegensatz zum Limes in der Wetterau in seiner letzten Ausbaustufe oder zum Hadrianswall waren nicht alle Abschnitte durchgehend befestigt. Oft dienten einfach nur Flüsse oder Gebirge als natürliche Grenzmarkierung.

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