57-jähriger Münzenberger schwer verletzt
15. Juli 2020
SPD trauert um Rüdiger Becker
15. Juli 2020

2,3 Millionen Euro Defizit erwartet

Kostenschätzung für „Burgweg“ / Skepsis gegenüber Plänen „Am Bahnhof“ / Nichts Neues zum „Kirschenberg“

ROCKENBERG (thg). Vier Bebauungspläne mit unterschiedlichen Aspekten standen auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschuss am Montag im Bürgerhaus Oppershofen. So wurde bei Gleichheit von Ja- und Nein-Stimmen der Sperrvermerk im Nachtragshaushalt auf die Ausgaben zum Bebauungsplan „Am Kirschenberg“ nicht aufgehoben. Zu den Bebauungsplänen „Am Bahnhof“ und „Burgweg“ in Verbindung mit „Rockenberg Süd“ kamen Gastreferenten zu Wort. 

Heiko Riehm von der Hessischen Landgesellschaft resümierte den Verfahrensstand rund um das Thema Burgweg. Er leitete aus den bisherigen Gegebenheiten die Zahlen her, wobei es sich um Schätzungen handelt. Erst nach Vorliegen der Erschließungsplanung könnten die Beträge konkretisiert werden. 

Riehm verglich zwei Varianten. Ursprünglich war eine Linksabbiegespur in den Burgweg von der Landesstraße aus vorgesehen. Die Gemeindevertretung beschloss aber den Bau eines Kreisverkehrs mit der Verlegung des Geh- und Radwegs auf die Burgweg-Seite der Landesstraße. 

Die Kreisel-Variante sorgt für ein Defizit von 3,2 Millionen Euro beim Gesamtvorhaben, die Variante mit Linksabbiegespur ergibt 1,95 Millionen Euro Defizit. Ursachen für das Entstehen des Defizits ist unter anderem, dass die Gemeinde die Flächen für den vorgesehenen Feuerwehr-Neubau und die Schule nicht verkaufen kann. Auch der Verkauf der „Reservefläche“ könne derzeit nicht eingerechnet werden. 

Für den Verkauf der Gewerbeflächen Rockenberg Süd setzt Riehm einen Quadratmeterpreis von 70 Euro an. Die Fläche für das Seniorenwohnheim könnte für 95 Euro veräußert werden, das Areal für Supermarkt und Ärztehaus für ebenfalls 95 Euro je Quadratmeter. Wollte die Gemeinde ohne Defizit aus dem Bauvorhaben herausgehen, müsste der Quadratmeterpreis theoretisch um jeweils 55 Euro angehoben werden. 

Kurz kam noch einmal die Frage auf, ob überhaupt ein Kreisel benötigt werde. Erneut wurde das Thema Sicherheit als Argument für den Bau angeführt. Im Bebauungsplanverfahren solle gegenüber Hessen Mobil, das nicht zustimmen möchte, Druck aufgebaut werden. Dass ein Defizit angesichts der kommunalen Aufgaben, die im Burgweg erfüllt werden, hingenommen werden muss, wurde angeführt. Dass ein Kredit für diese Investitionen in die Zukunft aufgenommen werden müsse, stellte Bürgermeister Manfred Wetz fest. 

Zum Bebauungsplan „Am Bahnhof“ stellten die Investoren Steinfeger Immobilien und Instinkt Wohnberatung Pläne für ein Baugebiet vor. Es geht dabei um Flächen westlich der Griedeler Straße, ausgelöst vom Wunsch eines Anwohners auf Entwicklung einer Fläche. Mit Blick auf die Erschließungsschwierigkeiten regte die Gemeinde an, das Areal größer zu fassen. 

Andre Pitschmann von der In-
stinkt Wohnberatung und Architekt Thylbert Wanek stellten ihr Konzept für ein zweigeteiltes Areal oberhalb der Griedeler Straße vor. In einem Teil finden voraussichtlich acht freistehende Ein- bis Zweifamilienhäuser Platz, der andere, wegen der Zufahrt dreieckig geschnittene Bereich, soll rund 20 Häuser mit quadratischer Grundfläche von sieben-
einhalb mal siebeneinhalb Meter bei zwei Voll- und einem Staffelgeschoss umfassen. Ein Gartenbereich mit neun mal neun Meter Grundfläche gehört dazu. 

Dem Konzept brachten die Ausschussmitglieder viel Skepsis entgegen beispielsweise hinsichtlich der Stellplätze, die nicht direkt an den kleinen Häusern geplant sind, hinsichtlich der Zuwegung und hinsichtlich der inneren Aufteilung der Häuser. Pitschmann bedankte sich für die Anregungen. Es sei darum gegangen, das Konzept vorzustellen. Die Planer seien aber nicht „verbohrt“. Zudem seien sie sich der Tatsache bewusst, dass das Verfahren noch länger dauern kann, soll doch hinsichtlich einer Baulandentwicklung die Neufassung des Regionalen Flächennutzungsplans abgewartet werden.

Comments are closed.