„25 Jahre pralles Museumsleben“

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„25 Jahre pralles Museumsleben“

BUTZBACH. Museumsleiter Dr. Dieter Wolf dankte seiner Stellvertreterin Antje Sauerbier, die die Jubiläums-Ausstellung mit Helfern konzipiert und erstellt hat. Text + Foto: dt

JUBILÄUM – Sonderausstellung im Butzbacher Museum eröffnet / Leiter Wolf blickt zurück

Butzbach (dt). „Das Museum der Stadt Butzbach begeistert seine Besucher mit einer qualitätvollen Sammlung. 1898 in der Langgasse eröffnet, blickt das Haus in wenigen Jahren auf sein 125-jähriges Bestehen zurück, womit es zu den ältesten Museen in Hessen zählt.“ Seit 25 Jahren ist es in der Färbgasse zu finden. Sieben Abteilungen der Dauerausstellung finden sich auf über 700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. „25 Jahre – das sind Hunderttausende Objekte, über 130 Sonderausstellungen und mehr als 160 000 Besucher! 25 Jahre – das sind ungezählte Angebote, Führungen, Vorträge, Lesungen, Konzerte, römische Küche, Flohmarkt, Feste und vieles mehr, mit denen das Haus seine Vielseitigkeit demonstriert.“

So steht es auf einer der Schautafeln in der Jubiläumsausstellung, die am Dienstag in der Industriehalle des Museums vor zahlreichen Ehrengästen und vollbesetzten Stuhlreihen von Museumsleiter Dr. Dieter Wolf eröffnet wurde. Die stellvertretende Museumsleiterin Antje Sauerbier, die mit Unterstützung von Helfern für den zuletzt erkrankten Wolf die Ausstellung konzipiert und organisatorisch vorbereitet hatte, skizzierte die Historie und Entwicklung der letzten 25 Jahre des am 2. September 1994 eröffneten neuen Museums (siehe dazu gesonderten BZ-Artikel). 

In den Mittelpunkt seines Grußwortes stellte der Stadtverordnete Michael Schröter – einer der Wegbereiter und Wegbegleiter des Museums – eine Legende, die sich um den chinesischen Philosophen Laotse rankt. Dabei zog er eine Parallele von der Einsicht Laotses, dass das weiche Wasser den harten Stein besiegen kann, zur Entwicklung des Museums. Stark forciert von Alt-Bürgermeister Karl Heinz Hofmann – so Schröter – musste massive Überzeugungsarbeit geleistet werden, um im Stadtparlament eine parteiübergreifende Mehrheit zu erreichen, damit das Museum aus der alten, engen Michaeliskapelle in einen Neubau in der Färbgasse umziehen konnte. „Butzbach in Bewegung, hier ist etwas bewegt worden.“ 

Wolf blendete zurück auf ein Vierteljahrhundert Museumsgeschichte und setzte dabei auch persönliche Akzente, indem er feststellte, dass er – „mehr als die Hälfte meines Lebens“ – nun insgesamt auf eine 33-jährige Tätigkeit im Butzbacher Museum zurückblicke. Dabei habe er anfangs von der wertvollen zehnjährigen Erfahrung seiner Amtsvorgängerin Elisabeth Johann profitiert. Wolf nannte als „geistige Vorbereiter“ des neuen Museums Schröter (unter anderem Leiter der AG Schule und Museum), Marianne Strube (Museums-Freundeskreis) und Bürgermeister Hofmann. 

Der Grundsatzbeschluss zum Neubau des Museums sei von den Stadtvätern bereits im Oktober 1985 gefasst worden. Für den 50. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938 habe er 1988 in einem kleinen Umfang eine Sonderausstellung geplant und konzipiert, die nicht im ungeheizten alten Museum habe stattfinden können; als Veranstaltungsort habe man zunächst das Foyer des alten Rathauses vorgesehen und dann doch – wegen der Größe der Ausstellung – am Ende das Bürgerhaus gewählt. Nach dem endgültigen Beschluss der Stadtverordneten von 1989 bei dem bestehenden sogenannten Hochzeitshaus ein neues Museumszentrum zu erstellen, seien ein Jahr später die Bagger angerollt. In vielen Arbeitsstunden – inklusive auch langen Nächten – habe er im Team mit Mitarbeitern eine Gesamtkonzeption für das neue Museum erarbeitet. Im Herbst 1993 sei der Umzug des großen Stadtarchivs und der Dienstbibliothek ins neue Gebäude erfolgt. Ein Highlight sei zu diesem Zeitpunkt das Auffinden zwei weiterer Originalbriefe Georg Büchners durch Erika Gillmann gewesen. Dieser „Dachbodenfund“ im Hause Braubach habe ein weltweites Echo bis nach China gefunden. Bei der weiteren Planung und Einrichtung der Abteilungen des Museums sei von Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen Tag und Nacht gearbeitet worden. 

Besonderen Dank richtete Wolf an den Freundes- und Förderkreis des Museums, den Geschichtsverein, den Künstlerkreis, die Altstadtfreunde, Bürgermeister Michael Merle, den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung für ihre Unterstützung. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Museum auch in das nächste Vierteljahrhundert hinein getragen wird und sich auch in Zukunft den gestiegenen modernen Anforderungen stellen wird.“ 

Der Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises des Museums, Udo Zitzer, bezeichnete das Museum als einen „lebendigen Lernort“, der für ein „vielfältiges Themenspektrum“ stehe und bezeichnete die anstehende Restaurierung der Hüttenberger Brauttracht konkret als neue Herausforderung und Aufgabe. 

Die Vorsitzende des Künstlerkreises, Holde Stubenrauch, erinnerte daran, dass ihre Vereinigung seit 1997 jährlich zu Weihnachten und zum Faselmarkt eine große Ausstellung im Museum präsentiere. Ihr besonderer Dank galt dem Bürgermeister und Wolf, der das Museum „mit Herzblut“ leite und weiterentwickele. 

   

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