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31-jährige Ukrainerin verstärkt Tanzgruppe „Magic Colours“

OBER-HÖRGERN. Sabrina Dzhali (l.) und die Festdamen der Magic Colours anlässlich der 800-Jahrfeier und zum 50. Jubiläum des TFV.

Sabrina Dzhali aus Kiew flüchtete vor dem Krieg, kam nach Ober-Hörgern und schloss sich Gruppe an

OBER-HÖRGERN (win). Tanzen verbindet über Grenzen hinweg: Die Magic Colours heißen ihre neue Tänzerin Sabrina Dzhali aus Kiew willkommen.

Auf der ganzen Welt tanzen Menschen zu verschiedenen Anlässen oder einfach als Ausdruck ihres Inneren. Sie tanzen alleine oder gemeinsam mit anderen Tänzern, spontan oder nach Choreografien. Sie spüren die Energie der Musik, die sie zu ihren Bewegungen antreibt und verbindet. Im Tanzen liegt eine verbindende Kraft, die die Welt ein bisschen besser macht. Es verbindet Menschen und lässt sie miteinander kommunizieren. Beim Tanzen entstehen tiefe soziale Bindungen zu Gleichgesinnten.

Bester Beweis sind die Magic Colours. Vor mehr als 20 Jahren hat Kirsten Jäger die Tanzformation ins Leben gerufen und ist mit ihren spektakulären Shows, einzigartigen Choreografien und selbstgeschneiderten Kostümen weit über die Region hinaus bekannt. „Tanzen ist alles“, auch für Jäger. Sie ist der kreative Kopf, die gute Seele, der Dreh- und Angelpunkt der Magic Colours. Was die Magic Colours aber auch so besonders macht, ist das familiäre Miteinander und der Zusammenhalt in der Gruppe.

Diese Erfahrung macht vor kurzem Sabrina Dzhali, neuestes Mitglied in der Ober-Hörgerner „Tanzfamilie“. Als die 31-Jährige junge Frau aus Kiew sich schweren Herzens entschloss, wegen des Kriegs ihr Heimatland zu verlassen, führte ihr Weg eher zufällig nach Ober-Hörgern. Genauso zufällig fand sie sofort Anschluss bei den Magic Colours. Obwohl sie zuvor noch nicht getanzt hatte, sprang der Funke sofort über. „Sabrina hat Rhythmusgefühl, ist sehr engagiert und probiert alles“, berichtet Jäger von ihrem neuesten Schützling. Sabrina ist begeistert und mit Feuereifer dabei. Tanzen ermöglicht eine non-verbale Kommunikation, auch wenn es am Anfang mit der sprachlichen Verständigung holpert. Dank der raschen, engen Bindung an die Gruppe hat sie schnell ihre ersten Worte auf Deutsch gelernt: „Drehung und Sprung“.

Inzwischen lernt sie fleißig Deutsch und macht gute Fortschritte. Auch hier kommen Zufall und Glück der sympathischen Ukrainerin zugute. Jägers Cousin, Professor Uwe Knödler-Makino, unterrichtet Deutsch – in Japan. Über Zoom hat er Sabrina unterrichtet. Alle drei Jahre kommt er zu Besuch nach Deutschland. Kürzlich war es wieder soweit. Und er ließ es sich nicht nehmen, seine fleißige Schülerin nun auch persönlich kennenzulernen. Die Freude war auf beiden Seiten riesig.

Sie möchte in Deutschland bleiben und wieder in ihrem Beruf als Tourismus-Managerin arbeiten. Es wird sicher nicht lange dauern, bis sie soweit ist, denn Sabrina ist ehrgeizig beim Lernen und versteht schnell. Das 400-Seelen-Dorf, in dem Gemeinschaft ganz groß geschrieben wird, ist Sabrina zur zweiten Heimat geworden. Ihren ersten offiziellen Auftritt hatte Sabrina übrigens als Festdame anlässlich der 800-Jahrfeier und zum 50. Jubiläum des TFV.

„Tanz lenkt ab von den traurigen Dingen. Beim Eintauchen in eine andere Welt kann man für den Moment einmal unbekümmert sein“, sagt Jäger. Ihr ist es wichtig, den Mädels ein gutes Gefühl zu geben, hier zu sein. Die lange Zugehörigkeit vieler Mitglieder spricht für sich. Alles richtig gemacht. Auch bei Sabrina kam dieses gute Gefühl sofort an. „Ich bin sehr froh, die Gelegenheit zu haben mit den Magic Colours zu tanzen. Ich fühle mich als Teil einer großen Familie“, bringt sie es auf den Punkt.

Wer die Magic Colours live erleben will, darf sich freuen. Der nächste Auftritt mit einer Mischung aus sportlicher Höchstleistung und künstlerischer Kreativität ist im Oktober. Dann wird auch Sabrina das erste Mal mittanzen.

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