41 Jahre altes Hallendach ist marode

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41 Jahre altes Hallendach ist marode

BUZBACH. In den 1970er Jahren wurde in Butzbach die Markt- und Reithalle erbaut. Jetzt stehen größere Instandsetzungsarbeiten an.

SANIERUNG – Butzbacher Sozialausschuss informiert sich beim Reit- und Voltigierverein über Zustand

BUTZBACH (dt). Im Rahmen ihrer Sitzung am Montagabend informierten sich die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Kultur, Soziales, Bürgeranfragen und Sport vor Ort über die aktuelle Situation in und rund um die Markt- und Reithalle „Am Kastell“ im Degerfeld. Deutlich wurde, dass die 41 Jahre alte Halle in die Jahre gekommen und dringender Sanierungsbedarf vorhanden ist. Dabei geht es natürlich – wie bei allen ähnlichen Projekten – in aller erster Linie um die Finanzierung der Maßnahmen und damit – in Butzbach aktuell – auch um den zukünftigen nutzungsvertraglichen Status zwischen der Stadt und dem Reit- und Voltigierverein.      

Zwischen den Parteivertretern im Stadtparlament offenbarten sich hierzu zuletzt divergierende Ansichten. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kyra Heinrich und das ehemalige Vorstandsmitglied Sigrid Hartmann informierten die Ausschussmitglieder und verwiesen dabei auf die neuralgischen Punkte. Zentraler und vordringlichster Aspekt der vorzunehmenden Sanierung ist der Austausch des maroden Hallendachs mit seinem Holzaufbau und Löchern, durch die bei Regen Wasser eindringt. Weitere anstehende Sanierungsmaßnahmen beziehen sich auf die gesamte Haustechnik und den Sanitärbereich. Ein ursprünglich angedachter Vorschlag wird dabei schnell in der Schublade verschwinden, der Verein sieht sich finanziell außerstande, die Halle komplett in eigener Regie zu übernehmen und auf eigene Kosten zu sanieren. Grundlage einer solchen Überlegung war das Faktum, dass es derzeit und wohl auch zukünftig keine städtische Nutzung der Liegenschaft mehr gibt, die dann – mehr oder weniger – allein vom Verein genutzt wird.

Verschiedene Sanierungsmaßnahmen hat der Reitverein bereits selbst in Angriff genommen; so wurden einige Räume im Inneren und ein Teil der Toilettenanlage baulich verbessert. „Alle paar Jahre müssen wir für circa 5000 bis 7000 Euro den Boden erneuern,“ unterstrich Heinrich. Auch die Rundum-Bande werde mit Kosten von etwa 60 000 bis 80 000 Euro erneuert. Bevor diese Maßnahme in Angriff genommen würde, benötige der Verein von der Stadt „Planungssicherheit“. Aus den weiteren Ausführungen Heinrichs ging hervor, dass aktuell ein Bestand von 33 Pferden in den Stallboxen vorhanden ist, der eine tägliche Pflege und eine – individuell auf das einzelne Pferd zugeschnittene – Nahrungsversorgung erforderlich mache. Der Pferdebestand setze sich zusammen aus einerseits Vereins- und andererseits Privatpferden, wobei eine „Mischkalkulation“ vorgenommen werde, die aber nicht kostendeckend sei. Eine Pferdebox mit allen erforderlichen Versorgungsmaßnahmen für das Tier koste derzeit monatlich 350 Euro. Das Kreisveterinäramt habe ein kontrollierendes Auge auf die artgerechte Haltung der Pferde. In diesem Zusammenhang stünden auch stets die Außenanlagen mit den Paddocks, Koppeln, Ausrittmöglichkeiten und zuletzt eine Vergrößerung der Boxen im Fokus.      

Die derzeit 300 Vereinsmitglieder  leisteten viele ehrenamtliche Arbeitsdienste, um den gesamten Betrieb abzuwickeln. Der Mitgliedsbeitrag pro Jahr belaufe sich derzeit auf 60 Euro für Erwachsene und 45 Euro für Jugendliche. Ein wichtiger Schwerpunkt sei die Kinder- und Jugendarbeit; derzeit würden 120 Kinder zwischen fünf und 16 Jahren beim Voltigieren betreut, darunter Kinder aus dem Kinderheim „Waldfrieden“ und eine AG aus der Degerfeldschule. Dafür gebe es Wartelisten. Daneben nutzten auch weitere Reitsportvereine aus den übrigen Stadtteilen die Halle. 

Bürgermeister Michael Merle ergänzte, dass es darum gehe, die Gebäude und die Außenanlagen in ihrem Bestand zu sichern. Bei den Außenflächen, die sich im Weltkulturerbe der Unesco befinden, gebe es nur eng begrenzte Möglichkeiten für Eingriffe.  

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