60 Tonnen Kies für Forellen und Barben

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60 Tonnen Kies für Forellen und Barben

GAMBACH. Um Fischen wieder mehr Laichmöglichkeiten an der Wetter in Gambach zu verschaffen, setzten sich Ehrenamtliche gemeinsam ein. Foto: friederich

WETTER — Angelsportverein und Gewässerschützer schaffen mit Quarzwerken Laichplätze in Gambach

GAMBACH (pm). Am vergangen Samstag waren an der Gambacher Wetter Wathosen und Muskelkraft gefragt. Rund 60 Tonnen Kies wurden von den fleißigen Mitgliedern des Auen- und Gewässerschutz Wetterau (Auge), des Angelsportvereins Butzbach und Umgebung und den Quarzwerken Gambach verbaut. Ziel des Projekts ist es, in der Wetter selten gewordenen  Tierarten einen Lebensraum zurückzugeben. 

Die Idee dazu hatten der  Butzbacher Umweltwissenschaftler Christian Friedrich und der Vorsitzende des Auge Niklas Berting aus Friedberg. Beide engagieren sich  seit vielen Jahren für die Renaturierung von Fließgewässern und haben ihre Köpfe und Erfahrungen für dieses Projekt zusammengesteckt. 

Es geht unter anderem darum, Fischarten wie Barbe und Bachforelle Laichplätze zur Verfügung zu stellen. Derzeit können diese Tiere in der Wetter nur durch  Besatzmaßnahmen existieren. Für sie sind Kiesbänke lebenswichtig, denn  nur darin können sie laichen, also ihre Eier ablegen und sich erfolgreich  vermehren. Aber auch Insektenlarven und andere Wirbellose brauchen Kies  als Lebensraum. 

„Die Wetter ist strukturell völlig verarmt“, erklärt  Friedrich. Es fehle an Dynamik im Bachbett, die unter natürlichen Bedingungen von ganz allein für die Entstehung dieser Lebensräume sorge. Ein Grund dafür seien beispielsweise die Entnahme von umgestürzten Bäumen oder angeschwemmten Totholz, auch dort wo sie keinen Schaden für  die Anlieger bedeuten. „Solche natürlichen Abflussbarrieren verändern die Strömung kleinräumig und führen regelmäßig zur Neubildung von Kiesbänken und Kolken.“ Mindestens genauso hinderlich seien jedoch auch die vielen Querbauwerke, die die Strömung verlangsamen und den Sedimenttransport fast vollständig zum Erliegen bringen.

Wie sinnvoll die Maßnahme ist, zeigte sich schon am Folgetag. Vom Ufer  aus wurden die ersten Bachforellen beobachtet, wie sie das neue Bachbett inspizierten. „Wenn wir Glück haben, laichen hier die ersten Fische noch dieses Jahr“, so Berting. „Wir haben hier eine tolle Zusammenarbeit hinbekommen“, führt er fort. In nur sieben Wochen von der  ersten Begehung bis zur Fertigstellung mit so vielen motivierten Helfern zu kommen, sei sehr bemerkenswert. Die Liste der Beteiligten ist lang.  Angefangen mit den Quarzwerken Gambach, über den Angelsportverein Butzbach, die Untere Wasserbehörde, das Land Hessen bis hin zum Wasserverband und der Stadt Münzenberg haben alle an einem Strang  gezogen. Die Genehmigung fiel Thomas Buch von der Unteren Wasserbehörde leicht. Denn die Zusammenarbeit mit dem Auge ist an der Nidda bereits vielfach erprobt. Besonderer Dank gelte vor allem den Mitgliedern des ASV und des Auge, die ihre Freizeit für die schweißtreibende Arbeit im Bach sehr gerne geopfert haben und den Quarzwerken Gambach und ihren hilfsbereiten Mitarbeitern, ohne deren  Einsatz und Maschinenpark eine Umsetzung nur schwer machbar gewesen sei. „So macht Naturschutz Spaß“, fügte der Vorsitzende des ASV, Erik Brünig, zufrieden lächelnd hinzu. Das Ergebnis von vier Stunden Arbeit könne sich sehen lassen und motiviere für weitere Kooperationen mit Berting und  Friedrich.

Gespannt wartet man nun auf die kommenden Hochwasser, die die Arbeit am Bachbett ganz ohne menschliche Hilfe fortführen werden. Weitere Informationen finden sich unter www.auge-wetterau.de und www.asv-butzbach.de.

Foto: friederich

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