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6,6-Millionen-Euro-Projekt startet

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SPATENSTICH EVB erweitert Butzbacher Kläranlage / Kapazität wird auf 42 500 Einwohner erweitert

BUTZBACH (thg). 6,6 Millionen Euro investiert die Energie und Versorgung Butzbach (EVB) in die Erweiterung der Kläranlage in der Schorbachstraße. Damit wird die Kapazität erweitert und die Eigenstromversorgung erreicht. Gestern fand der symbolische erste Spatenstich mit Vertretern der beteiligten Institutionen und Unternehmen auf dem Gelände statt. Die Erweiterung, die in knapp zwei Jahren in Betrieb gehen soll, ist voraussichtlich nicht der letzte Schritt der Erweiterung des Arbeitsgebiets der Kläranlage. Es soll danach noch eine Halle, wenn auch nicht auf eigenem Gelände, errichtet werden, um den Klärschlamm noch weiter zu trocknen.

Die EVB übernimmt die Investition, der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Butzbach (EAB) übernimmt die Anlage als Betreiber. EVB-Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Schütz begrüßte die Teilnehmer am Spatenstich. Mehr als 50 Jahre alt ist die Kläranlage, zuletzt gab es im Jahr 2001 einen Umbau.

Neben dem kaufmännischen Betriebsleiter Sigmar Leander war der technische Betriebsleiter Thorsten Rausch dabei, der auch die Details zur Erweiterung erörterte. Durch die Errichtung eines Faulturms werde eine Verringerung der Klärschlammmenge erreicht. Es entsteht Klärgas, das zur Stromerzeugung dient, um knapp zwei Drittel des Eigenbedarfs zu decken.

Mit dem Ausbau verbunden ist die Erhöhung der Anlagenkapazität. Ist sie derzeit auf 35 000 Einwohner ausgerichtet, reicht sie nach der erfolgreichen Umstellung im Sommer 2019 für 42 500 Einwohner. Die Notwendigkeit für die Kapazitätenerweiterung liegt in der jüngsten Entwicklung in der Stadt Butzbach, dem Anschluss Rockenbergs und der geplanten Verbindung nach Oppershofen begründet. Rausch nannte den Anschluss Griedels, bezogene Baugebiete wie den Hausener Erlengrund, das Landmaschinenfabrik-Gelände und Hoch-Weisel, aber auch die geplante oder möglichen Ansiedlungen am Fischwiesenweg und Wacholderweg ebenso wie am Bahnhof und Degerfeld wie Nieder-Weisel und Ostheim.

Rausch wies auf erhöhte Anforderungen an die Klärschlammverwertung unter dem Stichwort „Phosphatrückgewinnung“ hin. Denn der Rohstoff sei knapp. Die Düngemittel-Verordnung wurde verschärft. Es bestehe die Option, dass im Wetteraukreis als Einzugsbereich für Heilquellen generell kein Klärschlamm mehr als Dünger auf die Felder ausgebracht werden könnte. Aber auch das Thema Klimaschutz sprach Rausch an beim Aspekt der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk (BHKW) durch im Faulprozess entstehendes Gas.

Gebaut werden neben dem Faulturm, der 1540 Kubikmeter fasst, ein Vorklärbecken, ein Voreindicker, ein Gasbehälter und das BHKW sowie ein Maschinenhaus. Nach der Fertigstellung der Bauten und der Rohr- und Stromleitungen dauere auch die Einstellung der Anlage in biologischer Hinsicht, also der Aspekt der wirkenden Bakterien ein paar Wochen.

Die noch bessere Trocknung des Klärschlamms könnte der nächste Schritt sein, und sie ist wirtschaftlich wichtig, weil die Entsorgung nach Gewicht erfolgt, das reduziert wird, indem der Masse Wasser entzogen wird. Im Gießener Umkreis besteht eine Interessengemeinschaft für ein Projekt zur Klärschlammverbrennung, der sich Butzbach angeschlossen habe. „Ziel ist die Entsorgungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte“, so Rausch. Dass hier und da noch die eine oder andere Million Euro aufzubringen sei, ergänzte Aufsichtsratsvorsitzender und Erster Stadtrat Manfred Schütz in Anwesenheit von Bürgermeister Michael Merle und EVB-Geschäftsführer Michael Weiß.

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