68 000 Euro für Arbeiten an Gleisen

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68 000 Euro für Arbeiten an Gleisen

BUTZBACH. Stefan John, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Wetterau, legte beim Gleisbau selbst Hand an. Die Gleisstopfmaschine kam in der Griedeler Kurve zum Einsatz.  Foto: john

Eisenbahnfreunde Wetterau haben Griedeler Kurve erneuert / Seit 2004 aktiv auf der Museumsstrecke

BAD NAUHEIM (pm). In den vergangenen Monaten haben die Eisenbahnfreunde Wetterau in die Eisenbahnstrecke der ehemaligen Butzbach-Licher Eisenbahn – BLE (heute Hessische Landesbahn – HLB) investiert. Die „Hobby-Eisenbahner“ haben dabei die üblichen Auflagen zu erfüllen, die auch für die Strecken der Bahn AG gelten. 

Die Eisenbahnfreunde begannen im Jahr 2004 mit dem Betrieb. Der nördliche Teil der BLE war noch lange für die Panzerzüge des Camps in Pohl-Göns genutzt worden, das heißt, dort wurde bis zum Schluss noch in die Infrastruktur investiert. Anders sah dies auf dem südöstlichen Teil der BLE auf der Strecke von Butzbach über Griedel nach Münzenberg oder Bad Nauheim aus. Dort fand zwar noch der Zuckerrübenverkehr statt, doch dieser kam auch zum Erliegen, nachdem die Zuckerfabrik in Friedberg geschlossen wurde Anfang der achtziger Jahre. Grundlegende Erneuerungen gab es nicht. So kommt es, dass die BLE – die von der Eisenbahnfreunden betrieben wird – noch das alte Schienenprofil „preußisch Form 6 und 8“ auf den Schwellen aufgeschraubt hat. Dies reicht zwar für alle Arten von Zügen und Belastungen, aber die Befestigung auf den Schwellen ist etwas einfacher. 

Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte 2004 den Eisenbahnfreunden die Genehmigung für die Strecken erst nach Instandsetzungen. Die 20,8 Kilometer lange Strecke von Bad Nauheim/Nord über Griedel bis nach Münzenberg oder „hoch“ bis zum Verkehrskreisel kurz vor Butzbach bestand ausschließlich aus Holzschwellen, deren Erneuerung notwendig war verbunden mit weiteren Arbeiten. 

Im September 2019 hielt in der Griedeler Kurve kurz hinter dem Bahnübergang „Münzenberger Weg“ trotz regelmäßiger Kontrollen und getroffener Vorkehrungen der Oberbau nicht mehr Stand. Die Fahrten mussten abgebrochen werden. Daraufhin wurde die Strecke dort gesperrt und die Fahrten endeten in Rockenberg, wo ein Bahnhof zum Umsetzen der Lokomotive vorhanden ist. 

Dann begannen jedoch erst die wirklichen Arbeiten der ehrenamtlich tätigen Eisenbahnfreunde. Ab Mitte Oktober begann der Austausch von zweimal 280 Schwellen. Betonschwellen wurden anstatt von Holzschwellen verwendet wegen der längeren Haltbarkeit. Eine Holzschwelle wiegt rund 80 Kilo, eine Betonschwelle hingegen 280. Insgesamt drei Monate bis Mitte Januar hat es gedauert, bis das Gleisbett abgetragen, ausgebaggert, neu verlegt und eingeschottert werden konnte. Insgesamt mussten 650 Tonnen Gleisschotter bestellt und eingebracht werden. 

Mitte Januar wurde dafür eine professionelle Gleisstopfmaschine angemietet. Dies war der finanziell aufwendigste Teil der Instandsetzung mit rund 18 000 Euro. Im Februar wurde die Richtungsweiche in Griedel erneut. Die Schienenprofile erhielten neue Holzschwellen und neuen Schotter. Diese Arbeiten wurden nun abgeschlossen, so dass die Strecke wieder durchgehend befahrbar ist von Bad Nauheim/Nord nach Münzenberg und Butzbach Ost. 

Die Arbeiten belasteten die Kasse des Vereins erheblich. Für die 650 Tonnen Gleisschotter, 560 Betonschwellen, Stopfmaschine, andere Baumaschinen und Kleinmaterial wurden rund 68 000 Euro aufgewendet. Die Arbeiten an den Gleisen der Strecke sind damit nicht abgeschlossen, denn andere, wenn auch kleinere Projekte warten bereits. 

Informationen über eine aktive Unterstützung erhalten Interessierte auf der Homepage www.ef-wetterau.de oder freitags bei einem Clubabend. Technische Vorbildung wird nicht benötigt. Auch Schwellen-Patenschaften bietet der Verein in Kürze an.

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