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Foto-Streifzug ins alte Butzbach

Foto: wolf

Ulrike von Vormann zeigt historische Bilder / Ältestes Stück stammt von 1854

BUTZBACH (pe). Der von Ulrike von Vormann gehaltene Bildervortrag „Fotografischer Streifzug durch Butzbacher Familienalben“ im Winterprogramm des Butzbacher Geschichtsvereins füllte den Saal im katholischen Pfarrzentrum komplett mit mehr als 70 Zuhörern. Die Stadtführerin und Museumsmitarbeiterin von Vormann hatte zu zwei Themen „Fotos von gestern“ ausgewählt.

Der erste Teil zeigte Fotos aus dem Album von Emmi Stein, die am Hexenplatz groß geworden ist und durch ihren Vater, den Finanzbeamten und Hobby-Fotografen Wilhelm Metzger, Fotos aus der Butzbacher Altstadt besitzt. Mit ihren Erlebnissen, die sie der Referentin erzählte, entstand ein Vortrag, der sich mit einer Epoche der Stadt befasst. So ließen die Bilder das alte Butzbach und längst vergessene Schicksale vieler Menschen wieder wach werden. Von den sorglosen Kinderspielen auf dem Hexenplatz, verbunden mit einigen Streichen, Familien-Ausflügen in die Umgebung Butzbachs, wie unter anderem zum alten Hausbergturm oder in das Wetterbad tat sich eine Welt auf, an die sich nur noch wenige erinnern können. Aber es waren auch noch viele Zuhörer dabei, die zumindest als Kinder manches miterlebt haben.

Andere Bilder zeigten beispielsweise Aktivitäten der Feuerwehrkapelle und des Männerchores, in denen Steins Vater aktiv dabei war.

Auch die Schicksale der Männer, die in beiden Kriegen „gedient“ haben, erst als junger Fähnrich 1914/18 und dann noch einmal als gestandener Familienvater im Zweiten Weltkrieg, wurden deutlich in Bildern nachgezeichnet.

Eine besondere Wertschätzung erhielt der Vortrag durch die Anwesenheit von Emmi Stein und ihrer Familie, die es sich mit ihren 95 Jahren nicht nehmen ließ, ihre Bilder in der Präsentation anzuschauen und die Erläuterungen der Referentin noch zu ergänzen.

Im zweiten Teil stand vor allem die „alte“ Butzbacher Fastnacht im Vordergrund. Beginnend mit alten Fotos aus der Familie Wendel/Tröster, das älteste Bild war von 1854 noch von dem Butzbacher Fotografen Wilhelm Burk in seinem Atelier in der Langgasse aufgenommen.  Aus weiteren Familien-Alben wurden die Kappen-Abende in Butzbacher Gaststätten gezeigt, zu der Zeit, als die Polizeistunde noch als Spaßbremse für die Nachtschwärmer galt.

Vereine, wie etwa der Vergnügungs- und Theater-Verein Frohsinn feierten in den 1950er Jahren im Jägerhaus „Waidmann“ (heute Buster’s Workshop) und dann später auch im „Deutschen Haus“. Die richtigen großen Maskenbälle bot der Butzbacher Turn-Verein mit seiner feierfreudigen Turner-Gemeinde an.

Fotos der festlich geschmückten Turnhalle ließen bei den Anwesenden fröhliche Erinnerungen wach werden. Die Bilder von der Biertheke unter der Bühne, die tanzenden, verkleideten Butzbacher, von denen manche bei dem Vortrag anwesend waren oder auch das Thekenpersonal der Wirtsfamilie Reitz rundeten diesen Beitrag ab. Als dann auch noch Fotos der „flotten Turner-Garde-Mädchen“ auf der Leinwand erschienen, wurde gewiss, dass auch einige dieser bis heute immer noch fitten Damen im Publikum saßen.

Die Referentin wurde mit sehr starkem Applaus bedacht. Wieder einmal hat von Vormann im Geschichtsverein einen außerordentlich gelungenen und hochinteressanten Vortrag gehalten. Wegen der großen Nachfrage soll der Vortrag noch einmal an anderer Stelle wiederholt werden. Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben.

Foto: wolf

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