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KINDERBETREUUNG – Kita-Situation in Butzbach: Fachpersonal fehlt / 1108 Plätze im Stadtgebiet

BUTZBACH (dt). Ausführlich und detailliert beschäftigte sich der städtische Sozialausschuss in seiner dreistündigen Sitzung am Montagabend mit der weiterhin brisanten Kindergartensituation in der Stadt Butzbach. Der zukünftige Fachdienstleiter im Fachdienst 2 „Soziales und Bildung“, Simon Lingenberg, und die Fachgebietsleiterin „Vorschulische Kinderbetreuung“, Alexandra Friedrich, informierten die lebhaft diskutierenden und nachfragenden Ausschussmitglieder über den aktuellen Sachstand zu den Kindertagesstätten. Dabei wurden der Ist-Stand und die nahe zukünftige Entwicklung beleuchtet.

Einleitend verwies Bürgermeister Michael Merle, der sich in dieser Problematik stets engagiert zeigt, auf den „Druck durch die weiter steigenden Zahlen“ bei den Anmeldungen der Eltern für einen Kindergartenplatz, sowohl im Ü3- als auch im U3-Bereich. Er skizzierte dabei einleitend den vorhandenen Zusatzbedarf an Plätzen. Wie Lingenberg detailliert in aktuellen Zahlen darlegte, würden in Butzbach derzeit 1108 Plätze in den vorhandenen 15 Kindertagesstätten vorgehalten, 70 Prozent davon durch die Stadt in ihren elf Einrichtungen und 30 Prozent durch die beiden Kirchen, die vier Einrichtungen vorhalten. Präzise hat die Stadt in ihren Kindergärten 763 Plätze, während die konfessionellen Kindergärten aktuell 345 Plätze zur Verfügen haben. Alle Kitas seien voll ausgelastet, abgesehen von den Kindergärten „Schatzkiste“ und dem Container-Kindergarten „Farbenfroh“, beide in Griedel. Es sei nach wie vor einigen Eltern – insbesondere in der Kernstadt – nicht zu vermitteln, dass ihre Kinder einen Kindergarten in Griedel besuchen sollten, den sie problemlos mit dem Bus erreichen könnten.  

Ein kaum zu lösendes Problem sei es, wie Lingenberg feststellte, geeignetes, ausgebildetes Fachpersonal zu finden. Zu diesem letzten Punkt gab es im Ausschuss eine breite Diskussion mit Beiträgen und Nachfragen von Michael Schröter (SPD), Daniel Libertus (FDP), Susan Steiner (UWG), Klaus Hübner (SPD) und Bernhard Dern (CDU). 

Bürgermeister Merle unterstrich, dass die Stadt permanent auf der Suche nach Fachkräften sei. Die Stadt Frankfurt locke Erzieherinnen mittlerweile mit einer übertariflichen Bezahlung. Ausschussmitglied Günter Botzky (SPD) regte an, eventuell minderqualifiziertes Personal einzustellen, um aus der Notsituation herauszukommen und mehr personellen Spielraum zu haben. Dem hielt Fachgebietsleiterin Friedrich entgegen, dass sie solches Personal gegenüber dem Wetteraukreis „nicht in den Personalschlüssel aufnehmen“ könne. 

Wie Lingenberg mitteilte, müsse die Stadt Lösungen für die nahe Zukunft suchen, denn ab August würden weitere 50 bis 75 Ü3-Plätze für das Kindergartenjahr 2019/20 benötigt. Dern äußerte Zweifel an den ermittelten Zahlen. Es gebe Eltern, die ihre Kinder gleichzeitig sowohl in den kirchlichen als auch in den städtischen Kindergärten anmeldeten. Es müsse eine „Rückkoppelung“ zwischen Stadt und den kirchlichen Trägern stattfinden. Merle, der auch die Arbeit der Tagesmütter lobend erwähnte, betonte, dass man die vorhandene hohe Qualität der Erziehungskräfte in der Stadt unbedingt erhalten wolle.        

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