Abbruch des Bahnhofs rückt näher

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Abbruch des Bahnhofs rückt näher

Planung Vom 6. bis 9. Juli Bauarbeiten / 165 Wohneinheiten sollen bis Mitte 2020 entstehen

Butzbach (thg). Am Wochenende 6. bis 9. Juli soll das Butzbacher Bahnhofsgebäude fallen. Den Abrissplan stellte Sven Klagge vom Investor Ten Brinke in der jüngsten Ausschusssitzung in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel vor. Jeweils rund eine halbe Million Euro kosten Kauf und Abbruch des Baus das Unternehmen. 

Voraussichtlich ab dem 23. oder 25. Juni, also zwei Wochen zuvor, soll mit Baustellen-Einrichtung, Entkernung und Teilabbruch begonnen werden. Ab Betriebsschluss am späten Freitagabend, 6. Juli, wird Gleis eins gesperrt, in der Nacht dann die Oberleitung abgeschaltet. Alles geschieht laut Klagge unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Bis zum darauffolgenden Montag, 4.00 Uhr, hat das Abbruchunternehmen dann Zeit, unter anderem auch das Vordach zu entfernen und anschließend für eine sichere Benutzung des Bahnsteigs zu sorgen. Ein „sportlicher“ Plan. 

Alle Genehmigungen liegen vor, das Abbruchkonzept wurde von der Bahn genehmigt, so Klagge. Fünf Bahngesellschaften waren an den Klärungen vorab mit zusammen 25 Mitarbeitern beteiligt. Viele Mitarbeiter würden auch für den Abbruch benötigt, für die Streckensperrung, aber auch die Abschaltung der Oberleitung. Das Thema Sicherheit sei ein sehr komplexes. 325 000 Euro seien für das Versetzen von Bahneinrichtungen zu zahlen gewesen, unter anderem für die Verlegung von Spezialkabeln. Zu einem späteren Zeitpunkt werde eine weitere Gleissperrung folgen, denn 1000 Meter Oberleitung seien noch vom Investor zu ersetzen für 60 000 Euro. 

Andreas Roll vom Büro Stadt, Land und Bahn stellte eine Machbarkeitsstudie zum Bahnhofsbereich vor. 350 Stellplätze würden benötigt, Barrierefreiheit soll hergestellt werden. Eine Anhebung der Bahnsteige und der Rückbau in der Länge sind weitere Aspekte, auch die Bahnsteigbreite sei zu gering. Die Unterführung mit dem derzeitigen Gefälle sei nicht barrierefrei und nach einschlägigen Regelungen zu schmal. 

Als Alternative oder auch Ergänzung schlägt das Büro eine Überführung vor, die Barrierefreiheit für das Erreichen aller Gleise garantiere. Sie sei transparent und einsehbar und gebe damit „soziale Sicherheit“, sei gleichzeitig als Warteraum nutzbar. Auf der Südseite des Bahnhofsgebäudes errichtet, würde sie etwa gegenüber der Supermarkt-Einfahrt auf die Kaiserstraße stoßen. 

Mit dem Bahnhof als Visitenkarte und einem Parkdeck an der Nussallee beschäftigte sich Achim Schäfer vom Planungsbüro Kubus und zeigte entsprechende Varianten. Im Gebäude könnte unter anderem das Citybüro untergebracht werden. 

Über den Stand des Bauprojekts „Wohnen am Bahnhof“ hatte zuvor Klagge berichtet. An dem Vorhaben gab es seit der früheren Vorstellung vor Kommunalpolitikern keine Änderungen. Fünf Gebäude sollen entstehen, wobei eins als Schallschutz-Riegel an der Bahnseite gelegen ist. 165 Wohneinheiten sind vorgesehen, 17 davon sind bis zu 60 Quadratmeter groß. Auf die nächste Stufe bis 70 Quadratmeter entfällt der Hauptteil mit 72 Wohnungen. Größer sind 46, die bis zu 80 Quadratmeter umfassen und weitere 30, die mehr als 80 Quadratmeter Fläche bieten. Eine Tiefgarage bietet 173 Stellplätze. 219 Plätze seien insgesamt tief- und ebenerdig vorgesehen. 

Die Baugenehmigung für den Galvanikbetrieb am neuen Standort im Industriegebiet Süd liegt laut Klagge vor. Mit der Fertigstellung und damit dem Umzug von der Weiseler Straße dorthin rechnet er für Oktober. 1,4 Millionen Euro betrügen die Baukosten, da insbesondere technische Anlagen erforderlich seien. Nach dem Umzug des Betriebs beginnt auf dessen und dem Farbenfabrik-Gelände die Sanierung dem Konzept des Regierungspräsidiums entsprechend, so Klagge. Dies soll im Spätherbst der Fall sein. Rechnet man mit zwei bis zweieinhalb Jahren Bauzeit, so wären die Wohnungen am Bahnhof Mitte 2020 bezugsfertig. 

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