Ältester Schleifmittelhersteller Europas Naxos-Diskus hat Sitz in Butzbach 

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Ältester Schleifmittelhersteller Europas Naxos-Diskus hat Sitz in Butzbach 

BUTZBACH. Der Geschäftsführer der Naxos-Diskus Schleifmittelwerke GmbH in Butzbach, Werner-von-Siemens-Straße 1,  Ernst Löffler, mit dem neuen Jubiläumslogo der Firma, die jetzt auf ein 150-jähriges Bestehen zurückblicken kann.  

1871 in Frankfurt gegründetes Unternehmen agiert weltweit und setzt stetiges Wachstum fort

BUTZBACH (pm). Niemand ahnte, dass, als 1871 die Naxos-Union als „Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels“ vom Unternehmer Julius Pfungst in Frankfurt gegründet wurde, 150 Jahre später dieselbe Firma das älteste Unternehmen in der Produktion von Schleifwerkzeugen in Europa – und eines der ältesten weltweit – sein würde. Als Naxos-Diskus Schleifmittelwerke GmbH hält das Unternehmen heute den Ruf Butzbachs als Industriestandort hoch und ist zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die ganze Region. 

Der heutige 15. Oktober ist der große Tag. Doch leider: „Wegen der nach wie vor schwierigen Corona-Situation können wir diesen Anlass nicht wie erhofft feiern. Doch werden wir das im nächsten Jahr, unter hoffentlich wieder besseren Voraussetzungen, mit gebührenden Festivitäten und Aktionen nachholen“, sagt Geschäftsführer Ernst Löffler.

Der Firmenname ist ein Hinweis auf die alleinigen Schürf- und Abbaurechte für Schmirgelsand auf der griechischen Insel Naxos, die das junge Unternehmen 1871 erworben hatte: Der Beginn einer technologischen und wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte, auf deren erste 150 Jahre man nun zurückblickt – davon nunmehr auch schon 30 Jahre in Butzbach. Der auf Naxos gewonnene Schmirgelsand wurde zu Schleifkörpern verarbeitet, die in der rasanten Industrialisierung jener Zeit unentbehrlich geworden waren. Technologisch ging es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schlag auf Schlag: die Produktion von Schleifscheiben aus synthetischem Korund, die Fertigung der ersten keramisch gebundenen Schleifscheibe mit einem gewaltigen Durchmesser von 1,5 Metern oder die Produktion der ersten kunstharzgebundenen Schleifscheiben waren Sternstunden der Unternehmensgeschichte. In den 50er Jahren wurden Diamant- und CBN-Schleifmittel für die Bearbeitung von superharten Werkstoffen wie hochlegiertem Werkzeugstahl oder Keramik zu einem bedeutenden Teil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Unternehmens.

BUTZBACH. Bei 1650 Grad werden die Schleifmittel gebrannt. Die thermische Fertigung erfolgt in der Ofenhalle von Naxos-Diskus (linkes oberes Foto) – Im Labor von Naxos-Diskus in Butzbach wird die Zusammensetzung der Materialien geprüft (oberes rechtes Foto). – In der Produktion von Honringen für Getriebe ist das Butzbacher Unternehmen Naxos-Diskus führend (unteres linkes Foto). – Äußerste Präzision liefert Naxos-Diskus unter anderem für das Doppelplanseitenschleifen (unteres rechtes Foto).

Das stetige Wachstum erforderte neuen Raum: 1987, just zu dem Zeitpunkt, als sich in der Region die Entwicklung weg von der Industrie, hin zu Handel und Dienstleistung abzuzeichnen begann, wurde der Grundstein für den Bau eines neuen Schleifmittelwerks in Butzbach gelegt. Der Umzug erfolgte 1991. Seitdem produziert Naxos-Diskus dort auf 12 000 Quadratmetern Präzisions-Schleifwerkzeuge für unterschiedlichste Anwendungen in der Automobilindustrie, im Werkzeug- und Maschinenbau und anderen verarbeitenden Branchen. 

Seit 2005 ist das Unternehmen erfolgreich in die DVS Technology Group integriert, eine familiengeführte Unternehmensgruppe im Maschinen- und Werkzeugbau unter dem Dach der Rothenberger 4XS Gruppe. Federführend bei diesem Prozess waren der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Rothenberger ebenso wie der damalige Vorstandsvorsitzende Josef Preis. „Damit konnten wir unserer Philosophie, Werkzeuge und Maschinen aus einer Hand zu bieten, verstärkt Rechnung tragen und unseren technologischen Vorsprung noch weiter ausbauen“, sagt Ernst Löffler, damals wie heute Geschäftsführer von Naxos-Diskus. „Außerdem konnten wir den seit Jahren bestehenden Investitionsstau abbauen. So haben wir die CBN- und Diamant-Fertigung neu aufgebaut, die Produktgruppe Honringe und Honräder wurde neu entwickelt und integriert, und für den Bereich des Doppelplanseitenschleifens haben wir neue Schleifkörper, sowohl superabrasive als auch konventionelle, auf den Markt gebracht.“ 

Dass sich diese Maßnahmen bezahlt gemacht haben, bestätigt Dr. Christoph Müller-Mederer, Vorstandsvorsitzender der DVS Technology Group: „Zwischen 2005 und 2018 konnten wir ein Umsatzwachstum von 7,2 Millionen auf 19,8 Millionen Euro erzielen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze bei Naxos-Diskus hat sich in diesem Zeitraum annähernd verdoppelt – von 72 auf derzeit 135.“ Ein deutliches Zeichen, dass 2005 die Weichen in die richtige Richtung gestellt wurden und das Unternehmen seitdem auch in unruhigen Zeiten – wie zuletzt während der Corona-Pandemie – stets auf sicheren Gleisen unterwegs ist.

Mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft ansässigen Schwesterunternehmen DVS Universal Grinding, einem weiteren Unternehmen der DVS Technology Group, spezialisiert auf Kombinationsmaschinen in der Hartfeinbearbeitung, besteht eine enge Kooperation, die Butzbach zu einem Zentrum modernster Schleifmitteltechnologie macht. Synergieeffekte bei Forschung, Entwicklung und Fertigung ergeben sich aber auch aus der Zusammenarbeit mit den Schwesterfirmen Präwema Antriebstechnik, Buderus Schleiftechnik und Diskus-Werke Schleiftechnik, die gleichfalls in Hessen angesiedelt sind.  

Mit seiner modernen, großzügigen und verkehrstechnisch hervorragend angebundenen Produktionsstätte – und damit auch mit dem Standort Butzbach – sieht sich Naxos-Diskus bestens gerüstet für die Zukunft und ist überzeugt, ihre Position als einer der weltweit führenden Schleifwerkzeughersteller sichern und weiter ausbauen zu können: „Von Butzbach in die ganze Welt – dieses Motto steht und hat auch weiterhin Bestand.“

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