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Aktion soll „Knoten im Kopf“ lösen

IMAGEFILM — Behindertenhilfe Wetterau dreht morgen auf dem Butzbacher Marktplatz Schlussszene

Butzbach (thg). 250 Menschen in roten und weißen T-Shirts kommen am morgigen Donnerstag um 11.00 Uhr auf dem Butzbacher Marktplatz zusammen. Sie bilden das Logo der „Behindertenhilfe Wetteraukreis“ (BHW) für das Schlussbild des Imagefilms, den das Unternehmen derzeit dreht. Per Drohnenkamera wird dann die Sprechblase mit der Aussage „Wir sind da!“ aufgenommen.
Bewusst hat die BHW „das wunderschöne historische Ambiente“ des Butzbacher Marktplatzes ausgesucht, berichtet Corina Rüb, Referentin für Unternehmenskommunikation der BHW. „Wir drehen einen Imagefilm, denn wir haben festgestellt, dass unsere Arbeit nicht so bekannt ist.“ Dafür werden an allen Standorten der BHW Szenen gedreht, um darzustellen, „was wir machen und warum wir es machen“.
So wird heute noch in der Einrichtung in der Taunusstraße in Butzbach gedreht, kündigte Rüb an. Eins der Themen ist das begleitete Einkaufen. Ein Betreuer besucht mit einem Bewohner den benachbarten Supermarkt, hilft bei der Auswahl der Lebensmittel oder auch beim Abzählen des Geldes und leistet so direkte Hilfe.
Auch zum Thema Kommunikation wird eine Sequenz aufgenommen. Darin wird gezeigt, wie ein Betreuer mit einem sprachlich behinderten Menschen per Tablet spricht.
Ferner zeigt ein Bewohner der Butzbacher Einrichtung seine „Sozialraumkarte“. Sie ist ein Hilfsmittel, um den Klienten zu ermöglichen, das zu tun, was ihnen Spaß macht. Möchte jemand beispielsweise im Chor singen oder Fußball spielen, so ist unter anderem dies auf der Karte vermerkt. „Wir gucken dann, wo er wohnt und wie wir dabei helfen können, diese Ziele zu erreichen“, so Rüb.
Die BHW hat den Imagefilm entwickelt, so Rüb, um Unternehmen zu finden, die Menschen mit Behinderungen einstellen. Ziel sei es, dass diese dann auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ Fuß fassen. „Viele Unternehmen sind dazu bereit, wissen aber gar nicht, was sie überhaupt dazu tun müssen oder was sie eben nicht tun müssen.“ Diese Bereitschaft wolle die BHW unterstützen.
So nannte Rüb denn auch einen „Knoten im Kopf“, den viele Arbeitgeber aber mithilfe der BHW lösen könnten. „Viele glauben, dass sie noch zusätzlich jemand einstellen müssen, der dem Behinderten überhaupt zeigt, was er tun soll.“ Das sei aber nicht der Fall. In der Regel absolviert der potentielle Arbeitnehmer vorab ein Praktikum im Betrieb. Ein Betreuer der BHW leitet ihn abei an. „Unsere Fachleute begleiten ihn, aber auch das Unternehmen und die Kollegen werden beraten, wir kommen regelmäßig in den Betrieb.“ Zudem sei der Beschäftigte zunächst bei der BHW angestellt und müsse nicht vom Unternehmen bezahlt werden.
Die Anstellung sei zudem für die Firmen eine Bereicherung, weiß Rüb aus Erfahrung. „Das tut dem Betriebsklima gut. Die Menschen sind fröhlich und von ihrer Arbeit begeistert. Das steckt an und wirkt sich auf das gesamte Team aus.“
Der Film präsentiert die Arbeit der BHW, ist aber auch allgemein als Beitrag zur Inklusion zu verstehen und soll allen betroffenen Menschen helfen, einen Arbeitgeber zu finden, so Rüb. Bis zur Hirzenhainer Gildemesse, die am 28. und 29. September stattfindet, soll der Imagefilm fertig sein und dort vorgeführt werden. Er soll aber auch auf der Internetseite www.bhw-wetteraukreis.de abrufbar sein. Außerdem soll er auf einschlägigen Veranstaltungen gezeigt werden. Wer morgen in Butzbach Teil des Logos werden möchte, kann dazukommen. T-Shirts werden auf dem Marktplatz ausgegeben.

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