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Alle Straßenschäden auf einen Klick

UNTERHALTUNG – Stadt Butzbach arbeitet mit Software Reparaturen ab / Zu Taunusstraße noch kein Termin

BUTZBACH (thg). Jahrelang litt die Stadt Butzbach unter einem defizitären Haushalt. In mehreren Bereichen entstand ein Investitionsstau, weil für notwendige Unterhaltungsmaßnahmen kein Geld eingeplant wurde. Das hat sich nun geändert. Zum Beispiel wird der Bereich Straßenbau in der Stadtverwaltung nun gestärkt. Zu den 150 000 Euro, die für die Beseitigung von Schäden im Haushalt stehen, kommt ein Plus von 200 000 Euro hinzu – 165 000 Euro sind dieses Jahr schon ausgegeben. Und die Bearbeitung wird effizienter. Denn alle Schäden werden digital erfasst und dokumentiert bis zur abschließenden Bearbeitung. 

Bürgermeister Michael Merle stellte zusammen mit Fachdienstleiter Otfried Herling, Bernhard Möckel und Thomas Schubbert, neben Thomas Dechert und Gerd Oehlenschläger für die Butzbacher Straßen zuständig, die Bearbeitung vor. Merle betonte, dass es darum gehe, für Sicherheit zu sorgen und Schäden in dem 180 Kilometer Straßen umfassenden Netz möglichst schnell zu reparieren sowie den Wert der Anlagen zu erhalten. Dazu seien die finanziellen Mittel erhöht, die Abteilung personell verstärkt und eine Software angeschafft worden. 

Wie die Experten berichteten, werden die Straßen, für die die Stadt zuständig ist, regelmäßig abgefahren, die Fußgängerzone wöchentlich überprüft, das Grundnetz, zu dem beispielsweise die Taunusstraße in der Kernstadt oder auch die Bahnhofstraße in Kirch-Göns gehört, alle zwei Wochen. Schäden werden erfasst, fotografisch festgehalten und klassifiziert, wobei es Schäden der Klasse null gibt, die höchste Priorität der Wiederherstellung haben. Speziell nach dem Winter ist diese Kategorie vermehrt festzustellen. Derzeit sind von den 1500 Schäden noch 14 in dieser Klasse, die noch abgearbeitet werden müssen. Eine Butzbacher Firma steht nach Ausschreibung über einen Jahresvertrag zur Verfügung, um die Arbeiten zu erledigen. 

Die Software ermöglicht es, den Stand der Bearbeitung nachzuweisen, sollte es bei einem Unfall zu der Frage kommen, ob die Stadt ihren Pflichten Genüge getan hat. Fotos zeigen die Entwicklung der Schadstellen in bestimmten Abständen. 

Ein sehr hoher Anteil der Schäden ist auf Straßenaufbrüche zurückzuführen, wenn also beispielsweise Versorgungsleitungen verlegt wurden und die Straße nicht ordnungsgemäß wiederhergestellt wurde. Eine Gewährleistungsfrist für den ausführenden Betrieb dauert in der Regel bis zu fünf Jahre. Zunächst wird die notwendige Abhilfe nach dem Augenschein festgelegt. Es kann aber auch vorkommen, gerade bei älteren Straßen, dass sich erst nach dem Öffnen der Oberfläche das ganze Ausmaß des Schadens zeigt. Dann ist darüber neu zu entscheiden. Die erfassten Mängel können in der Software auf unterschiedliche Weise abgefragt werden, unter anderem nach Stadtteilen. Mit einer Verbindung in andere digitale Komponenten ist auch der Standort eines Schlaglochs für jeden Benutzer zu lokalisieren. 

Für die mehr als 700 Kilometer Wege – 450 davon befestigt – im Stadtgebiet ist auch eine Software-Unterstützung im Aufbau. Zwei Drittel der Gemarkungen sind bereits erfasst, inklusive Schäden. Bei Feldwegen können aber andere Maßstäbe angesetzt werden, so manches Loch wird einem Schlepper nicht schaden. An der Erfassung der Wege haben die Ortslandwirte mitgewirkt, auch mit den Jagdgenossenschaften besteht ein gutes Miteinander, auch Instandsetzungen erfolgten schon aus deren Mitteln. Die Stadt ist daher optimistisch, dass im Dialog gemeinsam die weitere Unterhaltung der Wege erfolgreich ist. 

Für 27 Brücken mit einer lichten Weite von mehr als knapp 2,30 Meter ist die Stadt außerdem verantwortlich. Alle sechs Jahre werden diese Brücken überprüft. Zwei in Ebersgöns und drei in Griedel müssen in Kürze instandgesetzt werden. Zuvor ist als nächstes Projekt aber die Holzbrücke in der Spülgasse geplant. Alle Brücken müssen regelmäßig auch gereinigt werden, das hat Merle nach der Diskussion um die Brücke über die Kleeberger Straße angeordnet. Jüngst unterstützte eine externe Firma dort den Bauhof, der die Arbeiten nicht mehr leisten konnte. 

Mit den Katastern leiste die Stadt Grundlagenarbeit für die Entscheidungen der Politik, sagte Merle. Er erinnerte daran, dass Butzbach 21 Jahre lang jeweils 650 000 Euro zur Hessenkasse beitragen muss und daher auch Abstriche machen müsse. 

Auf Straßen-Erneuerungen wie in der Taunusstraße angesprochen, sagte Merle, dass das Investitionsprogramm des Haushalts diverse Maßnahmen vorsehe. Die Stadt habe nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil mitgeteilt, dass sie die Taunusstraße ins Jahr 2020 verschieben möchte unter Beibehaltung der möglichen Zuschüsse. Eine Antwort gebe es derzeit noch nicht. 

Der Magistrat beschäftigt sich auch mit der Frage der Straßenbeiträge der Anlieger bei Erneuerungen, derzeit konkret mit den wiederkehrenden Straßenbeiträgen. Damit würden sich aber auch die weiteren politischen Gremien noch beschäftigen. Seit 50 Jahren gebe es in Butzbach die Straßenbeiträge. Nun müsse nach einer grundsätzlichen Regelung gesucht werden. Die Beiträge seien hessenweit zum Thema geworden. Wie der Straßenbau finanziert wird, wenn es die Beiträge nicht gäbe, sei noch nicht beantwortet. 

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