Alte Turnhalle in Niederkleen nach Sanierung eingeweiht

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Alte Turnhalle in Niederkleen nach Sanierung eingeweiht

Niederkleen (ikr). „Es ist erstaunlich, wie viel Raum entstanden ist allein durch den Bühnenrückbau. Heute können wir den Startschuss für die Wiedernutzung der Alten Turnhalle geben“, freute sich der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch bei der offiziellen Freigabe des sanierten und modernisierten Gebäudes. Das Gebäude, Sportheim des TSV „Hüttenberg“ 1919 Niederkleen, wurde vom Verein in Eigenregie gebaut und 1936 eingeweiht. Heute ist es im Besitz der Gemeinde, die es unterhält.

Im Beisein der am Bau beteiligten Handwerker, Kommunalpolitiker, interessierter Bürger und zahlreicher Mitglieder des TSV nahm der Rathauschef die Halle nach der sechsmonatigen Sanierung in Augenschein. „Die Alte Turnhalle ist ein wichtiges Gebäude für Niederkleen und war ein großes Projekt für die Gemeinde“, sagte Reusch. Nach „längerem Vorlauf“ und kontroverser Diskussion habe die Gemeindevertretung im Sommer 2020 den Beschluss zur Sanierung gefasst. „Damit konnten wir die Turnhalle zukunftsfähig machen. Das ist sehr gelungen“, sagte Reusch. Zwei Dinge stellte er als „sehr erfreulich“ heraus: Mit insgesamt rund 247 000 Euro inklusive Nebenkosten seien die Kosten im Rahmen der Schätzung geblieben und auch der Zeitrahmen sei eingehalten worden, „das ist heutzutage nicht selbstverständlich“. Das Vorhaben wird mit Mitteln aus der Hessenkasse zur Sanierung eines gemeindeeigenen Gebäudes umgesetzt.

Reusch wünschte der Halle „viele gute Jahre und dass Niederkleen sich hier fit hält, ganz besonders die vielen Jugendgruppen“.

Auch Ortsvorsteher Tim Schröder lobte das sanierte Gebäude: „Es ist wirklich schön geworden, hell und man freut sich, wenn man hier hineinkommt.“ Es sei ein Kampf gewesen, die Sanierung in den politischen Gremien durchzusetzen. „Es hat sich gelohnt, diese attraktive Stätte zu erhalten, es passt genau.“ Die Sanierung der „Alten Turnhalle“ war nicht zuletzt wegen der Kosten in den politischen Gremien umstritten. Während die damalige Koalition aus CDU/FDP und Grünen die Sanierung befürworteten, hatten sich Bürgermeister a. D. Horst Röhrig und seine SPD für die Verlegung der sportlichen Aktivitäten ins örtliche Bürgerhaus ausgesprochen, das dafür hätte umgebaut werden müssen. Dies hätte weniger gekostet. Während der Bauphase konnten die Sportler das Bürgerhaus Niederkleen als Ausweichquartier nutzen, soweit die Pandemie dies zuließ, es kam dabei aber immer wieder zu Terminüberschneidungen und dadurch zu Nutzungskonflikten.

Architekt Thomas Jungherr dankte wie schon seine Vorredner allen an der Sanierung Beteiligten. Er erläuterte die Maßnahmen: Die alte Bühne, die bisher als Lagerraum für die Turngeräte genutzt wurde, wurde auf das gleiche Bodenniveau der Turnhalle abgesenkt. Dafür wurde die Betondecke der Bühne abgebrochen und circa einen Meter tiefer neu errichtet. Die Räume unter der Bühne hatten schon in der Vergangenheit keine Nutzung mehr und waren daher entbehrlich. In dem Zuge konnten auch Schäden an der Unterkonstruktion des Hallenbodens in dem Bereich saniert werden, der vorher durch die Bühne unzugänglich war. Der jetzt ebenengleiche Boden der alten Bühne hat einen hochwertigen Sportboden erhalten, so dass hier Lagermöglichkeiten entstanden und auch die Erweiterung des Sportbetriebs möglich ist. 

Im Außenbereich wurden Schäden an der vorhandenen äußeren Fachwerkstruktur instandgesetzt und die Gefache in Teilbereichen neu verputzt sowie die Fassade komplett neu gestrichen. Auch der Sockel wurde ausgebessert und komplett neu verputzt. Er wird in Kürze noch gestrichen. 

Die Hallenbeleuchtung wurde erneuert, dabei wurden die alten Leuchten durch energiesparende und ballwurfsichere LED-Leuchten ersetzt. Der alte Dielenboden der Halle wurde geschliffen, aufgearbeitet und mit schadstofffreien Ölen neu behandelt. Auch die Außentüren wurden aufgearbeitet und wieder instandgesetzt. Die Baumaßnahme wurde als Bauabschnitt 1 bezeichnet, eine weitere Sanierung steht aber erst einmal nicht zur Debatte.

Jürgen Klein, Vorsitzender des TSV Niederkleen, betonte, dass die Vereinsmitglieder jetzt „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis der Sanierung seien. „Diese Turnhalle reicht uns vollkommen aus, es ist auch von außen wieder ein sehr schöner Anblick. Jetzt müssen wir die Halle mit Leben füllen, erst kommen die Gerätschaften wieder hinein, dann die Sportler, ganz besonders die Kinder und Jugendlichen“, kündigte er an. Klein hatte sich im Zuge der politischen Beratungen zur Zukunft des Gebäudes, das für die Niederkleener seit Jahrzehnten auch eine emotionale Bedeutung hat, immer wieder für eine Sanierung stark gemacht. 

Früher hatte die Halle Mehrzweckfunktion, hier wurden Hochzeiten, Fasching und andere Feste gefeiert, auch Sitzungen wurden abgehalten und natürlich viel Sport getrieben. Der Sport ist bis heute geblieben: „Die Halle ist sehr gut ausgelastet, auch viele Kinderturngruppen sind hier aktiv“, betonte Klein. Er erzählte auch, dass Bürgermeister Heinz Ulm seinerzeit den Niederkleenern eine Mehrzweckhalle auf dem gegenüberliegenden Festplatzgelände versprochen habe, „das habe ich noch schriftlich, es ist aber nie umgesetzt worden“, erinnerte er.

NIEDERKLEEN. Bei der offiziellen Freigabe der sanierten Alten Turnhalle in Niederkleen: Bürgermeister Marius Reusch (r.) mit Handwerkern und Architekt. Foto: ikr

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