Altlasten im Bau und im Boden machen bei Druckerei-Abriss Arbeit 

Die Streiche des Barons von Bouchenröder
18. März 2023
Silke Esposito weiß, wie Betrüger vorgehen und warnt Senioren 
18. März 2023

Altlasten im Bau und im Boden machen bei Druckerei-Abriss Arbeit 

BUTZBACH. Die ehemalige Druckerei Lembeck im Butzbacher Küchengartenweg ist Eigentum der Stadt. Die Freifläche vor der Stadtmauer, im Hintergrund die Markuskirche, wird auf Altlasten untersucht.

Liegenschaft der Stadt im Küchengartenweg soll in diesem Jahr weichen / „Keine Gefahr für Stadtmauer“

BUTZBACH (thg). Der Abriss der ehemaligen Druckerei Lembeck im Küchengartenweg in Butzbach lässt auf sich warten. Denn das Thema Altlasten beschäftigt den Eigentümer, die Stadt Butzbach, wie Bürgermeister Michael Merle und Dirk Schlösser vom Bauamt berichten. Dabei geht es nicht nur um den Boden und Verunreinigungen als Rückstände der früher dort angesiedelten Gerberei. Auch in der Bausubstanz könnten gesundheitsgefährdende Stoffe stecken. Auch Schimmel ist ein Thema.
„Der Abrissantrag läuft“, sagte Merle. Aber bis die Bagger rollen, dauere es noch. Der Grünschnitt auf dem Gelände vor der Butzbacher Stadtmauer sei bereits erledigt. Kürzlich fand eine Begehung von Stadt und Bauexperten statt.
„Das ist eine relativ kleine Liegenschaft, sie hat aber auch ihre Tücken“, so Merle. Schlösser erläuterte, dass im Innenbereich Schimmel festzustellen sei. Ferner zeige sich dort beispielsweise schon an den Türfüllungen, dass dort belastetes Material vorhanden ist, das heutzutage so nicht mehr verwendet werden dürfe. „Wir werden viele verschiedene Container benötigen.“ Der Rückbau und Abriss müsse bezogen auf den Arbeitsschutz professionell begleitet werden. Es handele sich um eine eklige Baustelle. Zunächst würden Türen und andere leicht ausbaubare Teile wie Zwischenwände entfernt, bevor dann der Abriss folgt. Das Gebäude ist weitestgehend geräumt, nur einzelne restliche Kisten des ehemaligen Mieters der Butzbacher Wohnungsgesellschaft seien noch abzuholen.
Bezüglich der Statik hatte es zunächst Bedenken gegeben. Denn eine Mauer der Druckerei liegt auf der einen Seite sehr dicht am Küchengartenweg und auf der anderen Seite nah an der Stadtmauer. Dort befinden sich auch Keller. So stellte sich die Frage, ob die Abrissarbeiten Folgen für Straße und Mauer haben könnten. Wie Schlösser erläuterte, ist der erste Keller nur etwa 1,50 Meter tief. Zum Tiefkeller gebe es einen Versprung, was die Situation entschärfe. Der Abbruch führe nicht zu Schäden außerhalb des Gebäudes.
Die Druckerei steht genau auf dem ehemaligen Stadtgraben. Dies lasse sich am Geländeprofil auch erkennen, wie Schlösser sagte. Mit archäologischen Untersuchungen sei voraussichtlich nicht zu rechnen.

Beim Bau der Keller sei offenbar auch nicht auf historisches Material geachtet worden. Und auch die Rückstände der Gerberei sind mutmaßlich damit zumindest unter dem Gebäude bereits entfernt worden. Diese Altlasten betreffen damit wahrscheinlich eher den freien, unbebauten Geländeteil in Richtung Schlossgelände.
Damit ist eine Bestandsaufnahme erfolgt. Unter anderem wird derzeit das Leistungsverzeichnis für den Abriss, den ein Fachunternehmen übernehmen muss, erstellt. „Wir müssen Fahrt aufnehmen“, so die Vertreter der Stadt.
Wie Bürgermeister Merle sagte, müsse auch das Konzept für die weitere Nutzung der Fläche erstellt werden. Dies solle ebenfalls schnell gehen, damit dann auch für eventuelle Vorhaben Fördermittel beantragt werden könnten. In welche Richtung die künftige Nutzung gehen soll, ließ er offen.
Schon im Dezember hatte Merle nach dem Ankauf der Liegenschaft von der BWG gesagt, die städtebaulichen Fragen seien im Lauf des Jahres parallel zum Abbruch zu beraten (die BZ berichtete). Die Stadtmauer „komplett freizustellen“ wäre ein Gewinn für die Stadt. Für die geschädigte und in Teilen seit bereits etwa zehn Jahren abgestützte Stadtmauer sei ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. In ein städtebauliches Konzept könnte das historische Gesamtensemble auch mit Markuskirche und Hexenplatz bis hin zur Michaeliskapelle in den Blick genommen werden, so Merle seinerzeit. Auch die Zukunft des sanierungsbedürftigen Parkdecks Marktplatz soll in die Überlegungen einbezogen werden.

 

Der Beitrag verfällt zur festgelegten VERFALLSZEIT am VERFALLSDATUM.

Comments are closed.