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BUTZBACH. Das Foto zeigt den CDU-Kernstadtvorsitzenden Toni Huber (r.) zusammen mit Landrat Jan Weckler (2.v.r.) und den Unternehmern beim ersten CDU-Unternehmerstammtisch. Foto: ruppel

UNTERNEHMERSTAMMTISCH – Kernstadt-CDU hatte Landrat Jan Weckler zur Diskussion zu Gast

BUTZBACH (pe). „In regelmäßiger Reihenfolge möchte die CDU Kernstadt einen Unternehmerstammtisch abhalten, gespickt mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gewerbe.“ So eröffnete am Donnerstag der Vorsitzende der CDU Kernstadt Toni Huber den ersten Unternehmerstammtisch. Unternehmer aus der Region waren der Einladung in ein Butzbacher Restaurant gefolgt. 

Als besonderen Gast begrüßte Huber den Landrat des Wetteraukreises, Jan Weckler. Er beschrieb zunächst die Aufgaben des Landrats, die Herausforderungen und Zuständigkeiten. Die Kreisverwaltung, an dessen Spitze er stehe, sei zum Teil eine dem Land nachgeordnete Behörde und übernehme viele Aufgaben, die das Land an die Landkreise abgegeben habe. Dazu zählten nicht nur Themen im Sozialbereich, des Denkmalschutzes, der Bauaufsicht und des Naturschutzes, sondern auch der Sicherheit und des Katastrophenschutzes bis hin zur Gebäudewirtschaft und dem Betrieb der Schulen. Er selbst, so Weckler, habe sein besonderes Augenmerk auf die Gebäudewirtschaft im Umfeld um die Schulen gelegt, auch weil er als ehemaliger Lehrer hier breites Wissen aufzuweisen habe. 

Der Wetteraukreis sei in den letzten Jahren der am schnellsten wachsende Flächenkreis und nach dem Main-Kinzig-Kreis und dem Offenbacher Landkreis der einwohnermäßig stärkste Kreis in Hessen. Diesem Zuwachs müsse auch im Hinblick auf die Infrastruktur, auf den Nachweis von ausreichend Schulen, Rechnung getragen werden. So entstünde in Butzbach die größte, zusammenhängende Grundschule im Kreis mit 500 bis 600 Schülerinnen und Schüler. 

Auf Fragen aus der Runde der Unternehmer ging Weckler ein und bot bei Thmen, die den Kreis beträfen, direkte Hilfe an. Aus dem Kreis der Unternehmerinnen und Unternehmer wurden mehrfach Beschwerden über die nicht mehr zu bewältigende Arbeit bei der Bewerbung um öffentliche Aufträge laut. Dafür hatte der Landrat Verständnis und beklagte auch, dass diese Vorschriften, die teilweise aus EU-Recht oder nationalem Recht geboren seien, auch die örtlichen Kommunalverwaltungen überlasteten. Man versuche schon immer, mit dem Ausschreiben kleiner Losgrößen den administrativen Aufwand für die Unternehmen zu begrenzen, aber die Renovierung zum Beispiel eines Gebäudedaches sei eben nicht in kleinere Losgrößen sinnvoll aufzuteilen, erläuterte der Landrat. „Wir haben das Problem, dass in der Vergangenheit es zu extremen Bevorzugungen bei der Auftragsvergabe öffentlicher Aufträge gekommen ist, was dazu führte, dass sich die Juristen Gedanken machen mussten, wie solcher Missbrauch einzudämmen ist. Das Ergebnis kennen Sie alle – wegen weniger Extremfälle leiden nun alle“. 

Aus dem Kreis der Unternehmer wurde auch beklagt, wie schwer es geworden sei, ausreichend Fachkräfte zu bekommen. „Das Handwerk ist blank“, meinte ein Handwerksmeister in die Runde. Weckler entgegnete dem, dass auch die öffentliche Verwaltung erhebliche Probleme habe, ausreichend qualifiziertes Personal zu bekommen und dass die öffentliche Hand hier in Teilbereichen auch mit den Unternehmen unmittelbar konkurriere: „Keine schöne Situation für die Arbeitgeber“, so der Landrat. Allgemein wurde die Veranstaltung als gutes Forum für Gespräche empfunden und man freue sich schon auf den nächsten Stammtisch, der, so der Kernstadtvorsitzende Huber, alle drei Monate stattfinden solle.

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