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,,Angela Merkel ist Wahlsiegerin“

BUNDESTAGSWAHL Stimmen aus der Butzbacher Politik/ „Nicht auf Thema AfD fokussieren“

BUTZBACH (thg). Es war keine ganz so lange Wahlnacht wie vor vier Jahren, als parallel zur Bundestagswahl auch über die neue Zusammensetzung des Landtags in Wiesbaden abgestimmt wurde. Dennoch sorgte das Wahlergebnis gestern für längere Diskussionen und Überlegungen. Auch in den Parteien, die in der Butzbacher Stadtverordnetenversammlung vertreten sind, gab es erste Analysen.

CDU-Ortsverbandsvorsitzender Stefan Euler: Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Es zeigt sich deutlich, dass die Regierungsarbeit kritisch gesehen wurde, besonders was die Themen Zuwanderung und innere Sicherheit betrifft. Das ist deutlich zu spüren. Das Ergebnis in Butzbach liegt etwa im Bundestrend. Wichtig war es für uns, dass Oswin Veith wieder vier Jahre Abgeordneter der Wetterau in Berlin wird.

Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU): Das ist nicht das Ergebnis, von dem wir geträumt haben. Aber es hatte sich abgezeichnet. Nun ist noch eine Partei mehr im Spek-trum. Es gilt, andere Fragen im Hinblick auf die Zukunft zu stellen. Das Direktmandat in der Wetterau geht an die CDU. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die Union mit weitem Abstand die stärkste Partei und Angela Merkel die Wahlsiegerin ist.

Stadtverordnetenvorsteher Dr. Matthias Görlach (SPD): Das Ergebnis der SPD ist verheerend. Für mich ist der Gang in die Opposition konsequent. Es ist auch klar, dass es zu kurz greift, das Thema nur auf die AfD zu fokussieren. Offensichtlich ist es den anderen Parteien nicht gelungen, die Wählerschaft bei den Themen, die die Menschen bewegen, abzuholen. Unter anderem sind es Menschen, die nicht im Geld schwimmen, die den Eindruck haben, dass sie nicht gut vertreten wurden. Bürgermeister Michael Merle (SPD) bestätigte die Einschätzung Görlachs.

FDP-Ortsvorsitzender Oliver Löhr: Ich bin hochzufrieden mit dem Wahlergebnis, gerade wenn man bedenkt, von wo wir hergekommen sind mit dem Wahlergebnis vor vier Jahren. Jetzt geht es in Verhandlungen. Ich finde es schwierig, wenn man wie die SPD anfängt, schon am Wahlabend Dinge auszuschließen. Es liegt an den etablierten Parteien, sich zusammenzusetzen angesichts des Ergebnisses der AfD. Die FDP hat im Vorfeld klare Kriterien festgelegt, mit denen sie in die Gespräche geht.

Grünen-Ortsverbandsvorsitzende Jutta Schneider: Ich freue mich, dass das Ergebnis der Grünen in Butzbach auch im Bundestrend und damit das tatsächliche Ergebnis noch über der Prognose liegt. Ich finde es erschreckend, wie gut die AfD abgeschnitten hat. Jetzt muss man sehen, wie man damit umgeht. Denn ich sehe bei der Partei kein wirkliches Programm, sondern nur Hetze. Und es gibt viele, die sie nur aus Protest gewählt haben. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Gespräche in Berlin entwickeln.

UWG-Vorsitzender Thomas Gerum: Das Ergebnis hat sich ja abgezeichnet. Interessant war es für mich, dass die SPD gleich gesagt hat, dass sie in die Opposition geht. Zwölf Prozent für die AfD ist eine ganze Menge Stimmenanteil. Dieses Ergebnis ist erschreckend. Das sollte den Parteien zu denken geben, denn sie lebt von den Fehlern der anderen Parteien. Ich bin gespannt, was weiter passiert. Die Bürger haben gewählt, die Parteien müssen damit nun umgehen und eine Regierung bilden.

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