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Auch Trauungen sind möglich

Foto: elsass

STRAUSSENWIRTSCHAFTEN – Gut besuchter Birkenhof in Fauerbach war einst ein Schweinestall

FAUERBACH v.d.H (pdw). Straußwirtschaften und Hofcafés sind gastronomische Betriebe, die saisonal geöffnet haben und eigene Produkte vermarkten. Sie gehören zur Region, erklären Landrat Jan Weckler und Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther. Der Birkenhof in Butzbach-Fauerbach ist keine Straußwirtschaft im eigentlichen Sinne. „Wir verstehen uns mehr als Bauernhofcafé mit Restaurant, allerdings mit beschränkten Öffnungszeiten“, sagt Fabian Haub, der zusammen mit seiner Frau Tanja vor sieben Jahren aus einem Schweinestall ein richtig schönes Bauernhofcafé gemacht hat.

Tanja Haub kommt aus einer alten Bauernfamilie. Schon der Urgroßvater betrieb in Fauerbach Landwirtschaft. Der 60 Hektar große Bauernhof, der heute noch von den Eltern von Tanja Haub und ihrem Schwager Michael Jung betrieben wird, hätte früher als groß gegolten, heute zählt er zu den kleineren Betrieben. 

Allein mit Landwirtschaft kann man wirtschaftlich kaum bestehen. Deshalb hat man sich auf dem Birkenhof schon früh weitere Standbeine gesucht. Eine Suppenküche und die Direktvermarktung zählten schon etwas länger dazu. Während die Direktvermarktung zurückging, hat das kulinarische Angebot in den letzten Jahren zugenommen, vor allem seit der Einrichtung des Bauernhofcafés im ehemaligen Schweinestall.

Die Ursprungsidee, ein Bauernhofcafé auf dem eigenen Hof einzurichten, hatten Tanjas Eltern, Jürgen und Siglinde Becker, schon Jahre zuvor. Doch erst mit der Aufgabe der Schweinezucht entschieden sie gemeinsam, den nun leer stehenden Schweinestall in ein „Bauernhofcafé“ umzubauen.

Seit zehn Jahren ist der „Kochtag“ an Donnerstagen ein fester Bestandteil des Birkenhofs. Die „Suppenküche“, die donnerstags ihre Vorbereitungen für die Wochenmärkte trifft, öffnet an diesem Tag als Imbiss von 11.00 bis 14.00 Uhr. Hier bietet Michaela Jung, Tanjas Schwester, Suppen, aber auch Hackbraten, Schnitzel und Pommes zum Mitnehmen an. 

Parallel dazu ist das Bauernhofcafé geöffnet. Beginnend mit dem Mittagstisch, von 11:30 bis 14 Uhr, kann man hier aus einer Speisekarte mit einem etwas breiteren Angebot wählen. Zusätzlich gibt es wechselnde saisonale Gerichte wie Tafelspitz oder Spießbraten. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen und ab 17 bis 21 Uhr bietet die Küche noch eine warme Abendkarte an.

Die Öffnungszeiten sind donnerstags von 11.30 bis 21.00 Uhr, freitags und sonntags gibt es zwischen 14 und 18 Uhr Kaffee und Kuchen, samstags ist das Restaurant nur für Feiern und Gruppenevents geöffnet. Aber auf Anfrage ist auch jeder andere Tag möglich.

Strategisch ist der Birkenhof besonders für Fahrradfahrer bestens geeignet. Direkt am hessischen Fernradweg R6 und an der Keltenroute Nord gelegen, ist insbesondere an sommerlichen Sonntagen die Zahl der Fahrräder kaum zu übersehen. Ansonsten kommen viele Stammgäste aus den Butzbacher Stadtteilen, aus Ober-Mörlen, Bad Nauheim und Friedberg.

Fleisch wird seit der Aufgabe der Schweinemast auf dem Birkenhof nicht mehr produziert. Auf den rund 60 Hektar wächst überwiegend Getreide. Das dritte Standbein des Birkenhofs sind die Wochenmärkte. In Bad Nauheim gibt es freitags nur die Suppenspezialitäten, in Butzbach hingegen wird zudem noch Wurst und Fleisch auf dem Markt verkauft.

Ein Schwerpunkt neben der offenen Gastronomie sind viele Familienfeiern an Samstagen, aber auch unter der Woche. Auch die Zahl von Trauungen nimmt zu. Das Ambiente ist schön um sich unter freiem Himmel das Jawort zu geben.

Fabian Haub ist eigentlich gelernter Maschinenbautechniker, aber zum Kochen hat er ein Naturtalent, bestätigt seine Frau, die sich gut an die Feuerprobe erinnert, als bei einer Hochzeit der Koch kurzfristig absagte und Ehemann Fabian ranmusste. 

Mittlerweile ist er uneingeschränkter Chef in der Küche, während Tanja Haub für Vorbereitung, Service und die liebevolle Dekoration zuständig ist. „Am meisten Spaß macht mir der Umgang mit den Gästen. Die positive Rückmeldung beflügelt.“ 

Ganz allein schaffen die Haubs das Bauernhofcafé allerdings nicht mehr. Rund 20 junge Leute werden regelmäßig als Aushilfen engagiert, vor allem zum „Sommerfeeling“ im August, einem Open-Air-Konzert, bei dem unlängst der Gitarrist der Glam-Rock-Legende Sweet gastierte.

Informationen zu Straußwirtschaften in der Wetterau gibt es im Internet unter: direktvermarkter.wetterau.de, zum Birkenhof unter: www.becker-birkenhof.de.

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