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PROJEKTE – Abriss und Neubau geplant / Containerlösung in Griedel / Generalsanierung in Ostheim

BUTZBACH (thg). Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Butzbach steigt, das ist spätestens seit der Vorstellung einer Prognose des Instituts für Regionalentwicklung Ende vorigen Jahres klar. Ebenso klar ist, dass die zusätzlich notwendigen Plätze nicht in bestehenden Einrichtungen allein geschaffen werden können, was Um- und Ausbau ebenso notwendig macht wie Neubau. Klarer ist seit der Sitzung des Bau- und des Sozialausschusses am Dienstagabend im Bürgerhaus Butzbach, dass in Containern in Griedel ab etwa Oktober jeweils drei Gruppen für Kinder unter (U3) und Kinder über (Ü3) Jahre geschaffen werden sollen. 

Aktuell stehen in den städtischen Einrichtungen 90 U3- und 115 Ü3-Plätze zur Verfügung. Aufgrund der schriftlichen Anmeldungen für Betreuungsplätze berichtete Beate Lüders vom zuständigen Sozialfachdienst, dass 2018/19 dann 209 U3- und 214 Ü3-Plätze zur Verfügung stehen müssten. Für die Betreuung des Bedarfs müssten zudem 14 Vollzeitkräfte eingestellt werden. Dabei wies Bürgermeister Michael Merle erneut darauf hin, dass es schwierig sei, entsprechendes Personal zu finden. 

Geschäftsführer Alexander Kartmann von der Butzbacher Wohnungsgesellschaft und Can Sinemli von der städtischen Gebäudewirtschaft hatten die geplanten Projekte und Prüfungen für die Sitzung aufbereitet. Die Containerlösung in Griedel auf einem Teil des Spiel- und Bolzplatzes an der Weiherstraße sei die schnellste, so Kartmann. Verschiedene Standorte seien zuvor betrachtet worden. Die Stadt habe die Genehmigung für zwei Jahre Containerbetrieb, der voraussichtlich Anfang Oktober beginnen kann. Die Container sollen angemietet werden, die Monatsmiete beläuft sich auf 12 585 Euro zuzüglich 803 Euro für Fingerklemmschutz. Einmalkosten unter anderem für die Aufstellung betragen 55 335 Euro, hinzu kommt die Erschließung des Geländes. „Alle Standards, die vom Kreis gefordert werden, werden eingehalten“, sagte Kartmann hinsichtlich Raumprogramm und Ausstattung. 

Für den Neubau am Lustgarten in der Kernstadt, der 2,7 Millionen Euro kostet, sind jeweils zwei Betreuungsgruppen der Altersstufen vorgesehen. Das Projekt hat auch ein Obergeschoss und ist so geplant, dass auch eine andere Nutzung möglich ist, falls der Platzbedarf wieder sinkt. Mit der Fertigstellung ist im ersten Quartal 2020 zu rechnen. 

Der Ostheimer Kindergarten wird generalsaniert. 1,4 Millionen Euro sind im Haushalt dafür bereits vorgesehen. Für die zwei plus zwei Gruppen werde das Gebäude „quasi entkernt“, falls nötig kann der Neubauteil auch aufgestockt werden. Dies ist aber derzeit noch nicht geplant. Als Bewegungsraum soll das Dorfgemeinschaftshaus Ostheim genutzt werden. „Wir wissen nicht, ob es auf Dauer zwei Ü3-Gruppen geben wird“, sagte der Bürgermeister. 

Auf dem Gelände des früheren Discounters an der Elsa-Brandström-Straße in der Kernstadt wird nach dem Abriss nun doch eine Kindertagesstätte entstehen. Vier Gruppen für U3- und zwei für Ü3-Kinder sind geplant. Der 3,7-Millionen-Euro-Bau soll ebenfalls aufstockbar sein, dann könnten weitere zwei Ü3-Gruppen entstehen. Das Grundstück befindet sich bereits im Eigentum der Stadt. 

Laut Kartmann wurde auch eine Erweiterung des Griedeler Kindergartens geprüft. Diese müssten „nach oben gehen“, um eine weitere Gruppe einzurichten, eine Million Euro stehen als Kosten im Raum. Der Bürgermeister sagte, dass sich der Magistrat gerade erstmals mit dem Thema befasst habe. „Es ist noch nichts entschieden. Wir prüfen in alle Richtungen.“

In Ebersgöns könnte eine dauerhafte Gruppe im Haus Siloah der evangelischen Kirchengemeinde eingerichtet werden. Dann würde nicht in das bisherige Kindergartengebäude eingegriffen, was mehr Optionen für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses eröffne. Wie Merle sagte, würden aber noch mit Ortsbeirat und Kirche Gespräche darüber geführt. 

Darüber hinaus sagte Merle, die Stadt sei auch mit Sozialdienstleistern im Gespräch für eine Kindergarten-Trägerschaft, etwa mit der Awo im Degerfeld, aber auch mit der Kirche, die Kindergärten im Dekanat in einer Trägergesellschaft zusammenführt. Auch mit den Grundstückseigentümern der Mischfläche der ehemaligen Landmaschinenfabrik und des ehemaligen Bauzen-
trums in der Kernstadt würden Gespräche über die Flächen für Neubauten geführt. Planungen gebe es noch nicht. Da eine Bedarfslücke abzusehen ist, müssten wohl weitere Provisorien geprüft werden. 

In der Diskussion wurde klar, dass die Einführung der Gebührenbefreiung zum neuen Kindergartenjahr die Stadt laut Merle 150 000 Euro kosten werde. Zudem könnten nicht immer alle Kinder wohnortnahe Plätze erhalten. Der Waldkindergarten soll in Hausen-Oes zum 15. Mai starten, wenn die Anwälte wichtige Vertragsdetails geklärt hätten. 

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