Auf Zug springen, aus Fenster schießen

Euler droht mit Kommunalaufsicht
20. März 2019
Burgweg-Bedenken, Interesse an TuS
20. März 2019

Auf Zug springen, aus Fenster schießen

KIRCH-GÖNS. Timo Nern ist morgen Abend in „Alarm für Cobra 11“ zu sehen. Selbst vor kleinen Stunts schreckt er am Set nicht zurück. Text + Foto: win

SCHAUSPIELER — Kirch-Gönser Timo Nern ist morgen Abend in „Alarm für Cobra 11“ im Fernsehen

KIRCH-GÖNS (win). Einmal im Fernsehen eine Rolle spielen und vielleicht groß rauskommen. Davon träumen viele. Für Timo Nern aus Kirch-Göns scheint sich dieser Traum tatsächlich zu erfüllen. Regelmäßig zu sehen ist er in der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ mit Erdogan Atalay alias Kommissar Semir Gerkhan und seinem Partner, dem Wiesbadener Daniel Rösner alias Kommissar Paul Renner. Die neue Staffel läuft gerade an. Am morgigen Donnerstag um 20.15 Uhr in der Folge „Endstation“ spielt Nern einen Söldner – und lässt es mächtig krachen. An sieben Drehtagen stand er dabei mit seinen prominenten Kollegen vor der Kamera.

Seine „Filmkarriere“ begann mit einem Auftritt als Komparse in der Lindenstraße. Auch im Tatort – „Es lebe der Tod“ mit Ulrich Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot – und in den Taunuskrimis von Nele Neuhaus war er schon zu sehen. Erst seit März 2015 ist der 39-jährige Familienvater im Schauspielgeschäft. Seine Familie steht dabei voll und ganz hinter ihm. Sie ist manchmal sogar beim Casting und natürlich auch bei den Filmpremieren dabei. Seit seinem ersten Dreh zu „Alarm für Cobra 11“, wo er als „Edel-Komparse“ gebucht war und  am Set kurzerhand für die Rolle des Bodyguards engagiert wurde, ist er als Kleindarsteller sehr gefragt. 

Sein 11-jähriger Sohn ist mächtig stolz auf seinen Papa. Inzwischen überzeugt er in zahlreichen Sprech- und Spielrollen. Neben der darstellenden Kunst ist für die Sprechrollen auch ein gutes Gedächtnis gefragt. Denn es wird direkt gedreht, da muss der Text auf Anhieb sitzen. Nern nimmt das ernst und bleibt dabei doch locker: „Ich geh hin und mach mein Ding.“ Großen Spaß gemacht hat ihm der Teaser zum Kinofilm Eneme von Regisseur Jakob Gisik, der im vergangenen Jahr in die Kinos kam. International hat er bei dem Projekt „La Gran Promesa“ – ein Familiendrama, das in Frankfurt spielt, mitgewirkt. Aber nicht nur in Fernsehfilmen ist er präsent. Auch bei Luke Mockridge in „Luke, die Woche und ich“ und beim „Trödel-Duell“ war er schon zu sehen. 

Meistens Bösewicht 

Offensichtlich erfüllt der Kirch- Gönser optisch das Klischee des Bösewichts, denn häufig spielt er einen Gangster oder Killer. Dabei ist der gelernte Altenpflegehelfer ein durch und durch netter Kerl.

Aber auch vor kleinen Stunts schreckt er nicht zurück und springt mal eben auf einen fahrenden Zug auf oder hängt sich mit einem Maschinengewehr ballernd während einer wilden Verfolgungsjagd aus dem Beifahrerfenster eines rasenden Autos. Dafür müsse man körperlich fit und gesund sein, bestätigt der Kirch-Gönser, der sich in seiner Freizeit mit Kraftsport fit hält und beim TV Kirch-Göns Tischtennis spielt.

Wie man sich filmreif prügelt, musste er in einer extra „Ausbildung“ erst lernen. Hin und wieder kommt es vor, dass man was abbekommt. „Das muss man abkönnen“, lacht er in Erinnerung an den einen oder anderen Kinnhaken oder Rempler.

Nern freut sich über seinen Erfolg, sich vom Komparsen zum Kleindarsteller mit Sprech- und Spielrollen weiterentwickelt zu haben. Doch der Erfolg steigt ihm nicht zu Kopf. Er ist ein bodenständiger Typ. Und so drückt er seit zwei Jahren noch einmal die Schulbank, um seine Ausbildung zu erweitern und im Herbst das Examen zur Fachkraft Altenpflege abzulegen. Doch auch dann ist mit dem Lernen längst noch nicht Schluss, denn er hat geplant, sich zur Pflegedienstleitung weiterzubilden.

Comments are closed.