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Aus 23 sollen drei Pfarreien werden

BUTZBACH. Sehr gut besucht war die erste Gemeindeversammlung in St. Gottfried zum Pastoralen Weg.  Text + Foto: kip

GEMEINDEVERSAMMLUNG – Erste Informationen in St. Gottfried über „Pastoralen Weg“ in der Wetterau

BUTZBACH (kip). Zu einer Gemeindeversammlung zum „Pastoralen Weg“ im Bistum Mainz und in der Wetterau hatte die Gemeinde St. Gottfried eingeladen. Wer nur allgemeine Erklärungen erwartete, wurde überrascht. Gemeinde und Bistum stehen aktuell vor der Frage, ob die St.-Elisabeth-Kapelle in Wiesental, die durch einen Rußschaden zurzeit unbenutzbar ist, bereits jetzt endgültig geschlossen wird (siehe weiteren Bericht). 

Über 70 Teilnehmer waren zu der Veranstaltung gekommen, um sich über den Prozess der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz zu informieren, zu dem Bischof Peter Kohlgraf das gesamte Bistum aufgefordert hat. Es geht nicht nur um neue Strukturen – bis 2030 sollen im Bistum die zurzeit 134 pastoralen Einheiten zu 50 Pfarreien zusammengeführt werden. Vielmehr geht es vor allem um eine theologische und strukturelle Neuorientierung. Kohlgraf wünscht sich eine Kirche, die Leben und Glauben, Ressourcen und Verantwortung teilt. 

Zwei Kernfragen sollen dabei im Mittelpunkt stehen: „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“ Und: „Bekommen die Menschen von der Kirche, was sie brauchen und brauchen sie das, was sie von der Kirche bekommen?“ Es geht also darum, Konzepte für das gemeindliche Leben auf das Jahr 2030 hin zu entwerfen, um die Menschen besser zu erreichen.  

Für das Dekanat Wetterau-West hat der Bischof entschieden, dass es im Jahr 2030 statt der gegenwärtig 23 Pfarreien in zwölf Pfarrgruppen nur noch drei Pfarreien geben wird. Dabei ist die „Pfarrei“ als Verwaltungseinheit zu verstehen, zu der mehrere Gemeinden mit Gottesdiensten und Gemeindeleben vor Ort gehören werden, wie Barbara Oehms-Harder vom Projektteam der Gemeinde zum Pastoralen Weg erläuterte. Diese werden von einem Pfarrer geleitet, weitere Seelsorger gehören aber zum Team. Das Bistum wolle die Verwaltung straffen und die Seelsorger von der Verwaltungsarbeit durch professionelle Verwaltungskräfte entlasten, ergänzte Pfarrer Tobias Roßbach. Das Projektteam bedauerte, dass das Bistum noch nicht festgelegt hat, wie diese drei Pfarreien zusammengesetzt sein sollen und mit wem die Butzbacher Gemeinde eine gemeinsame Pfarrei bilden wird.

BUTZBACH. Über die mögliche Schließung der St.-Elisabeth-Kapelle in Wiesental informierten Pfarrer Tobias Roßbach (l.) und das Projektteam (r.). Text + Foto: kip

Obwohl in Butzbach die Zahl der Gemeindemitglieder aufgrund der Zuzüge in die Neubaugebiete zwischen 2000 und 2018 von 4060 auf 4230 gestiegen ist, ist die Zahl der Besucher in den Sonntagsgottesdiensten von durchschnittlich 337 auf 246 gesunken, berichtete Peter Schill. Die Zahl der Seelsorger im Bistum – nicht nur der Priester – wird bis 2030 um etwa 50 Prozent sinken, die Kirchensteuereinnahmen um 30 Prozent. Bereits für 2020 hat das Bistum die Zuweisung an die Pfarrei St. Gottfried um zwei Prozent gekürzt, sagte Schill. So geht es beim Pastoralen Weg um Konzepte, wie man mit weniger Mitgliedern, Finanzen und Seelsorgern zurechtkommen kann, dabei aber gerade auch neue Schwerpunkte in der Seelsorge setzt.  

Oehms-Harder erläuterte die weiteren Schritte des Pastoralen Weges in der Gemeinde und im Dekanat. Das Projektteam will eine Analyse in Form von Interviews oder einer Fragebogenaktion durchführen, um die Bedürfnisse der Menschen im Blick auf Gemeinde und Kirche zu erfassen. Es werde auch darum gehen, zu schauen, wo mit anderen Gemeinden besser zusammengearbeitet werden kann je nach Stärken in bestimmten Seelsorgebereichen. Das Projektteam lud dazu ein, die eigenen Wünsche an die Gemeinde der Zukunft zu formulieren und aufzuschreiben. Weitere Teammitglieder sind jederzeit willkommen. 

Eine weitere Gemeindeversammlung zum Thema Pastoraler Weg soll im Januar stattfinden. 

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