„Aus der Erinnerung Kraft schöpfen“

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„Aus der Erinnerung Kraft schöpfen“

MÜNSTER. Pfarrer Udo Neuse wurde in der Münsterer Kirche in den Ruhestand verabschiedet. Text + Foto: win

Pfarrer Udo Neuse im Kirchspiel Münster nach 35 Jahren Dienst in den Ruhestand verabschiedet

MÜNSTER (win). Am Sonntag ging im Kirchspiel Münster eine Ära zu Ende. Eine „Institution“ wurde nach 35 erfüllten Jahren mit einem Gottesdienst in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Viele Menschen waren zur Verabschiedung von Pfarrer Udo Neuse in die Kirche und in den Pfarrhof gekommen, wo per Live Stream der Gottesdienst ins Freie übertragen wurde. So ließ sich Abstand halten und doch Nähe spüren. Als auf der Orgel „I did it my way“ ertönte, begann das offizielle Abschiednehmen. 

Ein wenig ernst schaute er schon drein, Pfarrer Neuse, der seine gesamte Dienstzeit im Kirchspiel Münster verbracht hat. Doch als es am Schluss bei der Orgel „klemmte“ und der letzte Ton partout nicht verstummen wollte, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. „Es geht doch nichts über einen guten Einstieg“, scherzte er. 

Die Kirche war mit von Kindern gemalten Bildern geschmückt. Fotos: win

Noch einmal hielt er kurz Rückschau auf seine Dienstzeit, in der er ganz viel Segen erfahren habe. Beim Abschied durfte seine Band Fishermen‘s Friend natürlich nicht fehlen. Sie bereicherte den Gottesdienst musikalisch, zum Beispiel mit „I remember, I believe“: Neuse griff diesen Songtitel inhaltlich auf: Erinnerungen sollen Kraft geben, zu glauben und zu lieben. Er werde „aus der Erinnerung Kraft schöpfen und mutig angehen, was vor uns liegt“. Selbstverständlich, wo Pfarrer Neuse ist, da wird viel gesungen. Auch wenn gemeinsames Singen leider nur mit Maske möglich war, hielt dies niemanden in der Gemeinde davon ab. 

Nachdem das Glaubensbekenntnis gemeinsam gesprochen war, klappte Pfarrer Neuse sein Buch zu und nahm in der ersten Reihe neben seiner Frau Christiane Platz. An seiner Stelle übernahm Propst Matthias Schmidt und dankte dem Langzeit-Pfarrer für sein langjähriges Wirken, bevor er ihn offiziell aus seinem Amt entließ. Dazu passend wurde der Song mit dem bedeutungsvollen Titel „Irgendwann ist jetzt“, gespielt. Jetzt sei die Zeit für den Ruhestand gekommen, schloss er. 

„Merkel geht, Neuse geht …“, sinnierte Dekan Volkhard Guth in Anspielung auf den Wahlsonntag. An Neuse gewendet, sagte er, er könne sich nicht vorstellen, wie es danach sein wird. Er bedankte sich bei seinem Weggefährten mit einem Geschenk und den Worten: „Es war immer großartig, mit Dir zusammenzutreffen.“ Pfarrer Neuse geht durch Krankheit eingeschränkt frühzeitig in den Ruhestand. Doch die Musik wird er nicht aufgeben. Auch nach seiner Verabschiedung wird er den Gospelchor und die Band leiten sowie Gitarrenstunden geben. 

Kirchenvorstandsmitglied Klaus Werner hielt eine famose Laudatio auf den „Kapitän, der das sinkende Schiff verlässt, der sich für keine Arbeit zu schade war“. Er habe Neuse als „Hans Dampf in allen Gassen“ erlebt und blicke auf eine fruchtbare und erfüllte Zeit mit ihm zurück. 

Fishermen’s friend gab bei „Someone to lean on“ noch einmal alles, während sich die Gemeindemitglieder klatschend und singend von ihren Plätzen erhoben. Nach Gottes Segen spielte die Band noch den obligatorischen „Rausschmeißer“. Die Gemeindemitglieder hatten anschließend Gelegenheit, im Pfarrhof ihrem Pfarrer Neuse noch einmal persönlich tschüs zu sagen und alles Gute zu wünschen. 

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