AWO Ober-Mörlen leistet mit dem Nähtreff Beitrag zur Integration

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AWO Ober-Mörlen leistet mit dem Nähtreff Beitrag zur Integration

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch informierte sich über Vielfalt der Aufgaben

Ober-Mörlen (pdw). Die Arbeiterwohlfahrt steht von Herkunft und Geschichte in der Tradition der Werte von Toleranz, Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit, so auch die Awo Ober-Mörlen. Im Awo-Lädchen an der Hauptstraße in Ober-Mörlen konnte sich Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch davon überzeugen, dass der Ortsverband eben diese Werte tagtäglich in der ehrenamtlichen Arbeit lebt.

In der Nachkriegszeit wurden Kinderkuren und Altenerholung organisiert und hilfsbedürftige Menschen aus dem Dorf mit Weihnachtspäckchen oder Geldzuwendungen unterstützt. Später sind Mutter-Kind-Kuren und Sprachferien wichtig geworden. Besonderes Gewicht bei der ehrenamtlichen Arbeit wurde schon immer auf die Betreuung alter Menschen gelegt, dies zeigt sich vor allem mit der Gründung des Altenclubs 1975.

Heute sind die Aufgaben etwas anders gelagert als früher, trotzdem ist die Awo Ober-Mörlen ein wichtiger Baustein der sozialen Struktur von Ober-Mörlen. Dies zeigt sich in der Vielfalt der Angebote.

Gut besucht ist der Seniorentreff in der Remise „Gaulskopf“. Kaffee trinken, Musizieren und sich austauschen sind zentrale Angebote im wöchentlichen Treff im Schloss. Das Plaudercafé ist für viele Menschen mit dementieller Erkrankung ein fester Termin im Wochenkalender. Dieses Angebot wird fachlich betreut und dient der Entlastung der betreuenden Angehörigen.

Der Einkaufsservice der Awo Ober-Mörlen ist ein sehr wichtiges Angebot. Ältere Menschen werden von den ehrenamtlich Tätigen zum Supermarkt gefahren und nach dem Einkauf wieder nach Hause gebracht. Dadurch können auch Menschen, denen der Weg oft sehr beschwerlich ist, weiterhin selbstständig leben.

Die Spaziergänge im Dorf stehen zwar jedem offen, dennoch können die Seniorinnen und Senioren mit diesem Angebot ihre Erinnerungen an das „Früher“ wachhalten und ihr Wissen über den Ort weitergeben.

Einige Angebote aus den Anfängen der Awo haben sich bis heute bewährt: Die Awo Ober-Mörlen berät und vermittelt Mutter- und Vater-Kind-Kuren, ganz so, wie zu Beginn der Verbandsarbeit 1919.

Für die Kinder und Jugendlichen in Ober-Mörlen gibt es ein ganz besonders interessantes Angebot: die Wiesentage. In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten „Sternschnuppe“ können die zukünftigen Schulkinder den Jahreslauf der Natur auf einer Wiese an der Usa beobachten. „Eine gute Idee, wie ich finde, um die junge Generation an die Awo heranzuführen und die Familien als neue Mitglieder für die soziale Aufgabe zu gewinnen“, sagt Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

„Die Idee vom Nähtreff hat mich besonders begeistert. Einen Einstieg in das ebenso dekorative wie nützliche Hobby zu vermitteln, dabei Gelegenheit zu bieten sich in lockerer Atmosphäre über das eine oder andere Problem auszutauschen, ist eine prima Sache. Das Projekt ‚Nähen für geflüchtete Frauen, die in Ober-Mörlen leben‘, das sich daraus entwickelt hat, möchte ich betonen. Unter der Leitung einer Frau aus dem Iran sollen die Frauen mit der Nähmaschine vertraut gemacht werden. Das erleichtert den Frauen, gespendete Kleidung zu ändern, Kinderkleidung selber zu nähen oder zu flicken. Außerdem bekommen die Frauen die Chance, sich in einem geschützten Raum zu treffen. Ein guter Ansatz, Integration zu unterstützen und Selbstständigkeit durch Erlerntes zu erlangen“, so Becker-Bösch.

Doch Kern der Awo Ober-Mörlen ist das an der Hauptstraße gelegene Awo-Lädchen, ein in Eigenregie saniertes schmuckes Häuschen an Ober-Mörlens Hauptschlagader. Ehrenamtlich und engagiert werden in den Sprechstunden viele Fragen aus der Bevölkerung beantwortet und Hilfestellung angeboten: Die Fragen reichen von den Themen rund um die Pflege von Angehörigen, Kinderbetreuung bis hin zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

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