Bahn, Bund und Land: Bahnhof Butzbach wird bis 2026 barrierefrei

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Bahn, Bund und Land: Bahnhof Butzbach wird bis 2026 barrierefrei

Aufnahme in Förderprogramm / Pläne für Parkhaus mit drei Ebenen an der Nussallee vorgestellt

BUTZBACH (thg). „Jetzt ist es amtlich: Der Butzbacher Bahnhof kommt ins Förderprogramm zum barrierefreien Ausbau“, teilte Bürgermeister Michael Merle gestern Vormittag mit. Das hatte der Bundesverkehrsminister zuvor bekanntgegeben. 

„Die jahrelangen Bemühungen der Stadt, die Unterstützung durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund und das Land Hessen haben sich gelohnt. Der Butzbacher Bahnhof wird mit Fördermitteln von Bund und Land barrierefrei umgebaut. Ich freue mich riesig“, sagte der Bürgermeister zum Erfolg. 

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag war der Neubau eines Parkhauses an der Nussallee an der Bahnlinie in der Kernstadt präsentiert worden. Die Barrierefreiheit war dabei kein Thema. Auf Nachfrage der BZ hatte Merle nach der Sitzung gesagt, dass die Stadt weiter auf eine Benachrichtigung zu ihrem Förderantrag warte. Gestern wurde die Entscheidung dann bekannt. 

Nach Angaben des Verkehrsministeriums gehört Butzbach zu den mittelgroßen Bahnhöfen mit 1000 bis 4000 Fahrgästen am Tag. Eine Umsetzung der Barrierefreiheit ist bis zum Jahr 2026 geplant. 

Für den barrierefreien Umbau von rund 50 mittelgroßen Bahnhöfen investiert das Verkehrsministerium 140 Millionen Euro bis 2026. „Diese Maßnahmen erfolgen in Kooperation mit den Ländern. Sie ergänzen Landesmittel in gleicher Höhe.“ Dazu gehören laut Mitteilung unter anderem barrierefreie Bahnsteigzugänge, Markierungen, Beschilderungen oder höhere Bahnsteige. 

Zum Thema Barrierefreiheit war eine Machbarkeitsstudie beschlossen worden, die weiter fortgeführt werden sollte. Optionen waren eine Überführung der Gleise und ein Ausbau der bestehenden Unterführung, um das Gleis in Richtung Frankfurt per Aufzug erreichen zu können. Welche Variante gewählt wird, ist laut Merle noch nicht klar. Das werde in weiteren Gesprächen, die nun folgen werden, geklärt. 

Im Gesamtzusammenhang Bahnhof war auch die Nussallee für ein Parkdeck oder Parkhaus einbezogen. Achim Schäfer vom Wetzlarer Planungsbüro Kubus erläuterte die bisherigen Eckpunkte, die der Geschäftsführer der Parkhausbetriebe, Michael Weiß, ergänzte. Auf der Fläche der derzeitigen Parkplätze soll ein Parkhaus mit 460 Stellplätzen auf drei Ebenen entstehen. Die Kostenschätzung geht von 4,1 Millionen Euro aus. Einbezogen sind auch Technik und Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Der Bauantrag ist in Vorbereitung. Das Parkhaus soll in Systembauweise entstehen, entsprechend wird in der Ausschreibung nur der Rahmen abgesteckt, den die Anbieter dann ausfüllen können. 

Integriert werden sollen auch Stellplätze für Fahrräder. Einige sollen auch hochwertig und abschließbar sein. 

Das Grundstück gehört der Stadt. Es sei zu klären, ob sie das Grundstück einbringt oder ob eine Erbbaupacht gewählt wird. Darauf befinden sich aber auch noch einzelne Fundamente ehemaliger Oberleitungsmasten der Bahn, die weiter im Eigentum des Unternehmens sind. Darüber seien noch Regelungen zu treffen.

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