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Bebauungsplan „In den Wingerten“ dreht noch weitere Ausschussrunde

Ortsbeirat Trais-Münzenberg wünscht sich Weg / Landwirt im Altenstädter Feld möchte Betrieb erweitern

MÜNZENBERG (thg). Über Bebauungsplanverfahren hatte das Münzenberger Stadtparlament zu befinden. Mit dem Straßenbau in Gambach im Bereich Schulstraße von der Mittelstraße bis zur Fahrgasse bleibt weiter der Ausschuss befasst. 

Der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan „In den Wingerten“ in Trais-Münzenberg ist verschoben. Bei Enthaltung der FWG stimmten die Stadtverordneten von CDU und SPD dafür, die Planung erneut im Ausschuss zu beraten und mit dem Ortsbeirat zu diskutieren. Hintergrund ist der Wunsch, eine Straße oder zumindest einen Fußweg hinter den Neubaugrundstücken anzulegen – vom Ende der geplanten Sackgasse zur Römerstraße. 

Die Wünsche hatte der Magistrat abgelehnt, wie Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer in der Parlamentssitzung am Mittwoch im Bürgerhaus Gambach berichtete. Von den Grundstücken aus gelange man ebenso wie aus der Umgebung in die Felder, das sei zumutbar. 

Hinzu kommt, dass der Wunsch des Traiser Ortsbeirats nach Ablauf der Frist für Stellungnahmen zur Offenlage des Bebauungsplanentwurfs geäußert worden sei. Würde die Planung neu gemacht, verzögere sich das Verfahren mit neuer Offenlegung voraussichtlich um ein Jahr, das treffe die Bauwilligen. Der Bedarf und die Nachfrage seien groß, so Tammer: „Wir könnten jedes Grundstück dreimal vergeben.“ Vorgesehen sind 15 Grundstücke für Wohnhäuser, davon drei für Mehrfamilienhäuser. 

FWG-Fraktionschef Ronald Berg pflichtete Tammer bei. Die Verzögerung von einem Jahr sei „unverhältnismäßig“. Zudem sei es angesichts explodierender Baupreise „vermessen“, die Interessenten hinzuhalten. 

„Für die Menschen in Trais sollten wir das durchdenken“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Herrmann. Es sei es wert, noch eine Runde zu drehen. „Wir haben dann aber die Traiser mitgenommen“ und bekommen vielleicht eine Lösung hin. 

„Dort wohnen noch Generationen, und wir reden über ein Jahr“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Gerold Müller. Aus seiner Fraktion kam auch Kritik an der aus ihrer Sicht mangelnden Weiterleitung der Planungen an die Parlamentarier. Tammer wies die Kritik zurück und verwies darauf, dass die Offenlegung am 14. Oktober vergangenen Jahres amtlich bekanntgemacht worden sei.

Zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die Erweiterung eines landwirtschaftlichen Betriebs im Altstädter Feld in Gambach wird es noch eine Ausschusssitzung geben. Dann sollen Planer und Betrieb zu Wort kommen und die Erweiterung erläutern. Wie die Bürgermeisterin informierte, ist die Änderung des regionalen Flächennutzungsplans erforderlich. Mit dem Antragsteller, der die Verfahrenskosten trage, werde ein städtebaulicher Vertrag abzuschließen sein. Eine Erweiterung des Betriebs sei laut Kreisbaubehörde nicht möglich gewesen. Sie riet zu einem Bebauungsplan als beste Lösung. 

Für ein privates Bauvorhaben in der Butzbacher Straße stimmte das Parlament vollzählig. Es soll auf einer unbebauten Fläche ein Wohnhaus errichtet werden. Die SPD sah dies als „Verdichtung“ im innerörtlichen Bereich an. Die CDU gab zu bedenken, es könnte sich um ein Überschwemmungsgebiet handeln. Bürgermeisterin Tammer erläuterte, dass dies berücksichtigt werde und dass bauliche Möglichkeiten wie eine Aufschüttung vom Bauherrn vorgesehen seien. 

Das Thema Schulstraße wurde mit Mehrheit gegen die FWG-Stimmen zu Beginn der Sitzung von der Tagesordnung genommen. Der Magistrat hatte eine Beschlussvorlage eingebracht, um Ausschreibungen für den „abgesegneten“ Ausbau auf den Weg bringen zu können. Werde jetzt nicht entschieden, werde es erst im Mai so weit sein. Offener Punkt ist derzeit noch eine mögliche Durchfahrtssperre im Haltestellenbereich. „Das ist eine schwierige Geschichte“, so Tammer, die einen Fachmann vom ADAC hinzugezogen hatte. Es gehe um die Frage eines Pollers, unter Umständen mit digitaler Technik ausgestattet. 

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