Becker-Bösch ist Erste Kreisbeigeordnete

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Becker-Bösch ist Erste Kreisbeigeordnete

Foto: thg

WAHL – Butzbacher Sozialdemokratin rückt eine Stufe höher / Kritik an „passgenauer Ausschreibung“ 

WETTERAUKREIS (thg). Die Butzbacherin Stephanie Becker-Bösch (SPD) ist Erste Kreisbeigeordnete. Der Wetterauer Kreistag wählte gestern die 46-jährige Sozialdezernentin mit 47 Stimmen bei 14 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen. Von den 80 anwesenden Kreistagsmitgliedern wählten 75, wobei eine Stimme ungültig war. Die Gewählte bedankte sich für das Vertrauen und ist sich sicher, dass sie auch mit denen, die sie nicht gewählt haben, „hervorragend zusammenarbeiten“ werde. 

SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Jäger hatte für die Kandidatin und bisherige hauptamtliche Kreisbeigeordente geworben. Unter anderem habe Becker-Bösch ihren Fachbereich erfolgreich geführt, die Schulsozialarbeit neu geordnet und die Voraussetzungen für einen zweiten Pflegestützpunkt im Kreis geschaffen.

FWG, FDP und Linke sahen die Nominierung und Wahl kritisch. Die Stellenausschreibung sei passgenau auf Becker-Bösch ausgerichtet worden. Dass es nur eine Bewerbung gegeben habe, spreche Bände, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Peter Heidt, der Wahlvorbereitungsausschuss sei eine Farce gewesen. Erich Spamer (FWG) nannte das Vorgehen einen Skandal und sprach von „Karriereleiter-Politik“, die er dann auch noch dem Kreistagsvorsitzenden Armin Häuser (CDU) vorhielt, als dieser Spamer auf das Ende der Redezeit hingewiesen hatte. Für die Linke kritisierte Gabi Faulhaber die Wahl Becker-Böschs unter anderem wegen deren Zustimmung zu früheren sozialpolitischen Kürzungen. 

Für die Grünen billigte Michael Rückl der Koalition zu, sie habe das Recht, einen Vorschlag zu unterbreiten, wobei er der UWG vorhielt, sie habe seinerzeit auch Ottmar Lich als Kreisbeigeordneten durchgesetzt. Vielmehr sei die Besetzung der weiteren Stelle des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten, die Becker-Bösch bislang innehatte, noch einmal „einen Streit wert“. 

Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD ist die wechselseitige Besetzung der drei Hauptamtlichen-Stellen Landrat, Erste Kreisbeigeordnete und hauptamtlicher Kreisbeigeordneter festgelegt. Demzufolge wird nach dem „Aufrücken“ von Becker-Bösch die CDU den frei werdenden Posten besetzen dürfen. In der Sitzung wurde Karl Peter Schäfer, bereits jetzt Mitglied im
Kreisausschuss, ins Gespräch gebracht. Eine Bestätigung von der Union dazu gab es nicht.

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