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Beeindruckender Bernstein bei Premiere

GAMBACH. Rund 370 Besucher erlebten ein besonderes Konzert in entspannter Atmosphäre Text + Fotos: win

WALDKONZERT — „Musik-First“ mit Kammermusikern der Neuen Philharmonie Frankfurt in Gambach

GAMBACH (win). Ungewohnte Klänge im Gambacher Wald. Am Sonntag feierte das Programm Musik-„FIRST“ seine Premiere. Sieben Musiker der Neuen Philharmonie Frankfurt gaben ein „amerikanisches“ Kammerkonzert mit Werken von Bernstein, Gershwin, Copland und Dvorak.

Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer begrüßte rund 370 Besucher zu diesem außergewöhnlichen Musik- und Naturerlebnis. Wer Münzenberg hört, dem kommt sofort die Burg in den Sinn. Aber die Stadt mit ihren vier Stadtteilen hat noch mehr zu bieten. Das Waldkonzert bot wunderbaren Hörgenuss in unvergleichlicher Atmosphäre. Es hing allerdings kurzfristig am seidenen Faden, ob die Veranstaltung im Wald stattfinden kann. Durch die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen besteht flächendeckend eine hohe Waldbrandgefahr. Dank erhöhter Sicherheitsvorkehrungen und der Präsenz der Feuerwehr am Waldhaus konnte im letzten Moment doch noch grünes Licht gegeben werden.

Den Auftakt machten die Musiker mit einer Suite für Klarinette (Fryderyk Jona) und Streichquartett aus George Gerschwins „Porgy and Bess“. Es folgte ein Duo für Flöte und Klavier von Aaron Copland. In „Flowing, Poetic somewhat mournful und Lively with bounce“ trat Kathrin Troester mit ihrer Querflöte in einen virtuosen Dialog mit Jens Troester am Klavier. Coplands Werk zählt zu den Höhepunkten der modernen Flöten-Literatur. Mit dem berühmtesten und zugleich berührendsten Adagio des 20. Jahrhunderts für Streicher von Samuel Barber verabschiedeten sich die Musiker in die Pause. Dieses „Adagio for Strings“ (der zweite Satz seines Streichquartetts op. 11) – eines der bekanntesten – ist ein Stück, das bei den Beerdigungen von John F. Kennedy, Grace Kelly und Albert Einstein ebenso erklang wie in den Filmen „Platoon“, „Saving Private Ryan“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“. 

Die Musiker der Neuen Philharmonie Frankfurt: Kathrin Troester (Flöte), Jens Troester (Klavier), Fryderyk Jona (Klarinette), Veronika Hagemann (1. Violine), Julia Mangelsdorf (2. Violine), Pilar Carvajal (Viola) und Philipp Hagemann (Violoncello). Foto: win

Die Flöte im Dialog mit Klavier.  Foto: win

Die Gäste nutzten die Pause, um sich mit kleinen Köstlichkeiten vom Erdbeerhof und Weinvertrieb Hohmann zu stärken. Mit Antonin Dvorak wurde der zweite Teil des außergewöhnlichen Konzerts eröffnet. Das Quartett Nr. 12 op. 96 ist das populärste seiner Streichquartette. Wie „Cool” und lebensnotwendig Musik sein kann, lebten die Musiker vor und spielten genau dieses Stück aus der „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Beeindruckt von der Virtuosität der Musiker belohnte das Publikum diese mit viel Applaus und verlangte sogleich nach einer Zugabe. Das Ensemble spielte noch einmal „Cool“ bevor es sich verabschiedete. Rund 370 Zuschauer erlebten ein besonderes Konzert in entspannter Atmosphäre.

Bürgermeisterin Tammer bedankte sich bei den Künstlern mit Rosen und Wein. Eine Rose überreichte sie auch Katharina Rüd vom Stadtmarketing Münzenberg als Dankeschön für die mit großem Engagement von ihr organisierte Veranstaltung. Es sei wie an einem Geburtstag, für den das Geburtstagskind viel vorbereitet habe und am großen Tag keine Zeit zum Genießen habe, sagte Tammer schmunzelnd. Diesen Vergleich nahmen die Musiker spontan auf und spielten ein „Happy Birthday“-Geburtstagsständchen, bei dem das Publikum kräftig mitsang.

Die „XXL-Variante“ der Neuen Philharmonie Frankfurt kann man am Freitag, 24., und Samstag, 25. August auf der Seewiese in Friedberg erleben, wenn die große Besetzung im Rahmen des „Klasse Klassik Sommers“ ihr Programm „Made in Germany“ unter der Leitung von Dirigent Steven Lloyd-Gonzalez spielt.

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