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Beisetzungen unter freiem Himmel

Stadt Butzbach schließt Trauerhallen / Begrenzung auf Familienkreis empfohlen / Marktplatz-Bänke abgebaut

BUTZBACH (thg). Mit einer amtlichen Bekanntmachung hat die Stadt Butzbach nun auch die Trauerhallen geschlossen. Diese Regelung gilt ab sofort, sagte Bürgermeister Michael Merle gestern. Zusätzlich erfolgte der Hinweis: „Die Beisetzungen sollten im engsten Familienkreis durchgeführt werden.“ Trauerkaffeetrinken waren bereits zuvor verboten worden. Kirchen sind bereits für Veranstaltungen geschlossen.

Der Bürgermeister betonte, er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Er habe mit sich „einige Tage gerungen“, denn eine Trauerfeier sei eine besondere und emotionale Veranstaltung. Bei der Abwägung der Risiken gelte dann aber, dass ein Ansteckungsfall einer zu viel sei. Die Überlegung, in den Trauerhallen Stühle wegzustellen, um Abstände zu ermöglichen, sei besprochen worden. „Aber wer soll das kontrollieren?“ Merle wies auch darauf hin, dass beispielsweise im Bestattungswald Beisetzungen unter freiem Himmel ohne Trauerhalle stattfänden. Dort gibt es einen Andachtsplatz. Merle wies auch darauf hin, dass nun die wärmere Jahreszeit komme. 

„Es ist noch viel Überzeugungsarbeit notwendig“, sagte Merle mit Blick auf weiterhin zu beobachtende Gruppen auf Plätzen und Straßen. „Der Schutz für mich ist auch der Schutz für andere“, fasste Merle zusammen. Daher habe er auch den Abbau der Bänke am Marktbrunnen veranlasst. In der Gastronomie müssten die Betreiber der Lokale auf die notwendige Abstände der Gäste achten. 

Die Kontrolle von Geschäftsschließungen ist angelaufen. Das entsprechende Personal der Stadt ist im Einsatz. Der gestrige Bericht, der jeden Morgen erstattet wird, klang positiv. 

Innerhalb der Stadtverwaltung wird die Fortsetzung der Arbeit „sortiert“. Ein Teil der Mitarbeiter ist im Homeoffice tätig, andere bauen Überstunden ab oder treten die geplante Urlaubszeit an. Aber auch mögliche weitere Einschränkungen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie müssten vorbereitet werden. 

Unter anderem will die Stadt die Koordination von Hilfeleistungen aufbauen. Im Lauf des heutigen Tages soll es dazu erste Ergebnisse geben. 

Aus dem Kreis der Gewerbetreibenden haben die Stadt bereits Schreiben wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage erreicht. „Die Verwaltung beschäftigt sich damit, auch der Magistrat muss darüber beschließen.“ Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um eine mögliche Stundung von Gewerbesteuerzahlungen. „Wir müssen auch sehen, was von Bund und Land kommt“, unterstrich Merle. Mit Patrick Kempf, dem Vorsitzenden von Butzbach aktiv als Zusammenschluss der Gewerbetreibenden, ist die Stadt im Kontakt. „Wir geben die Informationen, die wir bekommen, weiter.“

Wie das Sozialministerium gestern am frühen Abend mitteilte, liegt die Zahl der positiv getesteten Covid-19-Fälle im Wetteraukreis inzwischen bei 26. Am Mittwoch wies die Landesstatistik noch 13 Fälle aus, die Wetterauer Kreisverwaltung hatte inzwischen die Zahl 15 mitgeteilt. Die Angaben werden nur landkreisweise übermittelt. Kommunen, in denen die Betroffenen wohnen, werden im einzelnen nicht genannt. 

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