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Besucher füllen „Leerstelle“ aus

BUTZBACH. Die Weidigschüler Alisa Folchert, Celine Gerspach, Ben Krappatsch und Leonie Glück engagierten sich besonders für die neue Ausstellung in der Galerie 511. Foto: salz

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BUTZBACH (pm). Etwas ist anders also sonst in den Fluren der Weidigschule. Mitten auf dem unauffälligen steinernen Fußboden verläuft eine leuchtend rote Linie, unübersehbar, in der Pausenhalle beginnend und dann über die Treppe zum obersten Stockwerk hin. 

Die Besucher der Eröffnung der Galerie 511 am Donnerstag begriffen schnell, dass diese rote Pinselspur Teil der neuen Ausstellung ist. Sie leitet unmittelbar in den Raum 511, zugleich ist sie aber auch der rote Faden und die Spur durch die Geschichte der Galerie 511, die im Jahr 1998 begann. So finden sich tatsächlich alle Ausstellungsplakate aus dieser langen Zeit des Bestehens an den Wänden oberhalb der roten Linie aufgereiht, sie beginnen an der ersten Treppenstufe und enden im Inneren des Raumes 511 mit einem leeren Plakat. Davon abgesehen war zur Eröffnung der übrige Raum diesmal leer, außer sieben weißen, großen Bildern. 

Schulleiterin Annette Pfannmüller begann mit den ersten Reaktionen und dem Rätseln der Schulgemeinde über den Zweck der roten Linie, als sie die Ausstellung offiziell eröffnete. Dann lobte sie ganz besonders das Engagement von vier Schülern: Alisa Folchert, Celine Gerspach, Ben Krappatsch und Leonie Glück. Obwohl alle kurz vor dem Abitur stehen, haben sie eine eigene Ausstellung der Galerie 511 organisiert, die erste, die gänzlich ohne Lehrerbegleitung verwirklicht wurde. Das sei sehr beeindruckend und spräche außerdem dafür, dass die Zeit und Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Galerie 511 begeisternd sei. 

Die vier Organisatoren hatten Erklärungen für die vielen noch offenen Fragen. So zeigten sie als langjährige Galeriemitglieder Verständnis für den Entschluss von Gudrun Salz, nach zwölf Jahren als Leiterin der Galerie und 19 Ausstellungen eine Pause einzulegen, so dass es im aktuellen Schuljahr eigentlich keine Ausstellung geben sollte. Eigentlich. Aber die vier Schüler schätzten die Galerieausstellungen so sehr, dass sie beschlossen, eine Ausstellung gänzlich eigenständig zu organisieren.  Auf die Leerstelle durch das offizielle Fehlen der Galerie 511 sollten die weißen Bilder und der freie Raum hinweisen. Zugleich aber wurde die Fülle und reiche Geschichte der Galerie gezeigt, durch die lückenlos dokumentierten Plakate, Einladungen und eine üppig bebilderte Fotowand aus 22 Jahren Atelierbesuchen, Ausstellungsbetrieben, Workshops und Exkursionen der Galerie 511. 

„Wir wollen, dass die Galerie weiterlebt“, so die Schüler. „Diese Ausstellung ist unvollendet und sie wartet darauf, von Ihnen vollendet zu werden.“ Diese Schlussworte forderten die Besucher auf, mit bereitstehender Farbe und Kreiden die weißen Bilder zu bemalen, was auch umgehend und mutig in Angriff genommen wurde. Zügig füllten sich die Flächen, auch wurde Bezug auf alte Ausstellungen genommen, zum Beispiel mit einer Horizontlinie die eine wesentliche Rolle gespielt hatte, aber auch die „rote Linie“ der derzeitigen Ausstellung tauchte immer wieder auf.  Die Ausstellung „Neunzehnachtundneunzig“ ist noch bis zum 21. Februar in Raum 511 der Weidigschule zu sehen. Öffnungszeiten sind von 9.20 bis 9.35 Uhr und 11.10 bis 11.25 Uhr, an den Donnerstagen von 18.00 bis 20.00 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 06033/4301 oder galerie511@web.de. 

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