Betrügerische Dachdecker trieben im Wetteraukreis ihr Unwesen

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Betrügerische Dachdecker trieben im Wetteraukreis ihr Unwesen

WETTERAUKREIS (ots). In Altenstadt-Heegheim boten mehrere Männer einem betagten Anwohner eine Dachsanierung an. Auf einem Zettel schloss man handschriftlich einen Vertrag und dann ging alles ruck zuck. Noch bevor der Anwohner sich’s versah, erklommen die sechs Männer das Dach seines Hauses und warfen die Dachziegel herab. Diese gingen dabei zu Bruch und wurden unbrauchbar. Letztlich verschraubten die offenbar nicht an Qualitätsarbeit interessierten Arbeiter Bleche auf dem Gebälk.

Zwischenzeitlich kam der Sohn des Seniors vor Ort und schaltete die Polizei ein. Er mutmaßte, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging. Die Hälfte des Daches war bereits abgedeckt, als die Ermittler eintrafen und weitere Arbeiten unterbanden. Die als ungarisch angekündigte, letztlich als slowakisch gegenüber der Polizei präsentierte Firma, beschäftigte die sechs Männer aus Rumänien, die darauf pochten, für ihre Leistung in bar bezahlt zu werden. In Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wird gegen die Männer ein Strafverfahren wegen versuchten Leistungsbetrugs eingeleitet, da sie nach ersten Einschätzungen minderwertige und nicht fachgerechte Leistungen erbrachten und den betroffenen Anwohner darüber täuschten.

Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen konnten die Männer ihrer Wege gehen. Den durch die Arbeiten möglicherweise entstandenen Schaden ersetzt das Strafverfahren jedoch nicht. Dieser ist über ein Zivilklageverfahren einzufordern.

Die Polizei rät dringend davon ab, sich ungefragt Dienstleistungen an der Haustür anbieten zu lassen. Das betrifft nicht nur Dachdecker, sondern auch Pflasterreinigungen, Baumschnitt und ähnliches. Um sich nicht überrumpeln zu lassen, sollte man ein schriftliches Angebot einholen. Auch der Vergleich der Preise mit ortsansässigen Unternehmen ist geboten. Dabei muss man auf kleingedruckte Zusatzkosten achten z.B. Anfahrtspauschalen. Man sollte einen Auftrag nur unterschreiben, wenn man alles verstanden hat. In jedem Fall sollte man eine Rechnung verlangen.

Rufen Sie die Polizei über den Notruf 110, wenn Sie bedroht werden und die Anbieter Ihr Grundstück nicht verlassen, obwohl Sie sie dazu aufgefordert haben. Rufen Sie sich Hilfe von Nachbarn oder Familie dazu, um Zeugen zu haben. Weitere Infos und Tipps finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/vorsicht-vor-falschen-handwerkern/

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