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Bienenstöcke als Signal für mehr Nachhaltigkeit in Butzbach

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„Bee Team“ von Hess Natur imkert auf dem Betriebsgelände / Zweiter Schwarm eingebracht

BUTZBACH (pm/thg). Am Welt-Bienentag am Donnerstag wurde es spannend für das neu gegründete „Bee Team“ von Hess Natur. Christian Friedrich vom Naturbildungsträger Eulenhaus in Hausen-Oes brachte einen Schwarm Bienen, den er tags zuvor eingefangen hatte, mit auf das Firmengelände, wo die Insekten ihr neues Zuhause erhielten.

Aus einer Idee des Betriebsrats und mit Unterstützung der Geschäftsleitung fand sich eine Gruppe von interessierten Mitarbeitern, die jetzt mit drei Bienen-Völkern im naturnah angelegten Garten rund um die Hess-Natur-Zentrale und den Laden das naturgemäße Imkern lernen und betreiben werden. Ein Bienenvolk ist am vergangenen Wochenende eingezogen, ein weiteres kam nun am Donnerstag dazu, der dritte aufgestellte Kasten ist noch leer.

Die Gruppe aus acht Mitarbeitern, die zwischen 32 Jahren und acht Monaten im Unternehmen in ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten, werden jetzt durch das Bienenjahr geschult und begleitet vom Eulenhaus-Team unter der Leitung von Friedrich. Jan-Eric Hofmann, der schon längere Zeit selbst imkert, war ebenfalls gekommen, um bei den Vorbereitungen zur Seite zu stehen.

Friedrich und Hofmann ließen die Insekten in ihre neue Behausung „einlaufen“. Aus der Transportkiste heraus bewegten sich die Bienen nach oben in Richtung Einflugloch. Zunächst liefen sie noch etwas schleppend, aber nachdem Friedrich einzelne Rahmen und einen größeren Teil des Schwarms in die Kiste gesetzt hatte, folgten die außen verbliebenen Tiere zügiger „willenlos“ den anderen und ihrem Duft nach.

Mit dabei waren auch Theo (acht Jahre) und Carla (elf). Sie staunten darüber, aus wie vielen Bienen ein Schwarm besteht. „Das Summen war richtig laut.“ Und sie freuten sich darüber, „dass ich mal aussehe wie ein Alien“, denn alle Beteiligten trugen Imker-Schutzkleidung.

BUTZBACH. Christian Friedrich und Jan-Eric Hofmann vom Eulenhaus ließen die Insekten in ihr neues Zuhause „einlaufen“.

Das nachhaltig arbeitende Butzbacher Modeunternehmen wolle mit eigenen Bienenvölkern auf dem Firmengelände ein regionales Zeichen setzen, sagte Betriebsratsvorsitzende Dagmar Reichardt. Im naturnah angelegten Garten beim Spielplatz, abgetrennt mit einem Zaun, stehen die drei Bienenstöcke. Klar war für Geschäftsführerin Andrea Ebinger und Reichardt, dass das Team das so genannte „wesensgemäße Imkern“ betreiben werde und darin vom Eulenhaus ausgebildet wird. Beim wesensgemäßen Imkern werden unter anderem längliche Rahmen verwendet, die damit eher an das Innere einer Baumhöhle erinnern, in der die Tiere sonst nisten.

Die Idee entstand vor zwei Jahren, seinerzeit hatte der Ebersgönser Imker Werner Seip auf dem Sommerfest des Unternehmens einen Vortrag gehalten. Wegen des Lockdowns im vergangenen Jahr wurde der Start allerdings verschoben. Die acht Mitarbeiter kümmern sich nun regelmäßig um die Bienen. Seit mehr als einem Jahr sehen sich die Kollegen aus den Büro-Bereichen vor allem digital, sie sind kaum vor Ort. Umso größer war die Freude, dieses kleine Projekt nun real werden zu lassen.

Das Team des Vereins Eulenhaus, das hier in der Region Umweltbildung fördert und Bildung für nachhaltige Entwicklung für Menschen jeden Alters anbieten, betreibt auch eine eigene Imkerei, die es für Fortbildungen nutzt und mit Online-Live-Terminen das Zuschauen bei der Arbeit an den Bienenstöcken ermöglicht. Das war auch für das Bee Team der Start in diese neue Welt.

„Bienen sind wichtiger Teil in einer intakten Natur“, darin sind sich die acht Kollegen einig. Mit der Bienenhaltung können sie einen persönlichen Beitrag zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Hess Natur leisten. Der Welt-Bienentag, den es seit 2018 gibt, erinnert an die Bio-Diversität in der Umwelt. Sie bildet die Grundlage für den Erhalt der Wild- und Honig-Bienen und vieler anderer Insekten. Gern möchten Reichardt und ihre Mitstreiter erreichen, dass auch andere Betriebe im Umfeld von Hess Natur ihrem Beispiel folgen oder auch mit blühenden Flächen den Insekten Anlaufstellen bieten.

Im ersten Jahr ist den erfahrenen Bienenfreunden des Eulenhauses zufolge noch kein Honig zu erwarten. Wenn das Naturprodukt aber entsteht, sind sich alle aus dem Bee Team einig, dass es biozertifizierter Honig sein muss.

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