„Bis 4. April für Glasfaser entscheiden“

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„Bis 4. April für Glasfaser entscheiden“

BUTZBACH. Die Grafik zeigt den aktuellen Stand der Nachfrage nach einem Glasfaser-Hausanschluss für die genannten Orte.

Appell aus südlichen Butzbacher Stadtteilen an Bevölkerung, Interesse für schnelles Internet anzumelden

BUTZBACH (pm). In einem Appell zum Glasfaserausbau richten sich Akteure aus dem südlichen Butzbach an die Bevölkerung. Unterzeichner des Ausrufs sind Bernd Winter, Ortsvorsteher Nieder-Weisel, Ewald Reitz, Ortsvorsteher Fauerbach, Ute Stengel, Ortsvorsteherin Ostheim, Hubert Meyer, Vorsitzender Unser Dorf Ostheim, Peter Heydt, Vorsitzender TSV 1908 Ostheim und Stefan Bayer, Vorsitzender Leben im Philippseck.

Im Oktober 2019 schloss das Unternehmen  Deutsche Glasfaser mit der Stadt Butzbach einen Vertrag darüber, dass in neun der 13 Butzbacher Stadtteile ein Glasfasernetz aufgebaut werden soll. Die Kosten des Baus eines solchen Netzes trägt allein die Glasfaser GmbH, die nachher auch die Betreiberin dieses Netztes sein würde. Einzige Bedingung: Es müssen sich 40 Prozent der Haushalte in jedem der neun einbezogenen Stadtteile beteiligt haben. Stichtag ist der 4. April. Gerade dieser Punkt erschwert die Sache sehr. 

Die Unterzeichner appellieren an die Bürger, aufs Ganze zu schauen und zu versuchen, diese Frist einzuhalten. „Eine solche Chance kommt so bald und so einfach nicht wieder in Butzbachs ländlichen Regionen. Denn die Stadt Butzbach hat kein Geld für solche Arbeiten und die Telekom hat sich in den letzten Jahren stets aus Kostengründen um einen Ausbau gedrückt. Und die Datenmengen, die wir alle produzieren, werden sich in Zukunft vervielfachen“, so Meyer.  

„Einen Vorgeschmack davon können wir zur Zeit erleben, wenn viele wegen der Pandemie zu Hause sind und gleichzeitig im Homeoffice arbeiten, mittels Internet die Schulaufgaben machen, Internet-Fernsehen schauen und Online-Spiele spielen. Wenn Sie das zum Beispiel in Ostheim versuchen, werden Sie Ihr blaues Wunder erleben: Die Datenübertragung wird zur Schnecke, der Film hat Stummfilmqualität und das Online-Spiel muss unterbleiben, solange im Homeoffice gearbeitet und die Schulaufgaben gemacht werden müssen“, so Meyer. 

Das Telekom-Kupfernetz sei an vielen Stellen an seiner Kapazitätsgrenze angekommen. Glasfaser sei die neue zukunftsweisende Technik. Sie könne ein Vielfaches von dem leisten, was zurzeit gefordert wird. „Man darf daher einen Glasfaseranschluss auch nicht nur unter Konsum- und Komfortgesichtspunkten sehen, sondern als eine Investition in die und für die zukünftigen Leistungsträger dieser Gesellschaft: die jungen Freiberufler, die wachsenden Handwerks- und Industriebetriebe und die vielen Angestellten, die von zu Hause arbeiten müssen oder wollen“. Meyer appelliert: „Auch wenn Sie zur Zeit nicht so viele Daten abrufen, dass Sie einen stärkeren Anschluss bräuchten: Seien Sie solidarisch mit Ihrem Dorf und ermöglichen Sie Ihrem Dorf den Weg in die Zukunft.

Als Vorteile nennt Meyer neben der Verlegung des Glasfaseranschlusses ins Haus die Ersparnis für die erforderlichen Erdarbeitungskosten. Die monatlichen Preise seien absolut gesehen – ganz ähnlich denen anderer Anbieter. Doppelzahlungen an zwei Anbieter werde es nicht geben. Nach zwei Jahren Vertragslaufzeit ist der Anbieterwechsel möglich. 

„Wir möchten an dieser Stelle auch die Stadt Butzbach auffordern, mit gutem Beispiel voran zu gehen und alle Dorfgemeinschaftshäuser, Feuerwehrhäuser und Büchereien mit dem neuen schnellen Netz auszustatten. Wir möchten auch an die Gewerbetreibenden mit Sitz in den Dörfern Butzbachs appellieren, sich diesem Zukunftsnetz anzuschließen. Es ist eine Chance für alle, die so schnell nicht wiederkommt.“ 

Auch andere Akteure, die aus verschiedenen Gründen den Appell nicht mittragen, befürworten einen Glasfaserausbau in ihrem Ort. Aus Hoch-Weisel schreibt Ortsvorsteherin Sigrun Schneider: „Ich unterstütze Ihre Aktion für einen Glasfaserausbau. Auch ich sehe es als eine Chance für den ländlichen Raum.“ Sie verweist aber auf die persönliche Entscheidungsfreiheit der Menschen, „die keinen Vertrag mit der deutschen Glasfaser (aus welchen Gründen auch immer) abschließen wollen“. Aus Münster berichtet Ortsvorsteher Roland Langer: „Der Ort Münster und sein Ortsbeirat befürworten den Glasfaserausbau.“  

Informationen zum Ausbau gibt es auch unter www.deutsche-glasfaser.de. 

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