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Bischof: Bleibt offen für Träume!

BUTZBACH. Mit Weihegebet und Handauflegung weiht Bischof Peter Kohlgraf den Butzbacher Maximilian Eichler am Samstag in Mainz zum Diakon. Text + Fotos: kip

Maximilian Eichler aus Butzbach-Griedel wurde in Mainz zum Diakon geweiht

BUTZBACH/MAINZ (kip). Ein Zeichen der Ermutigung nannte Bischof Peter Kohlgraf am Samstag die Weihe von Maximilian Eichler zum Diakon. Nicht nur in Mainz, auch in der Heimatgemeinde des Weihekandidaten in Butzbach herrschte am Wochenende Feierstimmung. Viele Gemeindemitglieder waren nach Mainz gefahren, um die Diakonatsweihe mitzuerleben. 

Etwas Besonderes war der Tag der Weihe auch für Bischof Peter Kohlgraf. „Sie sind gewissermaßen mein Erstgeborener“, sagte der Bischof mit einem Schmunzeln in seiner Predigt im Weihegottesdienst in der Mainzer Augustinerkirche. Für ihn war es die erste Weihe, die er als neuer Bischof von Mainz spendete. Maximilian Eichler war der einzige Kandidat. Jugendarbeit, der Dienst als Messdiener und das Spielen der Orgel seien sicher „nicht die schlechteste Voraussetzung“ für sein Wirken als Diakon und später als Priester, meinte der Bischof im Blick auf Eichlers Engagement in der Heimatgemeinde. Neben den Butzbachern und der Familie waren viele Priester, Diakone, Ordensleute und Freunde zum Gottesdienst in die Kirche des Mainzer Priesterseminars gekommen. Mit der Handauflegung und dem festlichen Weihegebet weihte Bischof Kohlgraf den 26-jährigen Butzbacher zum Diakon und besiegelte die Weihe mit einer Umarmung. Pfarrer Eberhard Heinz übergab Eichler als Heimatpfarrer anschließend symbolisch liturgische Gewänder.  

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Bischof Aussagen von Papst Franziskus: „Gott ist jung! Habt keine Angst! Seid Träumer und Propheten! Seid authentisch!“ Gott wirke immer wieder neu in seiner Schöpfung Das sei entlastend, denn „das Heil der Welt ruht nicht auf Ihnen und auf den Menschen allgemein, sondern auf Gott. Wir wirken nur mit“, sagte er zu dem Neugeweihten. Aufgabe des Diakons sei es, Gott in jedem Menschen zu entdecken und dessen Würde und Gottesebenbildlichkeit freizulegen und entdecken zu helfen. „In Ihnen bekommt Gott ein junges Gesicht!“, sagte er zu Eichler. Es gebe keinen Grund zur Angst. Der Seelsorgeberuf sei großartig und viele entwickelten darin neue Begabungen. „Bleiben Sie immer offen für das Neue, das Gott in Ihnen und anderen freisetzt“, ermutigte er Eichler und die Gottesdienstbesucher. „Bleibt offen für Träume. Sucht nach Gottes Willen und traut ihm zu, dass er spricht. Gebt Gott Raum und helft den Menschen, Gott und sich selbst besser zu verstehen.“ Wichtig sei, dass die Seelsorger dabei authentisch blieben, betonte der Bischof.  

Nach dem Weihegottesdienst gratulierten die Gottesdienstbesucher dem neuen Diakon bei einem Empfang im Kreuzgang des Priesterseminars. Viele Butzbacher waren erfreut, wie viel Zeit sich der Mainzer Bischof in diesem Rahmen für das Gespräch mit den Gemeindemitgliedern nahm. Mancher erinnerte ihn daran, dass die Butzbacher Gemeinde bald einen neuen Pfarrer braucht. Die anschließende Dankandacht leitete Eichler und dankte dabei allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.  

Am Sonntag assistierte der neugeweihte Diakon dann zum ersten Mal als Diakon in einer heiligen Messe – dem Hochamt in seiner Heimatgemeinde Sankt Gottfried – und hielt seine erste Predigt. Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Singkreis. So wie die ersten Jünger Zeit brauchten, um die Auferstehung zu begreifen, so sei bei allen Menschen der Glaube ein langer Prozess der Auseinandersetzung, der nie fertig sei – „weder für Sie noch für mich“, betonte Eichler in seiner Predigt. Zwar könnten die heutigen Menschen Jesus Christus nicht anfassen, doch habe er in der Eucharistie mit Brot und Wein ein großes Geschenk hinterlassen, in dem er leibhaftig gegenwärtig sei. Der Diakon ermutigte dazu, sich die Zeit zum Wachsen im Glauben zu nehmen.  

Neben den Butzbacher Geistlichen Pfarrer Heinz, Pfarrer i.R. Günter Hasenbein und Pater Georg Menke op zelebrierte auch der aus Butzbach stammende Pfarrer Andreas Omphalius die Messfeier mit. Er war und ist für Eichler ein wichtiger Begleiter auf seinem Weg gewesen, der voraussichtlich im kommenden Jahr in die Priesterweihe mündet. Am Ende des Gottesdienstes überreichte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dietmar Gillmann das Geschenk der Gemeinde: liturgische Gewänder für den jungen Diakon. Bei einem Empfang im Gemeindehaus gratulierten die Gemeindemitglieder Maximilian Eichler. Eine Vesper schloss den Festtag in Butzbach ab.  

BUTZBACH. Seine erste Predigt hielt Maximilian Eichler aus Butzbach-Griedel beim Sonntagsgottesdienst in seiner Heimatgemeinde Sankt Gottfried.

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