Bitte um Vertrauensvorschuss

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Bitte um Vertrauensvorschuss

Foto: dreut

EINSCHULUNG – Weidigschule begrüßt 159 Fünftklässler / Kultusstaatssekretär überreicht „Startsets“

Butzbach (dt). Als gestern Vormittag alle 159 neuen Fünftklässler eingeteilt waren und mit ihren Klassenlehrern bereits den großen Saal des Bürgerhauses in Richtung neuer Schule verlassen hatten, wandte sich Schulleiterin Annette Pfannmüller unmittelbar an die Eltern, Großeltern und Verwandten. „Sie haben für Ihre Kinder mit Ihrer Entscheidung für die Weidigschule eine Weiche gestellt … Wir machen auch Fehler, machen an der Weidigschule bestimmt nicht alles richtig, aber wir machen vieles sehr gut. Darum bitten wir um ihr Vertrauen als Eltern, um einen Vertrauensvorschuss,“ unterstrich die Schulleiterin, die die Eltern direkt aufforderte, mit den jeweiligen Lehrern sofort in Austausch zu treten, wenn es ein Problem gebe.      

Daneben hielt Pfannmüller – quasi als verbindende Geste – für jede Familie eine Tüte mit Blumensamen bereit, die die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam zum Wachsen und Blühen bringen sollten als Parallele zum wachsenden Vertrauen zwischen Elternhaus und Schule. Weiter gab die Schulleiterin den Erziehungsberechtigten drei Ratschläge mit auf den Weg. Sie sollten erstens nicht vergessen, bei der Bewältigung der vielen neuen, kommenden Aufgaben und Anforderungen ihr Kind zu loben. Als Zweites forderte sie die Eltern nachdrücklich auf, den „Medienkonsum“ ihrer Kinder permanent zu kontrollieren und zu reduzieren: „An unserer Schule gilt: Das Handy bleibt am Schulvormittag abgeschaltet in der Schultasche.“ Als Drittes bat die Schulleiterin die Erwachsenen, ihr Kind zu unterstützen, indem sie mit wirklichem Interesse am Lernen in der Schule ihrem Kind zeigten, wie wichtig der Erwerb von Wissen heute in unserer Gesellschaft sei.       

Zu Beginn der Veranstaltung hatte ein Kooperationsorchester von Weidigschule und Musikschule unter Leitung von Annette von Malek und Marion Adloff musikalisch Tradition und Moderne verknüpft mit Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ – traditionell und dann „jazzig“. In einer launig-humorvollen Ansprache begrüßte Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im Kultusministerium, im voll besetzten großen Saal des Bürgerhauses Schüler und Eltern. Er versprach den neuen Fünftklässlern eine „spannende“ Schulzeit mit neuen Schulfächern, Fremdsprachen und Schüleraustauschen. Das alles sollten sie „genießen“. Für ihre Klassenlehrer sei ein neuer Schülerjahrgang ebenfalls aufregend, ständen sie doch vor der großen „tollen“ Aufgabe, eine bunter Schülerschar zu einer Einheit in einer Klasse zusammenzuführen. Für jeden Schüler hatte Lösel ein „Startset“ mitgebracht und überreichte ein Exemplar auf der Bühne symbolisch an einen Schüler. Direkt im Anschluss – eigentlich nicht offiziell vorgesehen – forderte Lehrer Burkhard Reuhl den ganzen Saal zu  einem gesanglichen „Hochzeitsständchen“ für die Weidigschulleiterin auf, die vor elf Tagen geheiratet habe und nun nicht mehr Richter, sondern Pfannmüller heiße.

 Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel des Orchesters mit der Filmmusik „Fluch der Karibik“ wandte sich Pfannmüller direkt an die neuen Fünftklässler und erzählte dabei aus Andreas Steinhöfels Jugendbuch „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ die beispielhafte Geschichte der „tiefbegabten“ Titelfigur Rico, der eben nicht hochbegabt sei, aber viele andere liebenswerte Eigenschaften habe. Einmal gehe Rico stets offen und freundlich auf Mitmenschen zu, sei offen besonders für die, die „anders“ seien. Weiter sei der Junge „hartnäckig“, wenn es darum gehe, einer Sache auf den Grund zu gehen, etwas genau wissen zu wollen und keinesfalls zu schnell aufzugeben. Daneben sei Rico selbst ein guter Freund, der sich bemühe im Kontakt mit anderen Menschen neue Freunde zu finden. „Menschliches Dasein ist nicht in Noten messbar. Ihr dürft eines nicht tun: Nicht mehr an Euch selbst glauben,“ forderte Pfannmüller die „Neuen“ auf. 

Wie sie wissen ließ, erhält jeder neue Fünftklässler von seinem neuen Klassenlehrer einen Briefbogen und einen Umschlag. „Schreibt darin, was ihr euch wünscht oder wovor ihr Angst habt. Diesen geschlossenen Brief verwahrt Euer Klassenlehrer und Ihr erhaltet ihn 2027 – im Jahr Eures Abiturs – wieder zurück. Danach wurden die 159 neuen Fünftklässler mit ihren Klassenlehrern aufgerufen und so eingeteilt: Klasse 5a mit 29 Schülern (Klassenlehrer Lothar Jacob), Klasse 5b mit 28 Schülern (Jan Konen), Klasse 5c mit 27 Schülern (Lydia Ann Bindewald), Klasse 5d mit 25 Schülern (Anke Rückert), Klasse 5e mit 24 Schülern (Sabine Schlitt) und Klasse 5f mit 26 Schülern (Dr. Marten Lößner). Mit ihren Lehrern suchten die sechs neuen Klassen danach erstmals ihre künftigen Klassenräume in der Weidigschule auf. Den Eltern stellten sich die Elternbeiratsvorsitzende Andrea Richert und der Vorsitzende des Fördervereins der Weidigschule, Matthias Schnell-Heisch, kurz vor.

Foto: dreut

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