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Breites Spektrum des Strafvollzugs

PREKTIKER-TAGUNG – Fachleute in der JVA Rockenberg / Interesse an Umsetzung von Wohngruppen foto: bu

ROCKENBERG. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Rockenberg, Klaus Ernst, begrüßte die Teilnehmer an der Tagung der Anstaltsleiter. Foto: bu 

ROCKENBERG (bu). Zur 51. Praktiker-Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der Leiter der JVA und besonderer Vollstreckungseinrichtungen trafen die Mitglieder in der JVA Rockenberg, wo sie vom Sprecher der BAG Friedrich Waldmann, dem Leiter der JVA Rockenberg Klaus Ernst und Rockenbergs Bürgermeister Manfred Wetz begrüßt wurden. Den Auftaktvortrag mit der Vorstellung des hessischen Jugend-Justizvollzugs hielt Staatssekretär Thomas Metz.

Waldmann ging auf die bundesweite Bedeutung der Veranstaltungswoche ein, da über Landesgrenzen hinweg Erfahrungen ausgetauscht werden. Bürgermeister Wetz präsentierte die Gemeinde Rockenberg mit ihren vielfältigen Einrichtungen und Möglichkeiten in der Wetterau mit der guten Anbindung an das Rhein -Main-Gebiet.

Staatssekretär Metz ging auf die dynamische Entwicklung der Anforderungen besonders an den Jugendstrafvollzug ein. In Hessen sind Jugendliche in vier Justizvollzugseinrichtungen untergebracht, in denen ein Wohngruppenvollzug umgesetzt wurde. Dabei sind die hohe Betreuungsdichte und die Möglichkeiten der schulischen und beruflichen Ausbildung von besonderer Bedeutung. 

An den weiteren der fünf Veranstaltungstage standen am Dienstag ein Überblick über die JVA Rockenberg von Anstaltsleiter Ernst, ein Impulsvortrag „Wohngruppenvollzug in der JVA Rockenberg“ von Benjamin Neuls vom Sozialdienst der JVA Rockenberg sowie die psychiatrische Versorgung der Gefangenen in der JVA Rockenberg von Claudia Lutter von der Vitos Klinik für Jugendforensik Marburg auf dem Programm. In einem Wild Café sollen die Behandlung, berufliche/schulische Ausbildung, die Sicherheit, Sport/Freizeit/Kultur und die Entwicklung des Personals behandelt werden. Themenbezogene Führungen durch die JVA Rockenberg und die Besichtigung der Klosterkirche standen auf dem Programm.

Ein wichtiger Baustein ist auch „Medienangebote für junge Menschen in Haft und Arrest – zwischen Bücherwelten und Cyberspace“  von Gerhard Peschers von der  Medienfachstelle NRW in der JVA Münster. Daran an knüpft das Thema „Sicherheit und Internetnutzung für junge Strafgefangene“, der Vortrag von Arnd Martens-Großmann, Leiter IT-Dienste und Support beim IBI – Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft GmbH, Berlin mit der anschließenden Diskussion des Positionspapieres der BAG, die den Internetzugang für die Jugendlichen geregelt ermöglichen möchte.  

An den Vortrag „Gewalt unter Gefangenen, wie gehen wir damit um?“ aus der hessischen Dunkelfeldstudie von Dr. Sandra Budde-Haenle vom kriminologischen Dienst beim Justizministerium war ebenfalls eine Diskussionsrunde angeschlossen.  

Als weitere Themen angekündigt waren neue Software für die Strafvollstreckungsleitung, die Belegungssituation in den deutschen Jugendvollzugsanstalten, ein Besuch der Jugendabteilung der Justizvollzugsanstalt Frankfurt III (Frauenvollzug) und die „Wirksamkeitsmessung im hessischen Jugendvollzug“ aus Forschungsergebnissen  von Dr. Sandre Budde-Haenle (Kriminologischer Dienst Hessen).

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