„Bürger übernehmen Geschäftsrisiko“

Pläne ein „Glücksfall für Butzbach“
22. November 2017
Malteser suchen neue Bleibe
22. November 2017

„Bürger übernehmen Geschäftsrisiko“

Bufa-Gelände Butzbacher UWG kritisiert Investor scharf / „Parkdeck Nussallee keine Alternative“

butzbach (pd). Die UWG Butzbach hatte sich ursprünglich für das Projekt Bahnhofsarkaden ausgesprochen, weil es Butzbach als Mittelzentrum gestärkt, die Bahnhofsproblematik in Angriff genommen und das Pendlerparken auf der Ostseite des Bahnhofes einer Lösung zugeführt hätte. „Es war ein Projekt, ohne Kostenrisiko für die Stadt, verbunden mit einer Erhöhung der Lebensqualität für die Bewohner“, heißt es in einer vom UWG-Vorsitzenden Thomas Gerum unterzeichneten Pressemitteilung.

Mit diesem Projektvorschlag habe Schoofs Immobilien alle Investoren aus Butzbach und dem gesamten Wetteraukreis aus dem Feld schlagen können, „weil kein anderer zu diesen Versprechungen fähig war“.

Der Investor sei anschließend allerdings nicht in der Lage gewesen, dieses Projekt umzusetzen.  Was Butzbach mit der jetzigen Wohnbebauung „Neue Mitte Butzbach“ erhält ist laut UWG genau das Gegenteil.

„Diese Wohnbebauung belastet den Bahnhof im Rahmen seiner Zubringerfunktion mit zusätzlichem ruhendem Verkehr, da die Stellplatzsatzung die erforderlichen Parkflächen für die neu geschaffenen Wohneinheiten nicht herstellen wird“, prognostiziert Gerum. Erfahrungen in anderen Wohnquartieren zeigten, dass öffentlicher Parkraum im Bahnhofsumfeld von den Bewohnern der 164 Wohneinheiten zusätzlich in Anspruch genommen wird. Das Parkproblem der Pendler werde nicht gelöst, sondern verstärkt. „Der Bahnhofsvorplatz mit dem Bahnhofsgebäude wird aus den Planungen herausgenommen und an die Stadt gegeben.“

Durch die aktuelle Planung übernehmen nach UWG-Auffassung die Bürger dieser Stadt das Geschäftsrisiko des vollmundigen Investors. Die Stadt übernimmt die Verantwortung für einen zu erstellenden Bahnhof und hat für solche Aufgaben gar keine eigenen Ressourcen. „Die Butzbacher Bürger zahlen die Zeche für eine  verfehlte  Politik der Bundesbahn, die den ländlichen Raum, trotz hoher Pendlerzahlen, vernachlässigt.

Der Investor auf dem Gelände der früheren Nudelfabrik zeigt laut UWG, dass es auch anders geht. Die ursprünglich dichte Bebauung sei zum erheblichen Teil einer Reihenhausbebauung gewichen. Bei den Reihenhäusern seien anstatt 1,25 Stellplätze pro Wohneinheit zwei  Stellplätze vorgesehen. „Unsere Kritik im Vorfeld wurde aufgenommen und zumindest beim ruhenden Verkehr auf Kompromisslinie gebracht.“

Eine Kompromisslinie sieht die UWG im Bereich der ehemaligen Farbenfabrik nicht, sondern einen „Investor der in Butzbach keine Gewerbesteuer zahlt, nichts tut um, bei durchschnittlich 9,50 Euro kalt, das Butzbacher Mietniveau zu entlasten, nichts für die Infrastruktur tut, sondern nach Herstellung das gesamte Projekt an einen Immobilienfonds verkauft. Er löst sein Unternehmerrisiko auf Kosten der Butzbacher Bürger, die durch weitere Einschränkungen im ruhenden Verkehr in ihrer  Bewegungsfreiheit beschnitten werden und damit eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität erfahren“, so Gerums Analyse.

Die Alternativlösung mit dem Parkhaus an der Nussallee, das den Wegfall von  Parkflächen im gesamten Umfeld des Bahnhofes aufnehmen soll, sieht die UWG als zeitlichen Nachteil für die Pendler. Hunderte Arbeitnehmer wollten, nach Möglichkeit ohne Wartezeit, den gleichen Zug erreichen. Dadurch staue sich der Verkehr aus Taunus- und Kaiserstraße „an dieser unübersichtlichen Straßenecke, mit der Folge, dass eine Verkehrsgefährdung für Fußgänger, insbesondere auch Schüler, vorprogrammiert ist. Im Ergebnis heißt das für die Pendler, dass sie jeden Morgen eine Viertelstunde früher aufstehen, weil sie vor dem Nadelöhr Parkhaus auf Einfahrt warten müssen, damit ein fremder Investor in Butzbach zu seinem Geschäftsergebnis kommt“, so die UWG. Sie lehnt  somit die Einbeziehung des Parkhauses Weinstraße in diese Überlegungen der Bahnhof-Arkaden Butzbach GmbH & Co. KG ab, dementsprechend auch die Abbruchvereinbarung für das Parkdeck.

Comments are closed.