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„Bürgerbeteiligung ist A und O“

BUTZBACH. Pfarrer Christoph Baumann präsentiert die Arbeitsergebnisse, die sich unter anderem mit der Bürgerbeteiligung beschäftigen. Foto: BZ

WORKSHOP — Arbeitsgruppen stellen Ergebnisse vor, um Butzbacher Degerfeld attraktiver zu machen

Butzbach (pd). „Die Beteiligung von Bürgern im Degerfeld ist das A und O, wenn wir Orte der Begegnung schaffen wollen, die angenommen werden.“ So brachte es Christoph Baumann, Sprecher der Arbeitsgruppe „Orte der Begegnung“ als zentrale Botschaft seiner Gruppe auf den Punkt. Diese Position des Pfarrers der Markusgemeinde wurde einmütig von den Teilnehmern des jüngsten zweiten Treffens zu dem Thema „Das Degerfeld als Ort des pluralen und demokratischen Miteinanders – Entwicklung von Handlungsoptionen im Umgang mit Herausforderungen“ geteilt.

Zusammengekommen waren unter diesem sperrigen Titel Vertreter des Quartiersmanagements und der Gemeinwesenarbeit, Senel Ayana, Aaron Löwenbein und Carolin Wirtgen, Vertreter pädagogischer Einrichtungen wie der Kita Pusteblume und der Degerfeld- und  der IGS Schrenzerschule, vom Kirchenvorstand der Markusgemeinde, vom Stadtteilbeirat und der Bürgerschaft.

Eingangs erinnerten Michael Schröter, Vorsitzender des Stadtteilbeirats, und Ayana an die Ergebnisse des ersten Treffens am 30. November 2018. Ausgangspunkt war damals die Frage, wie im Degerfeld die Integration von vielen unterschiedlichen Nationalitäten und Traditionen begleitet und im Hinblick auf eine positive Außenwirkung gefördert  werden kann.

„Kommunikation und aktive Verantwortungsübernahme sind die zentralen Ansätze“, stellte Schröter fest. „So kann das Degerfeld nicht nur seine vielfältigen Potentiale erkennbar machen, sondern auch in demokratischen Beteiligungsprozessen mit seiner dynamischen sozialen, kulturellen und mitmenschlichen Weiterentwicklung beispielhaft Zeichen setzen.“

Die daraus entwickelten Arbeitsschwerpunkte „Sport und Verein für Kinder und Jugendliche“, „Orte der Begegnung“ und „Anfeindungen“ wurden nun vertieft. Dabei verwies die Gruppe „Sport und Verein“ bereits auf erste Erfolge, wie Stadtrat Reinhard Burk als Sprecher mitteilte. Inzwischen finde ein wöchentliches Treffen von Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren unter der Leitung von David Mieger am Bolzplatz statt. Dort solle nun durch gezielte Werbemaßnahmen der Teilnehmerkreis erweitert werden.

Stadtteilbeiratsmitglied Uwe Jung erinnerte an den SV Degerfeld, einen Fußballverein, an dessen Tradition man anknüpfen möchte.

In der Gruppe „Orte der Begegnung“ kristallisierten sich Vorschläge heraus, die auch Eingang in die Planung der Wohnumfeldgestaltung des Degerfeldes finden sollen, wie etwa ein Grillplatz, Sitzbänke an Wegen, Begegnungstische, eine  Stadtteil-Werkstatt, Freiräume für Jugendliche, die diese selbst gestalten oder Flächen, die ein gemeinsames Gärtnern ermöglichen. „Um mit den Menschen darüber ins Gespräch zu kommen, wäre ein ‚Wandercafé‘ hervorragend geeignet“, erklärte Quartiersmanagerin Ayana. Gemeint ist damit ein turnusmäßiges Treffen auf den unterschiedlichen Freiflächen des Degerfeldes, zu dem die Bewohner eingeladen werden und wo sie den Meinungsaustausch zu Gestaltungsmöglichkeiten in ihrem Wohn-umfeld, aber auch zu anderen Themen pflegen können.

„Ein Ort der Begegnung kann aber auch eine Mitfahrerbank sein“, griff Beirätin Bärbel Nohl-Zitzer eine Idee auf, die schon vom Seniorenbeirat verfolgt wird und die in anderen Städten praktiziert werde. Der Stadtteilbeirat Degerfeld will demnächst die Möglichkeiten der Umsetzung und den rechtlichen Rahmen klären.

„Wie wir mit Anfeindungen besser umgehen und Menschen besser schützen können und wie die Möglichkeiten sind, diesen Unterstützungsbereich mit in die anderen Projekte einfließen zu lassen, das möchte die entsprechende Arbeitsgruppe weiter klären“, sagte Tanja Berovik als Sprecherin. Hilfe erwarte sie von Teammitgliedern und Trainern, die auch über das Programm „Demokratie leben“ finanziert werden können.

„Was hier angefangen wurde, soll keine Eintagsfliege sein“, versicherte Schröter mit Nachdruck. Die Steuergruppe mit Ayana, Baumann, Swantje Dahlen, Ronja Schott und Carolin Wirtgen werde die nächsten Schritte planen. Mittelfristig sei an einen „Markt der Möglichkeiten“ gedacht, in dem alle Akteure im und um das Degerfeld und die Experten aus dem Seniorencafé zusammenkommen und ihre Aktivitäten vorstellen können.

BUTZBACH. Stadtrat Reinhard Burk informierte über Vereins- und Sportaktivitäten als Grundlage der Integrationsarbeit. Foto: BZ

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