Bürgerhäuser offen, aber mit Auflagen

Steuerzahler möchten ins Freibad
5. Juni 2020
Was wird aus Gambacher Zeltkirmes?
8. Juni 2020

Bürgerhäuser offen, aber mit Auflagen

Vereinsbetrieb möglich, aber ohne Gesang / Keine privaten Feiern / 11 000 Euro Spenden für Collecchio

BUTZBACH (thg). Die Stadt Butzbach öffnet Einrichtungen wie Bürgerhäuser unter strikten Auflagen für den Vereinsbetrieb. Damit hatte sich der Magistrat jüngst befasst. Gestern informierte Bürgermeister Michael Merle über Einzelheiten. Feiern jeglicher Art wird es in den Sälen allerdings weiter nicht geben. 

Die Freigabe gilt ab sofort. Möglich sind nur Nutzungen, bei denen die Hygiene- und Abstandsregelungen „auch tatsächlich eingehalten werden“. Diese Entscheidung hat der Magistrat auf Grundlage der Verordnungen des Landes Hessen zur Corona-Pandemie – vorerst bis zum 5. Juli – getroffen.  

„Private Feiern und Veranstaltungen von Vereinen, die den Charakter einer Feier haben, sind bis auf weiteres nicht möglich. Der Trainings- und Übungsbetrieb von Vereinen unter strikter Einhaltung der Hygienekonzepte ist dagegen durchführbar“, erklärt Bürgermeister Merle. 

Wegen der Beschränkungen des Landes auf maximal 100 Menschen bei Zusammenkünften und zur Wahrung der Abstandsregeln sei die zulässige Personenzahl für alle öffentlichen Veranstaltungsstätten neu berechnet und entsprechend reduziert worden. „Alle Nutzergruppen müssen ein geeignetes Hygienekonzept vorlegen sowie eine Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln abgeben.“

Angesprochen auf den Probenbetrieb von Gesangvereinen sagte Merle, dass in den Gebäuden nicht gesungen werden dürfe. Feste, auch bereits privat gebuchte Feiern, dürften derzeit ebenfalls nicht stattfinden, auch wenn die Infektionszahl mit dem Coronavirus in Butzbach niedrig sei. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass zu solchen Anlässen auch Menschen aus anderen, möglicherweise vom Infektionsgeschehen stärker betroffenen Regionen kommen. 

Für die Nutzung der Liegenschaften seien ferner unter anderem folgende Regelungen einzuhalten: Sämtliche Nebenräume wie Küchen- und Thekenbereiche, Umkleidekabinen oder Duschen stehen nicht zur Verfügung. Auch das Anbieten von Speisen und Getränken jeglicher Art ist nicht gestattet. Teilnehmer einer Nutzergruppe sind namentlich mit vollständiger Adresse zu erfassen. Die in den Bürgerhäusern zur Verfügung gestellten Gegenstände wie Tische, Stühle und sonstige Möbel sind nach jeder Benutzung mit geeignetem Flächendesinfektionsmittel zu desinfizieren, das von der Stadt Butzbach zur Verfügung gestellt wird. Analog zu den Regelungen der Gastronomiebetriebe sind die Gebäude spätestens um 22 Uhr zu verlassen.  

Vereine sind – wie bei der Nutzung in den städtischen Sporthallen und Sportplätzen – verpflichtet, die Vorgaben der Corona-Verordnungen und Landesfachverbände sowie die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu den Hygienemaßnahmen – einzuhalten.  

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen und Bedingungen zur Nutzung der Bürgerhäuser und Dorfgemeinschaftshäuser sind auf der Homepage der Stadt Butzbach unter www.stadt-butzbach.de ersichtlich.  

Merle kündigte ferner an, dass auch zum Thema Bestattungen Ergänzungen folgen. So sei das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung bei der Teilnahme Pflicht. 

Mit der Zusammenarbeit von Stadt und Wetterauer Gesundheitsamt ist der Bürgermeister zufrieden. Die fachliche Beratung werde punktuell in Anspruch genommen, so habe es beim Thema Kindergärten einen engen fachlichen Austausch gegeben. Das Amt stehe mit den Ordnungsämtern in Kontakt, stehe für Maßnahmen Rede und Antwort. Erkenntnisse aus einer Kommune würden auch jeweils an die übrigen 24 Kreiskommunen weitergegeben. 

Beim Blick auf die gesamten Maßnahmen erklärte Merle: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Nächstes großes Thema sei dann die Fortsetzung des Betriebs von Kitas und Schulen nach den Sommerferien. 

Merle lobte aber auch die Solidarität der Butzbacher. Er erinnerte an ehrenamtliche Helfer, die dazu beigetragen hätten, dass die Butzbacher Tafel wieder öffnete oder auch ein Taxi-Unternehmen, das kostenlos zum Arztbesuch nach Bad Nauheim chauffierte. Und auch an „unsere europäischen Freunde“ sei gedacht worden. Die Spendenaktion des Städtepartnerschaftsvereins für Collecchio habe 11 000 Euro ergeben. 

Comments are closed.