Bundesverdienstkreuz für Friedel Werner

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Bundesverdienstkreuz für Friedel Werner

BUTZBACH. Ministerpräsident Volker Bouffier überreichte Friedel Werner im Kloster Eberbach das Bundesverdienstkreuz. Foto: dreut

Preisträger bedankte sich mit Mundharmonika-Ständchen bei Volker Bouffier

BUTZBACH (dt). Das hatte es so im altehrwürdigen Laiendormitorium des Klosters Eberbach noch nicht gegeben. Am Abend des 8. Oktober erhielt der 88-jährige Friedel Werner aus Butzbach-Ostheim aus den Händen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Und Friedel Werner bedankte sich originell so, wie es alle Ostheimer und Butzbacher seit Jahrzehnten von ihm kennen: Er zog seine Mundharmonika aus der Tasche und spielte vor der festlichen Versammlung die Europahymne, Beethovens Ode an die Freude: „Freude schöner Götterfunken“, passend zum Anlass. 

Ob dieser unerwarteten und im Programm nicht vorgesehenen Darbietung des neuen Trägers des Bundesverdienstkreuzes gab es kräftigen Beifall der Festversammlung im Kloster, sodass Friedel Werner beim folgenden Beisammensein nach der Verleihung mit „Wir lagen vor Madagaskar“ eine weitere Zugabe geben musste. Der Preisträger wurde ausgezeichnet nach seiner Jahrzehnte langen engagierten, verdienstvollen ehrenamtlichen Tätigkeit auf kommunaler politischer und Vereinsebene. Vorgeschlagen zu der hohe Ehrung hatte ihn bereits 2018 der Ostheimer Verein „Unser Dorf e.V.“, der in seinem Antrag darauf verwies, dass sich der zu Ehrende „in seinem nie versiegenden Engagement während seines ganzen Lebens stets für das gesellschaftliche Gemeinwesen in den Bereichen Kultur, Landwirtschaft und Gesellschaft auf herausragende Weise eingesetzt“ habe.      

Mit der Gründung einer Landjugendgruppe im Jahr 1951 in Fauerbach v.d.H. hatte Friedel Werner seine ehrenamtliche Tätigkeit auf dörflicher Ebene begonnen. Nachdem er zunächst vorwiegend auf landwirtschaftlicher Ebene ehrenamtliche Funktionen übernommen hatte, saß er von 1971 bis 1997 für die SPD 26 Jahre im Butzbacher Stadtparlament und war gleichzeitig von 1971 bis 1995 Mitglied im Ostheimer Ortsbeirat, von 1985 bis 1995 in der Funktion als Ortsvorsteher. Weiter war er Mitglied des Ortsgerichts und des Kirchenvorstandes. Und Mitgliedschaft bedeutete für Werner immer tatkräftiges Engagement.    

Bereits 1984 erhielt Werner den Ehrenbrief des Landes Hessen. Von 2000 bis 2019 arbeitete er im Vorstand des Seniorenbeirats der Stadt Butzbach und war daneben Schöffe beim Amtsgericht Friedberg und beim Landgericht Gießen. Die höchste Auszeichnung der Stadt Butzbach, die „Bürgermedaille“ erhielt er im Jahr 2012. Weiter wirkte der Geehrte in zahlreichen Vereinen teilweise auf der Vorstandsebene mit, so in den Gesangvereinen Fauerbach und Ostheim, bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem TSV Ostheim, im Verein „Unser Dorf“, im Obst- und Gartenbauverein, in der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes, im VdK Ostheim/Nieder-Weisel, bei der AWO und im Mundartverein Vemuk. Ein Highlight war für ihn die 750-Jahrfeier Ostheims im Jahr 2015. Im dörflichen Zusammenleben und über den Dorfrahmen hinaus erfüllte er so in Präsenz vielfältige Aufgaben, neben den offiziellen Vereinstätigkeiten auch bei seinen musikalischen Vorträgen, in Theateraufführungen mit Wort, Gitarre, Mundharmonika und Klavier. 

Im Kreis seiner Familie mit drei Töchtern, zwei Enkeln und zwei Urenkeln konnte Friedel Werner das Bundesverdienstkreuz in Empfang nehmen, dessen Verleihung im Jahr 2020 vertagt werden musste auf den Oktober 2021.                           

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