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Butzbacher Freibäder bleiben zu

Bauausschuss trifft endgültige Entscheidung / Sanierungsbeginn in Schrenzerbad / Plan: Im nächsten Mai öffnen

BUTZBACH (thg). Weder das Schrenzerbad noch das Maibacher Freibad werden in dieser Saison geöffnet, das Hallenbad wird repariert – mit finanzieller Vorleistung von 200 000 Euro der Butzbacher Bäderbetriebe (BBB). Die Sanierung der Freibäder soll vorangetrieben werden. Das sind die Ergebnisse der Bauausschusssitzung vom Mittwoch. Damit sind die Beschlüsse gefasst, die Stadtverordnetenversammlung wird darüber nicht mehr beraten, unter anderem weil die Schrenzerbad-Sanierung so schnell wie möglich beginnen soll, laut BBB-Geschäftsführer Michael Weiß bereits gestern. 

Die Hallenbad-Reparatur wurde einstimmig beschlossen. Am Montag sollen dort nun die ersten Arbeiten beginnen, kündigte Weiß an. Die Lichttraversen und die Zwischendecke müssen repariert werden. Die Hoffnung bestehe, dass das Hallenbad dann im September wieder betriebsbereit ist. In einem juristischen Verfahren hoffen die BBB, den Schaden ersetzt zu bekommen. 

Die Zustimmung zum Ausfall der Freibad-Saison erteilten SPD, UWG und Grüne. Enthaltungen kamen von FDP und CDU. „Selbst wenn wir dagegen stimmen – wir sind nicht vorbereitet“, sagte Benjamin Seliger (CDU) bezogen auf die angekündigte vier- bis sechswöchige Frist, um das Schrenzerbad betriebsbereit zu machen. 

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Euler erinnerte daran, dass viele Menschen dieses Jahr nicht in Urlaub fahren und nun auch nicht ins Freibad gehen könnten. Er räumte aber auch ein, dass sich die Fraktion durchaus im Zwiespalt befinde zwischen Schließung für Sanierung und Öffnung. Die Maßgabe müsse sein, dass „halbwegs“ die Garantie besteht, dass die Sanierung im nächsten Mai abgeschlossen ist. Man müsse „alles dafür tun, dass wir nächstes Jahr öffnen können“. 

Seliger fragte nach, ob das Schrenzerbad öffnen könne oder ob es aus technischer Sicht nicht möglich sei, aufzumachen. Planer Oliver Martin sagte, dass das Bad momentan funktionstüchtig sei, aber sich die Frage stelle: „Wie lange geht das noch gut?“ Als Beispiel nannte er die Filteranlage: „Der Handlungsbedarf ist sehr groß.“ 

Die Sanierung des Freibads stehe ohnehin an, stellte UWG-Fraktionsvorsitzende Gudrun Reineck fest. Die Öffnung in der Corona-Zeit sei auch ein Risiko. „Wer soll die Verantwortung übernehmen? Ich möchte das nicht tun.“ Das Virus sei noch nicht gebannt. Für sie gab es zwei Optionen: Entweder werde das Schrenzerbad dieses Jahr geöffnet mit extremen Einschränkungen, dann sei es aber nächstes Jahr wegen der Sanierung zu. Oder die ohnehin notwendige Sanierung werde nun schnellstmöglich in die Wege geleitet. „Je früher der Baubeginn, desto früher ist auch das Ende erreicht“, ergänzte Günter Botzky (SPD). 

Seliger bedauerte, dass abgesehen von Corona drei Bäder in Butzbach bestünden, aber keins geöffnet sei. Für den Freibadbetrieb fragte er nach Alternativen zu dem Drei-Schicht-Modell, mit dem das Schrenzerbad an jedem Tag in drei zweistündigen Phasen für maximal 1200 Besucher geöffnet werden könnte, unterbrochen von einer Stunde Pause unter anderem für die Desinfektion. Er fragte, ob es einen „kleinen Notbetrieb“ geben könne.  

Reineck sagte, dass nur das Schwimmerbecken geöffnet werde. Es werde also ohnehin nur ein Bruchteil der Bevölkerung das Bad nutzen können. Sie werbe um Verständnis beim Bürger, jetzt die Chance und die Zeit zu nutzen, ansonsten „sehe ich schwarz, dass wir nächstes Jahr aufmachen können“. Das Augenmerk sollte aufs Hallenbad gelegt werden, damit es im September geöffnet werde. 

Bürgermeister Michael Merle nahm die BBB in Schutz gegen Vorwürfe, nichts für eine Öffnung getan zu haben. Die Saison sei wegen der Corona-Pandemie verkorkst, nicht wegen der Gremien oder der Geschäftsführung. Es gebe „genügend Kommunen“, die auch noch Zeit bräuchten. Merle sprach auch den Mangel an Personal für eine Schrenzerbad-Öffnung an. Dies sei so nicht machbar. Und der Umfang des unter Abstands- und Hygienerichtlinien ermöglichten Badebetriebs wäre nicht das, „was die Menschen zufriedenstellen wird“.

Weiß unterstrich, dass eine Planung bereits erfolgt sei, eine Interessenbekundung sei eingeleitet und der erste Teil abgeschlossen worden. Die vorbereitenden Arbeiten wie ausräumen, abreißen und Technik ausbauen würden als Eigenleistungen mit Personal von BBB und Energie und Versorgung Butzbach nach dem Beschluss schnellstmöglich begonnen. Kleinere Aufträge können auch ohne große Formalitäten an Firmen vergeben werden. Im September sollen dann die Arbeiten beginnen, die von Unternehmen geleistet werden müssen. Ein Risiko liege darin, dass einzelne Gewerke nicht vergeben werden könnten, falls keine Firmen zur Verfügung stehen. Der Umbau erfolge zum großen Teil innerhalb von Gebäuden und im Bestand, sodass der Winter kein Pro-blem bereiten sollte und auch keine Baugenehmigung erforderlich sei. (Weiterer Bericht folgt.)

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