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Butzbacher interessiert an Carsharing

MOBILITÄT – Verkehrsclub Deutschland und „Stadtmobil“ aus Frankfurt: Einführung dieses Jahr möglich

BUTZBACH (thg). Das Interesse an Carsharig in Butzbach ist groß. Es ist sogar so groß, dass das Projekt noch vor den Sommerferien konkret werden soll, wie Gerhard Kaminski, Pressesprecher des Kreisverbandes Wetterau-Vogelsberg des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Gespräch mit der BZ berichtete. 15 bis 20 Teilnehmer seien die Erwartungen des Betreibers „Stadtmobil Rhein-Main“ aus Frankfurt an ein solches Projekt. Am VCD-Infostand am Samstag auf dem Butzbacher Marktplatz gaben 30 Interessenten ihre Kontaktdaten an. Wer sich ebenfalls für das Projekt interessiert, kann sich an den Kreisverbands-Vorsitzenden Christoph Winterberg, Tel. 06043/400691, wenden. 

Der VCD fungiert bei dem Vorhaben als Vermittler. Auch mit der Stadt Butzbach gab es bereits Vorgespräche, sagte Kaminski. Auch Bürgermeister Michael Merle habe sich zum Vorhaben positiv geäußert. Ein wichtiger Aspekt für das Carsharing sei es, einen Stellplatz zu finden. Die Stadt wäre unter Umständen bereit, einen kostenlosen Parkplatz zur Verfügung zu stellen. Wo das Fahrzeug diesen Standort erhält, ist dann eine der Fragen, die in einer Versammlung der Interessierten vor den Sommerferien erörtert wird. Dies kann ein zentraler Ort in der Kernstadt sein, denkbar wäre auch ein Platz in der Nähe, wo die meisten Nutzer wohnen. 

Ist alles geklärt, könnte das Gemeinschaftsauto noch in diesem Jahr Realität werden. Das Projekt in Butzbach würde mit einem Fahrzeug starten, so Kaminski. Die Erfahrung mit dem Carsharing zeigte in Friedberg und Bad Nauheim bald größeren Bedarf, so dass in der Kreisstadt inzwischen zwei und in der Kurstadt drei Fahrzeuge unterwegs seien. Über 90 Stationen sind es zusammengenommen in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Hofheim, Bad Vilbel, Friedberg, Bad Nauheim und Alsfeld, an denen Stadtmobil Autos bereithält. Welcher Pkw es in Butzbach sein wird, steht noch nicht fest, wenn aber etwa für einzelne Fahrten auch mal ein Transporter benötigt werde, könne dieser über Stadtmobil bestellt werden. 

„Wer weniger als 12 000 Kilometer im Jahr mit dem Auto fährt, kann mit Carsharing gutes Geld sparen. Vor allem als Ersatz für den Zweitwagen ist das hochinteressant“, erklärte Winterberg. Durchschnittlich fahre ein Auto eine Stunde am Tag, sei also 23 Stunden lang „kein Fahr-, sondern ein Stehzeug“, wie Kaminski formulierte. Positive Erfahrungen hat er in Alsfeld gemacht. Dort wird ein Carsharing-Fahrzeug von Behörden für Dienstfahrten und von Privatleuten für ihren Bedarf genutzt. „Die Nutzung tagsüber ergänzt sich mit der an den Abenden und am Wochenende.“  

Kaminski erläuterte Details. Jeder Carsharing-Teilnehmer zahlt einen Mitgliedsbeitrag von neun Euro im Monat. Inbegriffen sind bereits Kosten für Tanken, Versicherung oder Wartung. Hinzu kommen ein Kilometer-Tarif und ein Zeit-Tarif für die Dauer der jeweiligen Fahrt, die beide abhängig vom Fahrzeug angesetzt werden. Jeder Angemeldete erhält eine Mitgliedskarte, die gleichzeitig wie ein Autoschlüssel funktionert. Wird die Karte über den Bordcomputer registriert, wird das Auto entriegelt. Der Schlüssel befindet sich im Auto, der Zugang ist mit einer Pin gesichert. 

Informationen gibt es im Internet unter rhein-main.stadtmobil.de. Wer beim VCD seine Kontaktdaten als Interessent hinterlassen hat, wird zum geplanten Treffen eingeladen. 

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