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Butzbacher Städtebauprojekt „Lebendige Zentren“ kann beginnen

Grünes Licht für Konzept / Bürgerhaus und Bahnhof einbezogen, nur Kunstrasenplätze ausgenommen

BUTZBACH (thg). Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) der Stadt Butzbach für die Kernstadt ist genehmigungsfähig. Darüber informierten Bürgermeister Michael Merle und Markus Lambrecht von der Stadtverwaltung auf Anfrage der BZ. Einzig der Bereich „Keltenhof“ bei der Ostumgehung, wo eine Kunstrasenanlage für die Fußballvereine entstehen soll, wurde vom Land als Fördermittelgeber nicht einbezogen. Die Stadt habe ihre gegenteilige Auffassung deutlich gemacht. Auswirkungen auf die Genehmigung hatte dies aber nicht. 

„Inhaltlich gab es nichts einzuwenden“, teilte Lambrecht mit. Nun seien die „Hausaufgaben“ noch zu erledigen, die sich unter anderem aus der Herausnahme der Kunstrasenfläche ergeben. Formal muss die Stadtverordnetenversammlung dann noch über die Änderungen entscheiden, dann geht alles erneut an die Förderstelle. 

Das Projekt hat eine Laufzeit von zehn Jahren, die letzten Förderanträge können im Jahr 2028 gestellt werden. Etwa ein Drittel der Kosten eines Projekts muss die Stadt Butzbach tragen, der Rest kommt aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren“. Für die Umsetzung der Vorhaben im Rahmen des Iseks und die Verfahrensbegleitung wie auch die Abstimmung mit dem Ministerium wurde nun auch das Citymanagement vergeben. In der europaweiten Ausschreibung ist eine Bietergemeinschaft zum Zug gekommen, die in Kürze vorgestellt werden soll. 

Im weiteren Verlauf kann das Konzept immer noch angepasst werden, immerhin handelt es sich um einen Zehn-Jahres-Zeitraum. Mit dem genehmigten Isek liege aber nun ein Fahrplan vor, eine Arbeitsgrundlage, die gut strukturiert sei. . 

Ein erster Förderantrag wurde in diesem Jahr bereits gestellt. Damit soll es der Stadt Butzbach möglich sein, Geld als Förderung an private Projektträger im Fördergebiet auszuzahlen. Dafür ist eine „Gestaltungsfibel“ maßgeblich. Der Antrag ist noch nicht genehmigt, eine Antwort ist im Herbst zu erwarten. Das „Tor zur Innenstadt“ ist ebenfalls Antragsgegenstand. Es geht um das Gelände der Alten Mälzerei und der ehemaligen Druckerei. Für das Areal soll es einen städtebaulichen Wettbewerb für die weitere Gestaltung geben. Dies sei ein „Leuchtturmprojekt“. Auch die Sanierung der Stadtmauer ist dabei Thema. Grundsätzlich werde das Gebiet „ergebnisoffen“ geprüft, eine öffentliche Nutzung sei allgemein vorstellbar. Zu klären ist unter anderem der Ankauf der Stadt des Bereichs, der im Eigentum der Butzbacher Wohnungsgesellschaft ist. Ferner geht es auch um mögliche Altlasten im Boden. 

Die Bearbeitung weiterer Projekte und das Setzen von Prioritäten im Isek ergibt sich laut Bürgermeister aus dem städtischen Haushalt. Es seien Pflichtaufgaben zu erfüllen und unter anderem die Mittel für die Entschuldung über die Hessenkasse aufzubringen. „Das muss hart erarbeitet werden.“ Dass das Land und der Bund 60 bis 70 Prozent der Kosten eines Isek-Projekts übernehmen, sei aber auch ein „gutes Argument“. 

Mit der Genehmigung des Plangebiets bis auf die noch zu bauende Sportanlage Keltenhof wurden also auch die zuletzt hinzugefügten Kernstadt-Bereiche als Förderbereich akzeptiert. Dazu zählt also auch das sanierungsbedürftige oder eventuell neu zu bauende Bürgerhaus Butzbach. Auch der Bereich des Bahnhofs und die Bismarckstraße mit der ehemaligen Polizeistation sind einbezogen. 

Für die Kunstrasenplätze Keltenhof hat die Stadt einen Förderantrag aus dem Unterstützungsprogramm „goldener Plan“ speziell für Sportstätten gestellt. Allerdings gebe es eine große Anzahl Mitbewerber. Auch auf diesen Antrag wird voraussichtlich erst im Oktober ein Bescheid erwartet. 

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