Butzbacher Tafel versorgt 750 Menschen mit Lebensmitteln

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Butzbacher Tafel versorgt 750 Menschen mit Lebensmitteln

Warteliste wird immer länger / Aufkommen an Lebensmittelspenden ging zurück

BUTZBACH (amh). Am vergangenen Mittwoch lud die Tafel in Butzbach zu ihrer Jahreshauptversammlung ins Bürgerhaus in Butzbach ein. Die Resonanz der Mitglieder war erfreulich gut. Wilfried Weyl, der erste Vorsitzende der Tafel, erläuterte in seinem Bericht die momentane Situation des Butzbacher Vereins. 

Nachdem die Tafel in Butzbach im letzten Jahr noch knapp 500 Menschen unterstützte, sind es nun 750 Personen und somit mehr als der Verein eigentlich versorgen kann. Zum ersten Mal seit Jahren habe die Tafel eine Warteliste einrichten müssen, die immer länger werde: „Allein heute kamen mehr als 40 Hilfesuchende dazu; aber wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht,“ so Weyl. Zudem gebe es immer weniger Lebensmittelspenden. Eine große Erleichterung sei es, und dafür dankte der erste Vorsitzende Bürgermeister Michael Merle ausdrücklich, dass die Stadt Butzbach auf die Miete für die Räume der Tafel verzichte.

Nicht nur Corona und die Folgen hätten dem Verein schwer zu schaffen gemacht, da dadurch die Lebensmittelspenden, besonders bei haltbaren Lebensmittel rapide zurück gegangen seien, sondern auch der russische Einmarsch in die Ukraine und die damit verbundenen erneute Flüchtendenbewegung, auch nach Deutschland, haben den Bedarf an Hilfe stark ansteigen lassen, informierte Weyl. 

Auch dass das Aldi-Zentrallager in Butzbach keine Lebensmittel mehr an die Tafel abgebe, bedauerte Weyl, freute sich aber darüber, dass mit dem Edeka-Markt in Butzbach ein weiterer Lebensmittelspender gewonnen werden konnte.

Mehrmals in der Woche werden Lebensmittelspender, jeweils 15 Sponsoren je Tour, von den ehrenamtlichen Helfern der Tafel angefahren, um Lebensmittel abzuholen. 18 000 Kilometer werden so im Jahr zurückgelegt.

Diese Waren werden dann zweimal wöchentlich im Tafelladen an die Hilfesuchenden ausgegeben. Dafür werden die 70 Aktiven, von denen 17 auch selbst Tafelkunden sind, des 200 Mitglieder starken Vereins, unter anderem auch von zwei Minnijobern unterstützt, denen die Tafel durch diese Beschäftigung wieder einen Weg in das Berufsleben ebnen möchte.

Die Tafel Butzbach wird in nächster Zeit dank zahlreicher Geldspenden und Zuschüsse zudem drei Gefrierschränke und einen Ford Transit mit Kühlaufbau anschaffen können, so dass dann auch tiefgekühlte Lebensmittel geholt, gelagert und ausgegeben werden können.

Der Hilfe-Verein, der vor 37 Jahren vom Internisten Dr. Rothkegel in Butzbach ins Leben gerufen wurde, musste in dieser Jahreshauptversammlung unter anderem auch einen neuen Kassierer wählen, da der mittlerweile 75-ährige Alfons Wasserhess, der dieses Amt seit 13 Jahren ausübte, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. Mit einer emotionalen Verabschiedung durch Wilfried Weyl und unter großem Beifall der Mitglieder wurde Alfons Wasserhess verabschiedet; sein bisheriger Stellvertreter Burghard Müller übernahm nach einstimmiger Wahl des Plenums dieses Amt.

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