„CDU benötigt Aufräumarbeiten“

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„CDU benötigt Aufräumarbeiten“

LANDTAGSWAHL – Norbert Kartmann gewinnt Heimat-Wahlkreis / Nicht mehr Landtagspräsident

BUTZBACH (thg). Norbert Kartmann aus Nieder-Weisel ist erneut in den Landtag gewählt worden. Der CDU-Kandidat hat das Direktmandat in seinem Heimatwahlkreis errungen, auch wenn er Verluste der Stimmenanteile hinzunehmen hatte. Kartmann ist Landtagspräsident und war als solcher am Wahlabend als Hausherr in Wiesbaden. Gestern äußerte er sich auf BZ-Anfrage zum Wahlausgang. 

„Ich bin schon froh, dass ich das Mandat gewonnen habe.“ In der Summe sei er aber „wirklich enttäuscht“, auch wenn der Wetterau-
kreis mehrheitlich die Union gewählt habe. Kartmann blickte auf das Gesamtergebnis der CDU und auf den Verlust bei den Erststimmen. Das sei nicht nur Norbert Kartmanns Schuld, alle in der CDU seien dabei gefragt. „Landespolitische Themen haben nicht gezogen“, machte er als Hauptursache für die Verluste aus. Doch wolle er nicht mit dem Finger nach Berlin zeigen. „Insgesamt müssen wir nachdenken und umfangreiche Aufräumarbeit betreiben.“ 

Schon im Wahlkampf hatte Kartmann die Zusammenarbeit mit den Grünen in der Regierung positiv hervorgehoben. „Wir sind eingespielt“, sagte er gestern auf die neue Regierungsbildung angesprochen. Schwarz-Grün habe zwar nur eine Stimme Vorsprung, „aber es geht“, die CDU habe mit solchen Situationen Erfahrung. Er geht davon aus, dass die Koalition fortgesetzt wird. „Man muss sie nun nicht mutwillig beenden.“

Kartmann steht zudem zu seiner Ankündigung, dass er nicht mehr als Landtagspräsident zur Verfügung steht. Er unterstrich: „Ich gehe ohne Groll, ohne Schmerz und Entzugserscheinungen.“ Auch wolle der 69-Jährige die Legislaturperiode erfüllen. „Ich habe immer alles zu Ende gebracht, es sei denn meine Frau oder der liebe Gott wollen es anders.“ 

Es sei „nicht völlig unerwartet“ gewesen, dass Amtsinhaber Michael Merle (SPD) die Butzbacher Bürgermeisterwahl gewonnen habe. „Ich habe Stefan Euler gratuliert, es war ein achtbares Ergebnis“, sagte er über den CDU-Kandidaten. Zu bedenken sei, dass die Union nun sechs Jahre mit Merle weiterarbeiten müsse. Es sei ein „harmloser Wahlkampf gewesen, bis auf zwei Themen“, so Kartmann, der ungefragt der Butzbacher CDU keinen Ratschlag geben wolle. Doch väterlich raten würde er, dass man sich entweder wieder zusammenraufen oder eben etwas anderes suchen müsse. Es müsse sachbezogen gearbeitet werden, der Magistrat müsse handlungsfähig sein. „Ich verfolge das als interessierter Beobachter.“ 

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