CDU und Grüne Langgöns setzen langjährige Koalition fort

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CDU und Grüne Langgöns setzen langjährige Koalition fort

LANGGÖNS. Jürgen Knorz (CDU) ist Fraktionsvorsitzender im Langgönser Parlament. Fotos: ikr

„Verlässlichkeit und Vertrauen seit 2006“ / Bei „Reibungspunkt“ Gewerbegebiete an einem Strang ziehen

Langgöns (ikr). „CDU und Grüne konnten bei der Kommunalwahl im März beide jeweils zwei Sitze hinzugewinnen. Das sehen wir als klaren Auftrag, die Koalition weiterzuführen“, stellten Jürgen Knorz, Fraktionsvorsitzender der Langgönser CDU, und Dr. Michael Buss, sein Pendant bei den Grünen, klar. „Verlässlichkeit und Vertrauen sind seit 2006 die Basis für die Zusammenarbeit mit den Grünen“, begründet Knorz die Entscheidung, bereits zum vierten Mal im Gemeindeparlament Langgöns eine Koalition mit den Grünen zu bilden. „Wenn beide Partner an Stimmen gewinnen, ist es auch ein Fingerzeig des Wählers, macht es doch weiter“, ergänzt Buss.

LANGGÖNS. Dr. Michael Buss führt die Grünen-Fraktion in der Gemeindevertretung Langgöns an. Foto: ikr

„Unser zentraler Leitgedanke ist, die Lebensqualität in der Gemeinde zu verbessern. Wir wollen eine intakte Naturlandschaft mit einer guten gemeindlichen Infrastruktur verbinden“, erklären beide. Dazu gehöre wohnortnahes Arbeiten ebenso wie gute Möglichkeiten zum Einkaufen und in der Freizeitgestaltung. Ein Schwerpunkt solle die Entwicklung in den Innenbereichen der Orte bilden und eine Abwägung der Maßnahmen nach Kriterien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes erfolgen.

Die zahlreichen Aktivitäten der Gemeinde für den Klimaschutz wollen CDU und Grüne fortführen und verstärken. Beide Partner betonen, dass sie mit der Vereinbarung auf eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit aufbauen könnten, zu der bisher auch die FDP gehört habe, die aber dieses Mal auf eine Kandidatur zur Kommunalwahl verzichtet hat.

Buss berichtet, dass die Verhandlungen „in guter und konstruktiver Atmosphäre“ geführt wurden. In Videokonferenzen seien die Vereinbarungen erarbeitet worden, die die Kapitel Bauen und Entwicklung, Umwelt und Verkehr, Soziales und Kultur, Finanzen sowie Organisatorisches und Personelles umfassten. In einem Koalitionspapier habe man gemeinsam die wichtigsten Eckpunkte formuliert, „um Klarheit zu schaffen“, betont er.

Knorz unterstreicht, dass sich die CDU als Partei mit dem größten Stimmenanteil nach der Wahl mit allen Fraktionen getroffen hätte, um Sondierungsgespräche zu führen. Nachdem bei der FWG ein Generationswechsel stattgefunden habe und dort „eine ganz andere Gesprächsbasis“ vorhanden sei, habe es durchaus Verhandlungspotenzial gegeben, und die FWG habe auch Interesse signalisiert, sagt Knorz. Auch mit der SPD habe es einen „guten Gesprächsfaden“ gegeben. Bei der Frage, wie Christ- und Sozialdemokraten zukünftig miteinander umgehen wollen, sei man sich einig gewesen, sich bei den „großen Themen“ stärker auszutauschen. „Bei vielen Themen haben wir schon jetzt einen großen Konsens, den wir auch in Zukunft anstreben wollen, auch personelle Positionen wollen wir im Einvernehmen klären“, erläutert der Christdemokrat.

Bei den Verhandlungen mit den Grünen habe es durchaus auch Reibungspunkte gegeben, beispielsweise beim Thema Gewerbegebiete. Hier habe man zwischen einem moderaten Wachstum (CDU) und einer deutlichen Zurückhaltung (Grüne) abwägen müssen. „Wir ziehen an einem Strang“, machen die beiden Koalitionspartner aber ausdrücklich deutlich. 

Große anstehende Projekte seien aktuell die zukünftige Nutzung des Paul-Schneider-Heims in Dornholzhausen, die Sanierung der Durchgangsstraßen im Kernort Lang-Göns und Niederkleen und die Absicht, die Großgemeinde klimaneutral zu machen. „Wie schon bei den Kitas und den Gebühren möchten wir eine führende Position unter den Kreisgemeinden einnehmen. Weiterhin sehr fortschrittlich zu sein, das wollen wir fortführen“, betont Knorz.

Beide Partner haben außerdem vereinbart, bei der nächsten Bürgermeisterwahl eine erneute Kandidatur von Marius Reusch (CDU) zu unterstützen. Sein Stellvertreter solle weiterhin Hans Noormann (Grüne) sein, der erneut zum Ersten Beigeordneten gewählt werden soll. Eine ausführliche öffentliche Vorstellung der Koalitionsvereinbarungen ist geplant.

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