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Chance für Windpark Butzbach

Genehmigung steht nach Wespenbussard-Gutachten weiter aus / Hessen-Energie optimistisch

BUTZBACH (thg). Im Regierungsbezirk Darmstadt wurden im vergangenen Jahr keine Windkraftanlagen von der Genehmigungsbehörde zugelassen (die BZ berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe). Das Verfahren für die Errichtung des Butzbacher Windparks mit drei Anlagen im Stadtwald läuft derzeit noch beim Regierungspräsidium (RP).

„Der Antragsteller hat uns Ende Dezember aktualisierte Daten zum Wespenbussard vorgelegt. Diese werden von uns als zuständiger Naturschutzbehörde derzeit noch geprüft. Anschließend wird das RP in seiner Eigenschaft als immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbehörde über den Antrag entscheiden“, teilte das RP auf Anfrage mit.

Antragsteller ist die Hessen-Energie, Tochterunternehmen der Ovag, die zusammen mit der Energie und Versorgung Butzbach und den Stadtwerken Bad Nauheim die Windräder bauen möchte. Gerd Morber ist dort für das Projekt zuständig und bestätigte, dass das Gutachten vorgelegt wurde. „Bislang habe ich noch keine Rückmeldung erhalten“, sagte er auf Anfrage. Das Thema der Einhaltung naturschutzfachlicher Rahmenbedingungen werde sauber abgearbeitet.

Im Zuge des Erörterungstermins in Butzbach im vorigen Jahr war auch der Greifvogel ins Spiel gebracht worden. Das RP forderte dazu eine Untersuchung nach. Das Gutachten zum Wespenbussard kommt laut Morber zu dem Ergebnis, dass kein Genehmigungshindernis vorliegt. Das RP prüfe nun die Unterlagen, und bevor das Ergebnis nicht vorliege, könne er noch nichts weiteres dazu sagen.

Insgesamt ist Morber aber zuversichtlich, dass die Anlagen errichtet werden könnten. Denn gerade weil jüngst so wenige Windräder genehmigt worden seien und ein Mehr an Windkraft auch im Bundesrat Thema sei, geht er davon aus, dass bald wieder mehr Windstromerzeuger genehmigt werden könnten. „Ich sehe gute Chancen, falls die Anlagen genehmigt werden.“

Eine andere Frage jenseits der RP-Genehmigung ist die Wirtschaftlichkeit. Sie sei abhängig von den Baukosten, dem Stromertrag und der Einspeisevergütung. Diese werde in einer entsprechenden Ausschreibung formuliert, an der ein Windpark zunächst teilnehmen muss. Eine Windmessung läuft derzeit (die BZ berichtete). Noch sei der Zeitraum seit November/Dezember zu kurz, um erste Daten auszuwerten, so Morber. Erst nach etwa sechs Monaten der auf ein Jahr angelegten Messung lasse sich ein erstes Ergebnis feststellen. Da das Windaufkommen über Monate und Jahre aber unterschiedlich sei, müssten die dann gewonnenen Daten in Relation zu langjährig festgestellten Wind- und Wetterdaten gesetzt werden.

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