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Container von Butzbach nach Afrika

BUTZBACH. Dank zahlreicher Spender, tatkräftiger Vereinsmitglieder und mehr als 20 fleißiger Helfern ist es Carmen und Andreas Stengel vom Verein Help for Boa Vista e. V. erneut gelungen, einen Seecontainer mit Hilfsgütern zu füllen und auf die Reise nach Boa Vista zu schicken. – Souverän manövriert Christian (rechtes Foto) die Hilfsgüter auf dem Gabelstapler in Richtung Laderampe, wo bereits kräftige Arme warten, um die Sachen in Empfang zu nehmen und im Container zu verstauen.Text + Fotos: win

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Verein „Help for Boa Vista“ unterstützt medizinische Hilfe auf der Insel mit neuem Grundlagen-Projekt

BUTZBACH (win). Dank zahlreicher Spender, tatkräftiger Vereinsmitglieder und mehr als 20 fleißiger Helfer ist es Carmen und Andreas Stengel vom Verein Help for Boa Vista erneut gelungen, einen Seecontainer mit Hilfsgütern zu füllen und auf die Reise nach Boa Vista zu schicken. Auf dem ehemaligen Lidl-Gelände stand ein zwölf Meter langer (40 ft.) High Cube Container bereit. Unter den Helfern beim Verladen waren auch Christoph Ohnesorg und Marcel Uelpenich, zwei Notfallsanitäter aus Göttingen und Beringerode. Sie sind gerade aus Boa Vista zurückgekehrt, nachdem sie die medizinischen Verhältnisse dort näher angeschaut haben. 

Medizinische Geräte wie zum Beispiel ein Ultraschallgerät, Rollstühle, Pflegebetten, aber auch Hygieneartikel für das Krankenhaus wurden in den Container geladen. Aber auch Kinderwagen und Buggys, Spielzeug, Bobby Cars – sogar ein Kettcar ist dabei. Für die neu gebauten Klassenräume der Schule wurden wieder gut erhaltene Schulmöbel gespendet. 

Bürgermeister Michael Merle ist vor Ort. Er hat nicht nur die kostenlose Nutzung des Lagerraums ermöglicht, sondern kümmert sich auch um die Verpflegung der Helfer. Als Dankeschön für ihr Engagement spendierte er ein Mittagessen.

Nichts geht unkontrolliert in den riesigen Container. An der Laderampe steht Tina mit der Packliste und prüft akribisch, ob die Nummerierung der Güter mit denen Nummern auf der Liste übereinstimmt. Der Zoll prüfe sehr genau, letztes Mal sei der Container – obwohl alles korrekt war – in Boa Vista komplett „ausgestülpt“ worden, erzählt sie. Souverän manövriert Christian die Hilfsgüter auf dem Gabelstapler in Richtung Laderampe, wo bereits kräftige Arme warten, um die Sachen in Empfang zu nehmen und im Container zu verstauen. Am Montag wurde der Container dann abgeholt und auf den Weg zum Hafen von Antwerpen gebracht. Am Donnerstag wurde er verschifft und soll am 29. März in Boa Vista ankommen. 

„Basic medical care“ 

Andreas und Carmen Stengel werden im Mai wieder dorthin fliegen. Dieses Mal in Begleitung von Ohnesorg und Uelpenich. In Zusammenarbeit mit dem medizinischen Zentrum in Sal Rei werden die beiden Notfallsanitäter ab Mai 2020 Hygieneschulungen durchführen. Carmen Stengel gelang es, die beiden für ihr Herzensprojekt zu begeistern. Seit dem Gespräch wächst das neue Projekt „Basic medical care Boa Vista“ stetig. Die beiden möchten ihre umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rettungswesen sowie Fort- und Ausbildung nutzen, um der Bevölkerung auf Boa Vista ein gewisses Maß an rettungsdienstlicher/medizinischer Versorgung zu gewährleisten. 

Mit der in der Hauptstadt Sal Rei ansässigen Ärztin besichtigten die Stengels kürzlich das medizinische Versorgungszentrum der Insel. Im Gespräch ergab sich, dass es dringend erforderlich ist, die Fachkräfte in der medizinischen Einrichtung zu schulen. Ein Maßnahmenplan ist unerlässlich. Eine Kernschulung muss sich auf den Bereich der Hygiene beziehen, um so schnell wie möglich den Hygienestandard zu erhöhen. Im Nachgang der Schulungen im Mai konzentrieren sich weitere Schulungsmaßnahmen auf das innerklinische Notfallmanagement, Röntgendiagnostik und die Diagnosestellung mittels Sonographie. 

Hilfe zur Selbsthilfe 

Das Projekt „Basic medical care Boa Vista“ gilt als längerfristige Maßnahme und ist auf Unterstützung jeglicher Art angewiesen. Ziel ist es auch, mit lokalen, staatlichen oder nichtstaatlichen Partnern zusammenzuarbeiten. Die Aktivitäten sollen nachhaltig wirken, indem einheimische personelle Kapazitäten aufgebaut werden, die die Projekte langfristig weiterführen. Mit der Etablierung eines Erste-Hilfe-Schulungskonzeptes möchten sie schon bei den Schulkindern ansetzen. Bei der medizinischen Versorgung gibt es viele Defizite. „Das Krankenhaus entspricht eher einer Notaufnahme“, berichtet Stengel, die mit Hilfe ihres Vereins inzwischen Geräte für EKG, CTG und zwei Ultraschallgeräte und einen Defibrillator dorthin gebracht hat. 

Boa Vista hat viele soziale Probleme. Der Verein hilft in Bezug auf Gesundheit und Bildung, zum Beispiel indem er unter anderem Ausrüstung, Möbel, Lehrmaterialien und andere Hilfsmittel zur Verfügung stellt, die der Bevölkerung im Allgemeinen helfen. 

BUTZBACH. Dank zahlreicher Spender, tatkräftiger Vereinsmitglieder und mehr als 20 fleißiger Helfern ist es Carmen und Andreas Stengel vom Verein Help for Boa Vista e. V. erneut gelungen, einen Seecontainer mit Hilfsgütern zu füllen und auf die Reise nach Boa Vista zu schicken. – Souverän manövriert Christian (rechtes Foto) die Hilfsgüter auf dem Gabelstapler in Richtung Laderampe, wo bereits kräftige Arme warten, um die Sachen in Empfang zu nehmen und im Container zu verstauen.Text + Fotos: win

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