Corona-Hilfsdienste von Soldaten in Wetterauer Pflegeheimen vorgesehen

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Corona-Hilfsdienste von Soldaten in Wetterauer Pflegeheimen vorgesehen

WETTERAUKREIS. Landrat Jan Weckler teilte gestern mit, dass der Hilfeleistungsantrag an den Landeskrisenstab auf Unterstützung durch 54 Soldaten genehmigt worden sei. Der Bund stellt maximal für drei Wochen ab Beginn des Einsatzes Personal der Bundeswehr zur Verfügung. „Die Soldaten sollen in neun mobilen Trupps mit je sechs Mann eingesetzt werden. Die 54 Soldaten sollen im Laufe der nächsten Woche ihren Dienst im Wetteraukreis antreten und damit für Testungen in den Einrichtungen zur Verfügung stehen.“ Den Hilfeleistungsantrag übergab Landrat Weckler an Oberstleutnant der Reserve Thomas Meißner (l.) und Stabsfeldwebel der Reserve Klaus Schutt (r.) vom Kreisverbindungskommando Friedberg, die erstmals an einer Sitzung des Krisenstabs teilnahmen. Die Kosten für die Unterbringung und die Versorgung der Soldaten übernimmt zunächst der Wetteraukreis. Die Kosten sollen später vom Bund erstattet werden.

Kreistag: Wohnraum-Bedarf für obdachlose Frauen wird geprüft / Klimaschutzziele werden nicht höher gesteckt

WETTERAUKREIS (jwn). Dass die Corona-Pandemie Auswirkungen nicht nur auf das öffentliche Leben, sondern auch auf den ganz persönlichen Bereich der Menschen hat, zeigte auch die letzte Kreistagssitzung in dieser Sitzungsperiode 2016/21 am Mittwoch. Zunächst ging Landrat Jan Weckler (CDU) auf die aktuelle Situation im Gesundheitsamt ein. 

„Wir haben die Lage dort im Griff, haben das Personal aufgestockt und können jetzt sämtliche gemeldeten Kontakte nachverfolgen“, erklärte Weckler vor dem Kreistag. Bereits im vergangenen Jahr seinen Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung vorübergehend ins Gesundheitsamt versetzt worden. Mittlerweile betrage die Personenstärke 80 Mitarbeiter, ein Drittel ursprüngliches Personal aus dem Gesundheitsamt und zwei Drittel Mitarbeiter aus anderen Bereichen. Deshalb musste er das Angebot der Bundeswehr, Soldaten für die Nachverfolgung der Infiziertenkette abstellen zu wollen, ausschlagen. Allerdings seien Hilfsdienste von Soldaten in der kommenden Woche in Alten- und Pflegeheimen vorgesehen. Neben dem Gesundheitsamt seien auch die Impfzentren inzwischen einsatzbereit. Was in diesem Bereich jedoch fehle, seien allerdings die Impfseren. Ab 9. Februar soll aber auch dort der Betrieb losgehen. Weckler betonte dabei aber gleich mehrfach, dass der Wetteraukreis keinen Einfluss auf die Terminvergabe habe. Dafür sei das Land zuständig.  

 

WETTERAUKREIS. Landrat Jan Weckler teilte gestern mit, dass der Hilfeleistungsantrag an den Landeskrisenstab auf Unterstützung durch 54 Soldaten genehmigt worden sei. Der Bund stellt maximal für drei Wochen ab Beginn des Einsatzes Personal der Bundeswehr zur Verfügung. „Die Soldaten sollen in neun mobilen Trupps mit je sechs Mann eingesetzt werden. Die 54 Soldaten sollen im Laufe der nächsten Woche ihren Dienst im Wetteraukreis antreten und damit für Testungen in den Einrichtungen zur Verfügung stehen.“ Den Hilfeleistungsantrag übergab Landrat Weckler an Oberstleutnant der Reserve Thomas Meißner (l.) und Stabsfeldwebel der Reserve Klaus Schutt (r.) vom Kreisverbindungskommando Friedberg, die erstmals an einer Sitzung des Krisenstabs teilnahmen. Die Kosten für die Unterbringung und die Versorgung der Soldaten übernimmt zunächst der Wetteraukreis. Die Kosten sollen später vom Bund erstattet werden.

Auf die Auswirkungen von Corona führt auch die FDP ihren Antrag auf schnellstmögliche Bereitstellung von Übergangswohnraum für obdachlose Frauen im Bereich Friedberg und Bad Nauheim zurück. Viele Familien litten Not, was in immer mehr Fällen zu häuslicher Gewalt führt und oftmals Frauen in die Obdachlosigkeit drängt. Für männliche Obdachlose biete der Wetterkreis Unterkunftsmöglichkeiten an, nicht jedoch für Frauen. Für sie gebe es lediglich ein Frauenhaus in diesem Bereich und das sei inzwischen voll belegt. 

Zustimmung erhielt der Antrag auch von den Grünen. „Hier ist kurzfristige Hilfe in der Tat nötig“, so deren Sprecherin Sylvia Klein. Als kurzfristige Lösung schlug sie die Ausgabe von Übernachtungsgutscheinen in Hotels vor. Auf Ablehnung hingegen stieß der FDP-Antrag bei der AfD. „Die gefährdeten Frauen werden sowieso weit weg vom bisherigen Wohnort untergebracht. Deshalb bringe Übergangswohnraum in Friedberg und Bad Nauheim keine Entspannung für die dort betroffenen Frauen“, so der AfD Fraktionsvorsitzende Michael Kuger. 

Auch die Koalition von CDU und SPD lehnte den Antrag ab, brachte dafür jedoch einen Änderungsantrag ein. Danach soll der Kreis erst einmal Bedarf und die Zuständigkeit prüfen. Letztere liege nämlich bei den Kommunen. Dem Prüfungsauftrag wurde schließlich mehrheitlich zugestimmt und der FDP-Antrag abgelehnt.  

Zugestimmt, wenn auch nur zum Teil, wurde auch dem Antrag der Grünen, die Digitalisierung der Schulen als festes Thema im Bildungsausschuss zu verankern, um so für eine zeitgemäße und funktionierende digitale Ausstattung der Schulen zu sorgen. Den zweiten Aspekt, nämlich zum erst kürzlich verabschiedeten Medienentwicklungsplan Praktiker aus den Schulen in den Ausschuss ein zu laden, wurde abgelehnt. 

Keine Mehrheit fand auch der Antrag der Grünen, die Einsparziele bei CO2 über die 1990 für das Jahr 2026 beschlossenen 55 Prozent hinaus anheben zu wollen. Dafür soll der Wetteraukreis nach Maßnahmen suchen, die geeignet sind, die Reduzierung von CO2-Ausstoß in kreiseigenen Liegenschaften bis zum Jahr 2030 um 67 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 anzuheben. 

Dem hielt SPD-Sprecher Rouven Kötter entgegen, dass der Kreis den Klimaschutz nicht als „ärgerliche Pflichtaufgabe“ ansehe und deshalb schon jetzt alle gesetzlichen Vorgaben erfülle. Durch ständiges Reden in den Ausschüssen hingegen, wie das in dem Grünen-Antrag gefordert werde, würde die Situation nicht besser. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, genau wie unter anderem die Anträge der NPD auf Erstellung eines Leitfadens für Asylbewerber, Spendenaufruf an die Kreistagsmitglieder der Regierungsparteien, Resolution zur schnellen Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern und die Forderung nach Verbot der Antifa-Gruppen.

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